Bessere Versorgung fürs Herz
Kardiologie im LKH Feldkirch bekommt eine zweite Herzkatheteranlage.
feldkirch. Noch immer müssen Patienten für Untersuchungen im Herzkatheterlabor des Landeskrankenhauses Feldkirch mit Wartezeiten zwischen sieben und acht Wochen rechnen, Notfälle ausgenommen. Aber das soll bald der Vergangenheit angehören. Denn ab Sommer 2017 wird eine neue Herzkatheteranlage in Betrieb genommen. Ab 2018, wenn die bestehende Anlage saniert ist, stehen der Kardiologie dann zwei Untersuchungstische zur Verfügung. “Außerdem wird es uns möglich sein, auch komplexere Eingriffe in Feldkirch durchzuführen”, kündigt Primar Matthias Frick einen umfangreichen Ausbau dieser Abteilung an.
Situation entspannt
Rund 2000 Untersuchungen werden alljährlich im Herzkatheterlabor des Landeskrankenhauses Feldkirch durchgeführt, und mehr als 900 Patienten bekommen Stents implantiert, die verengte Gefäße offenhalten sollen. Verschärfte Behandlungsrichtlinien, laut denen Personen mit Durchblutungsstörungen am Herzmuskel innerhalb von 48 Stunden abgeklärt werden müssen, sorgten 2014 für einen Patientenstau im Herzkatheterlabor. Das Spitalsmanagement sah sich gezwungen, einen Kooperationspartner zu suchen, der schließlich im Klinikum Friedrichshafen gefunden wurde. Laut Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) erhielten bis November 2015 insgesamt 269 Patienten das Angebot zur Behandlung in Friedrichshafen, 100 von ihnen haben das Angebot angenommen. “Seit Jänner müssen keine Patienten mehr für diesen Eingriff nach Friedrichshafen geschickt werden”, spricht die KHBG auf VN-Nachfrage von einer deutlichen Entspannung der Situation. Heute würden Patienten lediglich bei speziellen rhythmologischen Fragestellungen nach Friedrichshafen transferiert. Und das auch nur, wenn die Universitätsklinik Innsbruck keine Kapazitäten frei hat.
Ausgewählte Eingriffe
Frick betont, dass die kardiologische Versorgung der Vorarlberger Bevölkerung hohe Priorität genießt. Grund ist die steigende Lebenserwartung und die damit verbundene Zunahme von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diese führen schon jetzt die Liste der häufigsten Todesursachen an. Um vorbereitet zu sein und die aktuelle Versorgung zu optimieren, wird im Rahmen des Neubaus der OP-Spange Süd ein zweites Herzkatheterlabor realisiert. Der Hybrid-OP steht der Kardiologie nach seiner Fertigstellung ebenfalls offen. “Hier werden ausgewählte Eingriffe stattfinden”, erklärt der Leiter der Abteilung. Dazu zählen etwa Kathetereingriffe bei Rhythmusstörungen wie dem Vorhofflimmern. “Die neue Herzkatheteranlage wird es uns auch ermöglichen, Herzklappen über die Leiste zu implantieren”, listet Primar Matthias Frick einen weiteren Vorteil auf, den der Ausbau bringt. Überdies gibt es mehr Kapazitäten für spezielle Schrittmacherimplantationen.
Mehr Personal
Ohne Personalaufstockung geht diese Erweiterung allerdings nicht ab. Derzeit sind im Herzkatheterlabor elf diplomierte Pflegekräfte bzw. zwei Röntgenassistenten sowie acht Ärzte beschäftigt. Für den Betrieb beider Herzkatheteranlagen braucht es zusätzlich eine Arztstelle und drei Pflegestellen.
In einem Herzkatheterlabor werden zum einen akute Notfälle, also Herzinfarkte, behandelt, zum anderen planbare Eingriffe durchgeführt. Das sind Patienten, die der Facharzt überweist, weil Herzbeschwerden oder andere Auffälligkeiten eine Abklärung erfordern. Sie haben noch keinen voll ausgebildeten Herzinfarkt, sind aber in diese Richtung gefährdet.
Es gibt mehr Kapazitäten für Schrittmacherimplantationen.
Matthias Frick