Rund 80 Flüchtlinge zogen um

Vorarlberg / 26.08.2016 • 21:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In den großen Quartieren sind mittlerweile einige Plätze leer. VN/Steurer
In den großen Quartieren sind mittlerweile einige Plätze leer. VN/Steurer

Einige Flüchtlinge zieht es nach Anerkennung in größere Städte. Die Gründe sind vielfältig.

Schwarzach. Rund 3800 Asylwerber leben derzeit in Vorarlberg. Die Zahl ist konstant – einerseits erreichen seit einigen Monaten vergleichsweise wenig Flüchtlinge das Land, andererseits fallen Menschen, die den Asylstatus erhalten, aus der Statistik raus. Sie sind Konventionsflüchtlinge, müssen sich eine eigene Bleibe suchen, dürfen arbeiten und sich in Österreich frei bewegen.

Einige nützen das sofort: Immer wieder kommt es vor, dass Flüchtlinge nach Erhalt des Status in die Städte ziehen. Ziel Nummer eins ist Wien. Offizielle Statistiken gibt es nicht, die Caritas weiß aber von 80 Flüchtlingen, die umgezogen sind. 51 davon nach Wien, erläutert Bernd Klisch, Leiter der Caritas-Flüchtlingshilfe, den VN.

„Interessanterweise geschieht das in Zyklen. Wochenlang gibt es niemanden, und plötzlich ziehen wieder mehrere auf einmal weg“, schildert Klisch. Die Gründe sind vielfältig: Die Menschen haben sich auf der Flucht kennengelernt, Freunde gefunden, die nun woanders untergebracht sind. Familien werden auf der Flucht getrennt, manche Familienmitglieder kommen später nach und leben anschließend in Wien. Zudem ist etwa die syrische Community andernorts ausgeprägter als hier. Außerdem stammen viele Flüchtlinge aus großen Städten, wie Aleppo oder Holms, bevor diese zerstört wurden. Auch deshalb zieht es manche wieder in Städte zurück.

68 Wohnungen vermittelt

Auch der angespannte Vorarlberger Wohnungsmarkt bringt Schutzsuchende dazu, sich anderswo umzusehen. Rund 500 Konventionsflüchtlinge befinden sich laut Auskunft der Caritas im Moment in Quartieren, die eigentlich für Asylwerber vorgesehen sind. Doch die Caritas ist guter Dinge: „Heuer konnten wir bereits 68 Wohnungen an Konventionsflüchtlinge vermitteln“, berichtet Klisch. Die Zahl der angebotenen Wohnungen habe sich nicht verändert, die Hilfsbereitschaft sei weiterhin hoch: „Mit circa 40 weiteren Vermietern verhandeln wir derzeit.“

Asylwerber, deren Schutzansuchen abgelehnt wird, müssen das Land freilich verlassen. Für den Vollzug verantwortlich sind die Regionaldirektionen des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl (BFA). Offizielle Statistiken der einzelnen Regionaldirektionen gibt es aber nicht, das Innenministerium nennt lediglich die österreichweiten Zahlen. Demnach haben bis Ende Juli dieses Jahres 5998 Asylwerber das Land verlassen müssen. Fast zwei Drittel machen das freiwillig (3673 – also 61 Prozent). Bei 2325 Personen (39%) erfolgten „zwangsweise Außerlandesbringungen“, wie ein Sprecher des Innenministeriums auf VN-Anfrage mitteilt.

Laut Statistik des Ministeriums sind in diesem Jahr bis Ende Juli 28.765 Asylanträge in Österreich gestellt worden. Im Vorjahr waren es zu dieser Zeit bereits 37.308. Das ist beinahe jene Anzahl, die nun zur Obergrenze erklärt wurden. Bei 37.500 soll dieses Jahr Schluss sein.

Asyl in Vorarlberg

Stand 16. August 2018

Insgesamt: 3796 Asylwerber

Regionen:

Dornbirn: 492

Feldkirch: 400

Hofsteig: 348

Unterer Walgau: 322

Bregenz: 301

Blumenegg/Großes Walsertal: 274

Montafon: 267

Rheindelta: 263

Lustenau: 191

Rankweil/Vorderland: 182

Kummenberg: 164

Vorderwald: 141

Hohenems: 120

Mittelwald: 106

Hinterwald: 75

Klostertal/Arlberg: 67

Leiblachtal: 58

Rheindelta: 20

Kleinwalsertal: 5

Quelle:
www.handinhandinvorarlberg.at