VN-Datenreport: 39.000 Operationen in Spitälern

Vorarlberg / 06.04.2015 • 19:41 Uhr
An den Landeskrankenhäusern herrscht Hochbetrieb. Das zeigen jetzt Zahlen eines VN-Datenreports. Demnach werden jährlich unter anderem 39.082 Operationen durchgeführt. Fotos: vn-Archiv, LKHB
An den Landeskrankenhäusern herrscht Hochbetrieb. Das zeigen jetzt Zahlen eines VN-Datenreports. Demnach werden jährlich unter anderem 39.082 Operationen durchgeführt. Fotos: vn-Archiv, LKHB

Aktuelle Zahlen der fünf Landeskrankenhäuser zeigen dichtes Leistungsspektrum.

Feldkirch. Mit inzwischen fast 4000 Mitarbeitern in fünf Krankenhäusern zählt die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) zu einem der größten Dienstgeber im Land. Auch finanziell wird viel in die stationäre medizinische Versorgung der Bevölkerung investiert. Über 470 Millionen Euro fließen in diesen Teil des Gesundheitswesens, wobei fast die Hälfte für die personelle Ausstattung ausgegeben wird. Die hat sich speziell im ärztlichen Bereich nach einer längeren Zeit des Mangels wieder verbessert. Derzeit sind in den Landeskrankenhäusern 676 Ärzte beschäftigt. Dazu kommen 1934 Pflegepersonen, 1295 Stellen entfallen auf sonstiges Personal.

Die jährlich erbrachten Leistungen sind, wie ein VN-Datenreport offenlegt, beträchtlich. Insgesamt weist die aktuelle Statistik 88.292 stationäre Fälle, 477.544 ambulante Frequenzen, 418.570 Belagstage sowie 39.082 operative Eingriffe aus, wobei es mehr und weniger arbeits­intensive Bereiche gibt. Über einen Mangel an Beschäftigung sicher nicht klagen kann Primar Stefan Mennel. In der von ihm geleiteten Augenabteilung ist die Zahl der Eingriffe in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Neue Operationsmöglichkeiten, neue Medikamente und eine Zunahme von Operationen des Grauen Stars führten zu diesen Steigerungen. Die Chirurgie zählt ebenfalls zu jenen Fächern, die mehr als gut ausgelastet sind. Hier setzen die Akteure immer stärker auf die minimalinvasive Technik. Kleinere Schnitte bringen eine schnellere Heilung und weniger Komplikationen.

Im Hals-Nasen-Ohrenbereich (HNO) hat es die Medizin mit einem neuen Phänomen zu tun bekommen, den HPV-Tumoren. „Die durch Humane Papillom Viren bedingten Krebserkrankungen haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen“, bestätigt Primar Wolfgang Elsässer, Leiter der HNO-Abteilung und Chefarzt des Landeskrankenhauses Feldkirch. So sind etwa 80 Prozent der Mandeltumore bereits diesen Viren zuzuschreiben.

„Zu spät zum Arzt“

Ein weiteres Problem stellen die Kehlkopftumore dar. „Die meisten Patienten gehen viel zu spät zum Arzt“, verweist Elsässer auf die steigende Zahl von totalen Kehlkopfentfernungen. Dabei könnte im Frühstadium mit einer Teilentfernung das Auslangen gefunden werden. Mandelentfernungen hingegen sind deutlich rückläufig. Nach Todesfällen von Kleinkindern in anderen Bundesländern wurden die Indikationen verschärft. „Vergrößerte Mandeln werden nicht mehr entfernt, sondern verkleinert“, nennt der HNO-Primar ein Beispiel.

Technische Weiterentwicklungen erleichtern der Pathologie die Diagnosestellungen, was vor allem bei Verdacht auf Krebs enorm wichtig ist. Anhand molekularpathologischer Tests lassen sich beispielsweise nicht nur Erreger sehr schnell identifizieren, sondern auch ihre Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten kann bestimmt werden. Das ermöglicht immer genauere Therapien bei Krebserkrankungen. Die Pathologie führt jährlich 17.000 solcher molekularbiologischer Tests durch.

Der VN-Datenreport bringt beeindruckende Zahlen ans Licht, dabei sind die Leistungen des Dornbirner Stadtspitals noch nicht einmal berücksichtigt.

Die Indikationen für Mandelentfernungen wurden verschärft.

Primar Wolfgang Elsässer
In der Augenabteilung des Landeskrankenhaus Feldkirch herrscht Hochbetrieb. Die Zahl der Eingriffe ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert, wie aktuelle Zahlen eines VN-Datenreports zeigen. Innerhalb von nur zehn Jahren haben sich die Operationen auf knapp 7000 mehr als verdoppelt. Neue Operationsmöglichkeiten, neue Medikamente, die operativ in das Augeninnere eingebracht werden können, und eine steigende Zahl an Patienten speziell für Operationen des Grauen Stars hätten zu den Steigerungen geführt, sagt der zuständige Primar Stefan Mennel.Erklären lässt sich der gesteigerte Bedarf unter anderem mit der Alterspyramide. So nehme die Zahl jener Menschen, die für eine OP am Grauen Star infrage kommen, konstant zu.Die jüngsten Zahlen zeigen alleine bei den Operationen des Grauen Stars innerhalb von fünf Jahren Steigerungen um 42 Prozent auf 2720 Eingriffe. An der Entwicklung wird sich so schnell auch nichts ändern. Primar Stefan Mennel rechnet mit einem weiter wachsenden Bedarf.Um die Herausforderungen zu meistern, wurde am LKH umfangreich umstrukturiert und Ressourcen wurden geschaffen. Mit dem Ergebnis ist Mennel zufrieden. „Wir können unseren Versorgungsauftrag deutlich besser wahrnehmen“. Zudem sei die Wartezeit etwa bei der OP des Grauen Star auf maximal drei Monate verkürzt worden.Die den VN vorliegenden Daten zeigen Steigerungen in praktisch allen Bereichen. So hat sich etwa die Anzahl der Netzhautoperationen vervielfacht. Und auch bei der operativen Eingabe von Medikamenten ins Augeninnere (IVOM) sind die Zuwachsraten beachtlich.
In der Augenabteilung des Landeskrankenhaus Feldkirch herrscht Hochbetrieb. Die Zahl der Eingriffe ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert, wie aktuelle Zahlen eines VN-Datenreports zeigen. Innerhalb von nur zehn Jahren haben sich die Operationen auf knapp 7000 mehr als verdoppelt.
Neue Operationsmöglichkeiten, neue Medikamente, die operativ in das Augeninnere eingebracht werden können, und eine steigende Zahl an Patienten speziell für Operationen des Grauen Stars hätten zu den Steigerungen geführt, sagt der zuständige Primar Stefan Mennel.
Erklären lässt sich der gesteigerte Bedarf unter anderem mit der Alterspyramide. So nehme die Zahl jener Menschen, die für eine OP am Grauen Star infrage kommen, konstant zu.
Die jüngsten Zahlen zeigen alleine bei den Operationen des Grauen Stars innerhalb von fünf Jahren Steigerungen um 42 Prozent auf 2720 Eingriffe. An der Entwicklung wird sich so schnell auch nichts ändern. Primar Stefan Mennel rechnet mit einem weiter wachsenden Bedarf.
Um die Herausforderungen zu meistern, wurde am LKH umfangreich umstrukturiert und Ressourcen wurden geschaffen. Mit dem Ergebnis ist Mennel zufrieden. „Wir können unseren Versorgungsauftrag deutlich besser wahrnehmen“. Zudem sei die Wartezeit etwa bei der OP des Grauen Star auf maximal drei Monate verkürzt worden.
Die den VN vorliegenden Daten zeigen Steigerungen in praktisch allen Bereichen. So hat sich etwa die Anzahl der Netzhautoperationen vervielfacht. Und auch bei der operativen Eingabe von Medikamenten ins Augeninnere (IVOM) sind die Zuwachsraten beachtlich.
Hals, Nase, Ohren: ein medizinisches Fachgebiet, das oft unterschätzt wird. In Vorarlberg ist die HNO-Abteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch zum Großteil für die Versorgung der Patienten zuständig, sowohl chirurgisch wie konservativ. Vor allem letzterer Bereich hat sich laut Primar Wolfgang Elsässer enorm weiterentwickelt. Denn neben verschiedensten aufwendigen Hörabklärungen, Stimm- und Sprachtherapie, Schlucktherapie, logo­pädischer Beratung sowie Hörimplantat-Anpassungen zählen auch Spezialambulanzen wie jene für Allergiker zum Aufgabengebiet.Als chirurgische Schwerpunkte im Rahmen der Basisversorgung nennt Elsässer Mandel-, Polypen und Nasenscheidewand-Operationen. Auch Tumore und Traumaverletzungen im Gesichtsschädelbereich und an der Schädelbasis sind Sache der HNO-Mediziner.Inzwischen erleichtern technische Weiterentwicklungen die Behandlungen. „Wir haben die Möglichkeit, Eingriffe im Nasennebenhöhlensystem und an der Schädelbasis navigiert durchzuführen“, erklärt Wolfgang Elsässer. Damit lassen sich anatomische Strukturen exakt darstellen. Als besonders erfreulich wertet er die Verbesserung bei den Hörimplantaten (Chochlea). Ein neuer Spezialmagnet macht Cochleaimplantate auch Magnetresonanz-tauglich.
Hals, Nase, Ohren: ein medizinisches Fachgebiet, das oft unterschätzt wird. In Vorarlberg ist die HNO-Abteilung im Landeskrankenhaus Feldkirch zum Großteil für die Versorgung der Patienten zuständig, sowohl chirurgisch wie konservativ. Vor allem letzterer Bereich hat sich laut Primar Wolfgang Elsässer enorm weiterentwickelt. Denn neben verschiedensten aufwendigen Hörabklärungen, Stimm- und Sprachtherapie, Schlucktherapie, logo­pädischer Beratung sowie Hörimplantat-Anpassungen zählen auch Spezialambulanzen wie jene für Allergiker zum Aufgabengebiet.
Als chirurgische Schwerpunkte im Rahmen der Basisversorgung nennt Elsässer Mandel-, Polypen und Nasenscheidewand-Operationen. Auch Tumore und Traumaverletzungen im Gesichtsschädelbereich und an der Schädelbasis sind Sache der HNO-Mediziner.
Inzwischen erleichtern technische Weiterentwicklungen die Behandlungen. „Wir haben die Möglichkeit, Eingriffe im Nasennebenhöhlensystem und an der Schädelbasis navigiert durchzuführen“, erklärt Wolfgang Elsässer. Damit lassen sich anatomische Strukturen exakt darstellen. Als besonders erfreulich wertet er die Verbesserung bei den Hörimplantaten (Chochlea). Ein neuer Spezialmagnet macht Cochleaimplantate auch Magnetresonanz-tauglich.
Früher waren sie einfach nur Narkoseärzte. „Heute sind wir perioperative Manager“, beschreibt Primaria Dr. Ruth Krumpholz vom Landeskrankenhaus Bludenz den Wandel ihres Fachs. Vor, während und nach einer Operation sind es die Anästhesisten, die Sorge für das Wohl der Patienten tragen. Dass die laut einer Umfrage wenig über die Tätigkeit eines Anästhesisten wissen, geht für Krumpholz in Ordnung. Es tue im Grunde ja auch nichts zur Sache. Wichtig sei, dass der Patient gut durch einen Eingriff gebracht werde. „Wir sind die, die am meisten im Hintergrund arbeiten“, ergänzt die Chefärztin des LKH Bludenz.Die Arbeit der Anästhesisten beginnt in der Anästhesieambulanz, wo Voruntersuchungen und eine Risikoabschätzung erfolgen. „Auf dieser Basis kann das geeignete Anästhesieverfahren ausgewählt werden“, erklärt Ruth Krumpholz. Außerdem gilt es, die entsprechende Nachsorge vorzubereiten, beispielsweise eine Akutschmerztherapie. Auch die Überwachung im Aufwachraum bis zur Entlassung auf die Station fällt in den Aufgabenbereich der Anästhesie. Ebenso die Reanimation bei internen Notfällen. „Denn die meisten Anästhesisten sind auch Intensiv- und Notfallmediziner“, merkt Krumpholz an.Daraus resultiert auch, dass ein Großteil der Mediziner, die Flugrettungsdienst versehen, Mitarbeiter der Anästhesieabteilungen der Vorarlberger Spitäler sind.Da Patientensicherheit oberstes Gebot ist, finden regelmäßig Fortbildungen sowie Wiederbelebungsschulungen statt. Ähnlich wie bei Piloten erfolgt ein Simulatortraining, um in kritischen Situationen optimal reagieren zu können. In Österreich existieren derzeit lediglich fünf zertifizierte Simulationszentren in Spitälern, eines davon steht in Vorarlberg.
Früher waren sie einfach nur Narkoseärzte. „Heute sind wir perioperative Manager“, beschreibt Primaria Dr. Ruth Krumpholz vom Landeskrankenhaus Bludenz den Wandel ihres Fachs. Vor, während und nach einer Operation sind es die Anästhesisten, die Sorge für das Wohl der Patienten tragen. Dass die laut einer Umfrage wenig über die Tätigkeit eines Anästhesisten wissen, geht für Krumpholz in Ordnung. Es tue im Grunde ja auch nichts zur Sache. Wichtig sei, dass der Patient gut durch einen Eingriff gebracht werde. „Wir sind die, die am meisten im Hintergrund arbeiten“, ergänzt die Chefärztin des LKH Bludenz.
Die Arbeit der Anästhesisten beginnt in der Anästhesieambulanz, wo Voruntersuchungen und eine Risikoabschätzung erfolgen. „Auf dieser Basis kann das geeignete Anästhesieverfahren ausgewählt werden“, erklärt Ruth Krumpholz. Außerdem gilt es, die entsprechende Nachsorge vorzubereiten, beispielsweise eine Akutschmerztherapie. Auch die Überwachung im Aufwachraum bis zur Entlassung auf die Station fällt in den Aufgabenbereich der Anästhesie. Ebenso die Reanimation bei internen Notfällen. „Denn die meisten Anästhesisten sind auch Intensiv- und Notfallmediziner“, merkt Krumpholz an.
Daraus resultiert auch, dass ein Großteil der Mediziner, die Flugrettungsdienst versehen, Mitarbeiter der Anästhesieabteilungen der Vorarlberger Spitäler sind.
Da Patientensicherheit oberstes Gebot ist, finden regelmäßig Fortbildungen sowie Wiederbelebungsschulungen statt. Ähnlich wie bei Piloten erfolgt ein Simulatortraining, um in kritischen Situationen optimal reagieren zu können. In Österreich existieren derzeit lediglich fünf zertifizierte Simulationszentren in Spitälern, eines davon steht in Vorarlberg.
Pathologie? „Wird von vielen noch immer ausschließlich mit Autopsien (Leichenöffnungen) gleichgesetzt“, muss auch Primar Univ.-Prof. Dr. Felix Offner einräumen. Dabei gehören Autopsien zahlenmäßig zum kleinsten Posten auf der Leistungsliste des Instituts für Pathologie im Landeskrankenhaus Feldkirch. Weniger bekannt ist, dass die 70 Mitarbeiter jährlich für rund 95.000 Vorarlberger diagnostische Leistungen in Form verschiedenster Untersuchungen erbringen.Zu einem bedeutsamen Teil der Arbeit hat sich die Molekulargenetik besonders im Zusammenhang mit der Behandlung von Tumoren entwickelt. „Bei vielen Krebserkrankungen werden heute schon routinemäßig genetische Analysen durchgeführt, um eine möglichst effektive Therapie einleiten zu können“, erklärt der Institutsleiter. Denn es gehe auch um einen zielgerichteten Einsatz der oft teuren Medikamente.Derzeit sind genetische Untersuchungen nur stufenweise möglich und dauern. Große Hoffnung setzt Felix Offner deshalb auf die Technik des „Next Generation Gene Sequencing“ (NGS). Diese Geräte arbeiten schneller und genauer, sodass eine noch präzisere Vorhersage des Ansprechens von Krebsbehandlungen möglich wird.Außerdem würden die Untersuchungen deutlich billiger. Offner spricht von Einsparungen im Ausmaß von rund 65.000 Euro. Überhaupt arbeitet die Pathologie günstig. „Der Anteil an den Kosten des Gesundheitssystems beträgt weniger als ein Prozent“, verdeutlicht Felix Offner.
Pathologie? „Wird von vielen noch immer ausschließlich mit Autopsien (Leichenöffnungen) gleichgesetzt“, muss auch Primar Univ.-Prof. Dr. Felix Offner einräumen. Dabei gehören Autopsien zahlenmäßig zum kleinsten Posten auf der Leistungsliste des Instituts für Pathologie im Landeskrankenhaus Feldkirch. Weniger bekannt ist, dass die 70 Mitarbeiter jährlich für rund 95.000 Vorarlberger diagnostische Leistungen in Form verschiedenster Untersuchungen erbringen.
Zu einem bedeutsamen Teil der Arbeit hat sich die Molekulargenetik besonders im Zusammenhang mit der Behandlung von Tumoren entwickelt. „Bei vielen Krebserkrankungen werden heute schon routinemäßig genetische Analysen durchgeführt, um eine möglichst effektive Therapie einleiten zu können“, erklärt der Institutsleiter. Denn es gehe auch um einen zielgerichteten Einsatz der oft teuren Medikamente.
Derzeit sind genetische Untersuchungen nur stufenweise möglich und dauern. Große Hoffnung setzt Felix Offner deshalb auf die Technik des „Next Generation Gene Sequencing“ (NGS). Diese Geräte arbeiten schneller und genauer, sodass eine noch präzisere Vorhersage des Ansprechens von Krebsbehandlungen möglich wird.
Außerdem würden die Untersuchungen deutlich billiger. Offner spricht von Einsparungen im Ausmaß von rund 65.000 Euro. Überhaupt arbeitet die Pathologie günstig. „Der Anteil an den Kosten des Gesundheitssystems beträgt weniger als ein Prozent“, verdeutlicht Felix Offner.
Noch immer kommen die meisten Babys auf natürlichem Weg zur Welt. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Kaiserschnittraten in den vergangenen Jahren ständig gestiegen sind. Österreichweit liegen sie bei 30 Prozent, Vorarlberg ist mit einem Anteil von etwa 25 Prozent leicht unter dem Schnitt. „Inzwischen mehren sich jedoch die kritischen Stimmen zur großzügigen Durchführung von Kaiserschnitten“, sagt Primar Michael Rohde, Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Bregenz.Der Trend hin zur natürlichen Geburt kommt ihm jedoch gelegen. „Wir müssen wegkommen von der Vorstellung, der Kaiserschnitt sei der absolut sicherste Weg einer Geburt“, betont Rohde. Das könne für das erste Kind gelten, nicht jedoch für jedes weitere. Das Gegenteil sei der Fall. Die Komplikationen würden sich eher mehren. Und: „Eine normale Geburt, die gut verläuft, ist immer besser als ein Kaiserschnitt.“Für Michael Rohde hängt viel an einer entsprechenden Information und Betreuung der Schwangeren während der Geburt. Die Begleitung durch die Hebamme ist laut dem Gynäkologen ein wichtiger Faktor. Ebenso wie Zeit übrigens. Geduldig sein mit den Frauen, sie darin bestärken, dass sie es schaffen. „Neuere Daten belegen, dass Geburten auch langsam verlaufen dürfen“, zitiert Rohde aus Studien. Eine andere bedeutende Botschaft: Zwei Drittel der Frauen haben nach einem Kaiserschnitt eine normale Geburt.Eine Neuerung im Bereich der Frauenheilkunde ist die Einführung der HPV-Impfung. „Es hat sich gezeigt, dass damit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs effizient vorgebeugt werden kann“, bestätigt Michael Rohde.
Noch immer kommen die meisten Babys auf natürlichem Weg zur Welt. Das kann allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch die Kaiserschnittraten in den vergangenen Jahren ständig gestiegen sind. Österreichweit liegen sie bei 30 Prozent, Vorarlberg ist mit einem Anteil von etwa 25 Prozent leicht unter dem Schnitt. „Inzwischen mehren sich jedoch die kritischen Stimmen zur großzügigen Durchführung von Kaiserschnitten“, sagt Primar Michael Rohde, Leiter der Gynäkologie und Geburtshilfe im Landeskrankenhaus Bregenz.
Der Trend hin zur natürlichen Geburt kommt ihm jedoch gelegen. „Wir müssen wegkommen von der Vorstellung, der Kaiserschnitt sei der absolut sicherste Weg einer Geburt“, betont Rohde. Das könne für das erste Kind gelten, nicht jedoch für jedes weitere. Das Gegenteil sei der Fall. Die Komplikationen würden sich eher mehren. Und: „Eine normale Geburt, die gut verläuft, ist immer besser als ein Kaiserschnitt.“
Für Michael Rohde hängt viel an einer entsprechenden Information und Betreuung der Schwangeren während der Geburt. Die Begleitung durch die Hebamme ist laut dem Gynäkologen ein wichtiger Faktor. Ebenso wie Zeit übrigens. Geduldig sein mit den Frauen, sie darin bestärken, dass sie es schaffen. „Neuere Daten belegen, dass Geburten auch langsam verlaufen dürfen“, zitiert Rohde aus Studien. Eine andere bedeutende Botschaft: Zwei Drittel der Frauen haben nach einem Kaiserschnitt eine normale Geburt.
Eine Neuerung im Bereich der Frauenheilkunde ist die Einführung der HPV-Impfung. „Es hat sich gezeigt, dass damit Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs effizient vorgebeugt werden kann“, bestätigt Michael Rohde.
Ein kleiner Schnitt genügt. Bei „Minimal invasiver Chirurgie“ (MIC) erfolgen die Eingriffe mit den kleinst-möglichen Traumen. „Kleinere Schnitte und damit kleinere Verletzungen der Weichteile führen zu geringeren Schmerzen nach der Operation“, erklärt Primar Dietmar Wohlgenannt, Leiter der Chirurgie am LKH Bregenz. Damit verkürze sich die Rehabilitationszeit. „Der Patient ist schneller zurück im Arbeitsprozess.“ Die Vorteile von laparoskopischen Eingriffen liegen auf der Hand. Sie spiegeln sich auch in den Leistungszahlen der Chirurgie wieder. Sowohl bei Leistenbrüchen (+55 %) als auch Blinddarmentfernungen (+17 %) liegen die Steigerungsraten in den letzten zehn Jahren im gut zweistelligen Bereich. Die wesentliche Entwicklung in der Chirurgie des letzten Jahrzehnts sei gekennzeichnet von der Standardisierung der laparoskopischen Chirurgie, sagt Wohlgenannt.Ein weiterer Schwerpunkt ist die Spezialisierung. Nicht mehr jedes Krankenhaus bietet alle Eingriffe an. Die Konzentration führe zu einer gesteigerten Routine. Beispiele dafür gibt es viele. In Bregenz etwa liegt ein Schwerpunkt auf der Adipositas-Chirurgie. Und auch hier gibt es neue Trends, wie der VN-Datenreport zeigt. So wird mittlerweile zu einem hohen Prozentsatz der Magenbypass durchgeführt, Magenbäder haben an Bedeutung verloren.
Ein kleiner Schnitt genügt. Bei „Minimal invasiver Chirurgie“ (MIC) erfolgen die Eingriffe mit den kleinst-möglichen Traumen. „Kleinere Schnitte und damit kleinere Verletzungen der Weichteile führen zu geringeren Schmerzen nach der Operation“, erklärt Primar Dietmar Wohlgenannt, Leiter der Chirurgie am LKH Bregenz. Damit verkürze sich die Rehabilitationszeit. „Der Patient ist schneller zurück im Arbeitsprozess.“ Die Vorteile von laparoskopischen Eingriffen liegen auf der Hand. Sie spiegeln sich auch in den Leistungszahlen der Chirurgie wieder. Sowohl bei Leistenbrüchen (+55 %) als auch Blinddarmentfernungen (+17 %) liegen die Steigerungsraten in den letzten zehn Jahren im gut zweistelligen Bereich. Die wesentliche Entwicklung in der Chirurgie des letzten Jahrzehnts sei gekennzeichnet von der Standardisierung der laparoskopischen Chirurgie, sagt Wohlgenannt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Spezialisierung. Nicht mehr jedes Krankenhaus bietet alle Eingriffe an. Die Konzentration führe zu einer gesteigerten Routine. Beispiele dafür gibt es viele. In Bregenz etwa liegt ein Schwerpunkt auf der Adipositas-Chirurgie. Und auch hier gibt es neue Trends, wie der VN-Datenreport zeigt. So wird mittlerweile zu einem hohen Prozentsatz der Magenbypass durchgeführt, Magenbäder haben an Bedeutung verloren.