Nur Bundesasylquartiere betroffen

Gesundheitsüberwachung nicht für Vorarlberg vorgesehen. Dennoch kommt sie.
Schwarzach. Ob und welche Krankheiten und Infektionen Asylwerber haben, soll bald täglich protokolliert werden. Dies bestätigte am Dienstag Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (51) den VN. Das Gesundheitsministerium sagt nun: Es betreffe nicht alle Quartiere, sondern lediglich die Erstaufnahme- und Verteilerzentren des Bundes. Solche gibt es in Vorarlberg nicht. Was aber nicht bedeutet, dass die sogenannte „Syndrombasierte Überwachung“ nicht auch hierzulande kommt. Laut der zuständigen Sektionschefin im Ministerium Pamela Rendi-Wagner (43), können die Länder das selbst entscheiden. Bernhard hält das Konzept für eine gute Sache.
In ein paar Wochen
Fix ist: So schnell, wie zunächst angenommen, kommt die Gesundheitsüberwachung nicht. Im Bregenzer Landhaus war am Dienstag von der Kalenderwoche 37 die Rede. Also ab sofort. So schnell muss es nun doch wieder nicht gehen. Landesrat Bernhard hat keine Eile: „Das Konzept ist super. Wenn es erst in zwei bis drei Wochen anläuft, ist das noch früh genug. Es ändert nichts an der Sache. Mir ist aber wichtig, dass die betroffenen Organisationen mitziehen.“
Auch nichts an der Sache würde ändern, wenn Vorarlberger Quartiere gar nicht betreffen wären. Sektions-Chefin Rendi-Wagner erklärt: „Es geht primär um Bundesasylzentren wie Traiskirchen. Dort leben über tausend Menschen aus Ländern mit einem zerstörten Gesundheitssystem, die nach den Strapazen der Migration körperlich in schlechter Verfassung sind. So können wir sofort reagieren und Infektionskrankheiten früh eindämmen.“ Damit würden die anderen Asylwerber und die einheimische Bevölkerung geschützt.
Vorarlberg spielt in diesen Plänen keine Rolle. Es gibt kein Verteilerzentrum des Bundes. Landesrat Bernhard habe zwar andere Informationen bekommen, er will jetzt aber auf die endgültige Benachrichtigung warten. Mit dem Chef der Caritas Flüchtlingshilfe, Bernd Klisch (52), habe er schon darüber gesprochen. Klisch hofft, dass es zu einer praktikablen Lösung kommt. Wilhelm Brunner (51), Österreich-Chef des privaten Asylquartierbetreuers ORS, bestätigt, dass es für Traiskirchen bereits einen Termin für die Einschulung gebe. Aus den Vorarlbergern Quartieren sei ihm noch nichts bekannt.
Das System kommt
Ob nun Bundes- oder Landessache; ein solches System wird auch in Vorarlberg eingeführt, weil es der Gesundheits-Landesrat für eine gute Sache hält und mit Rückendeckung aus dem Ministerium rechnen kann: „Wir würden das natürlich unterstützen“, sagt Rendi-Wagner. Die Caritas betreut derzeit 58 Heime mit jeweils mehr als zehn Asylwerbern. Und es werden mehr: Die Kirche stellt weitere 18 Wohngebäude für 178 Flüchtlinge zur Verfügung.
Es ändert nichts an der Sache. In drei Wochen ist es früh genug.
Christian Bernhard