Mit Transparenten und Traktoren aufmarschiert

Vorarlberg / 19.02.2016 • 22:07 Uhr
Zahlreich waren die Landwirte dem Aufruf zur abendlichen Versammlung gefolgt. Foto: dietmar stiplovsek
Zahlreich waren die Landwirte dem Aufruf zur abendlichen Versammlung gefolgt. Foto: dietmar stiplovsek

Demo unzufriedener Landwirte. Maßnahmen vor allem gegen TBC gefordert.

schnifis. Der, an den die Botschaften gehen sollten, war nicht zugegen. Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter musste seinen geplanten Besuch in Vorarlberg nämlich wegen einer Erkrankung absagen. Die von einer Gruppe unzufriedener Landwirte organisierte Demonstration fand trotzdem statt. Am Freitagabend zogen rund 100 Bauern zu Fuß und mit 50 tonnenschweren Traktoren durch Schnifis. Sie fordern unter anderem wirksame Maßnahmen gegen die Rinder-TBC. Dazu passte die Meldung des Landes, dass drei weitere Betriebe wegen TBC-Verdachts gesperrt werden mussten. Gleichzeitig konnten aber zwei Sperren aufgehoben werden. Aktuell sind damit im Land acht Betriebe geschlossen, 31 Rinder wurden bisher diagnostisch getötet.

Rotwildfreie Heimbetriebe

„Der vereinbarte 12-Punkte-TBC-Maßnahmenkatalog hat nicht ausreichend gewirkt. Deshalb braucht es eine Novellierung des Jagdgesetzes mit klaren Richtlinien für alle Beteiligten“, sagte dazu Franz Burtscher, Landwirt in Radin. Weiters wird unter anderem eine Reduzierung des Wildbestandes in der Kernzone auf null Prozent und in der Randzone auf mindestens 25 Prozent verlangt. Und die landwirtschaftlichen Heimbetriebe müssten frei von Rotwild sein.

Ebenso verlangen die Landwirte ein Mitspracherecht bei der Festlegung von so genannten Weißzonen und die Einhaltung der Auszahlungstermine durch die Agrarmarkt Austria für erbrachte Leistungen. Sie monierten, dass es statt der Herbstauszahlung nur eine Vorschusszahlung gab, die bei vielen Betrieben jedoch nicht halb so groß gewesen sei wie die übliche Herbstauszahlung. Die Bauern wehren sich auch gegen weitere Kürzungen des Agrarbudgets. 

Ein klares Nein deponierten die Landwirte außerdem zum heftig umstrittenen Freihandelsabkommen TTIPP. Denn: „Wir sind zuständig für die Ernährung und die Landschaftspflege in unserem Land – und nicht die USA.“ 

Dass sie trotz des Fehlens von Rupprechter auf die Straße gingen, begründete Florian Küng gegenüber den VN mit der Feststellung:“Wir wollten ein Zeichen setzen, weil wir mit unseren Belangen von den politisch Verantwortlichen ernst genommen werden möchten.“ Neben Küng, der FPÖ-Kammerrat ist, gehörten Franz Burtscher und der „Bergbauernstammtisch Großes Walsertal“ zu den Veranstaltern. Es hätten Landwirte aller Gruppierungen teilgenommen.