Die Zahl der Rückkehrer steigt an

31.08.2016 • 17:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach einer langen Flucht und langer Wartezeit im Asylverfahren verlieren manche Flüchtlinge die Hoffnung und kehren zurück. Foto: APA
Nach einer langen Flucht und langer Wartezeit im Asylverfahren verlieren manche Flüchtlinge die Hoffnung und kehren zurück. Foto: APA

54 Asylwerber haben in diesem Jahr über die Caritas Rückkehrhilfe das Land verlassen.

Schwarzach. Wenn sich der Traum eines Neuanfangs nicht erfüllt hat, wenn die Sehnsucht nach der alten Heimat zu groß wird, wenn auch noch etwas passiert, dann gewinnt der Wunsch von Flüchtlingen, in die Heimat zurückzukehren, die Oberhand. Wie zuletzt bei einer siebenköpfigen Familie aus Afghanistan, die im Bregenzerwald untergekommen war. Als ein Elternteil in Afghanistan erkrankte, entschloss sich die Familie zur Rückkehr. In Vorarlberg helfen in solchen Momenten der Verein für Menschenrechte und die Caritas Rückkehrhilfe. Alleine über die Caritas kehrten im Jahr 2015 33 Menschen in ihr Heimatland zurück. Laut Caritas Flüchtlingshilfe waren es in diesem Jahr bereits 54 Menschen. Gunther Grass von der Caritas Rückkehrhilfe fügt an: „Der Trend hält an. Genaues kann man aber noch nicht sagen, da die Situation derzeit sehr dynamisch ist.“

Die Gründe, weshalb Asylwerber in ihre Heimat zurückkehren, seien vielfältig, sagt Grass. Die Entscheidung sei oft mit Problemen und Sorgen um Familienmitglieder verbunden. Im Zuge der aktuellen Flüchtlingssituation seien auch enttäuschte Erwartungen und Unzufriedenheit mit den Bedingungen und langes ungewisses Warten ausschlaggebend. „Die Hauptzielländer für die Rückkehr bei uns sind Irak, Afghanistan und Serbien“, führt Grass aus.

Mehrere Programme

Den typischen Rückkehrer gebe es nicht, schildert der Caritas-Mitarbeiter: „Es informieren sich verstärkt Einzelpersonen. Aber es kommen auch Anfragen von Familien und Jugendlichen.“ Um es Menschen zu erleichtern, in ihrer alten Heimat Fuß zu fassen, laufen verschiedene Programme. So gibt es etwa das Reintegrationsprojekt „Restart“ der Internationalen Organisation für Migration (IOM) und ein Rückkehr- und Reintegrationsprojekt auf europäischer Ebene. Dieses Projekt heißt „Erin“ (European Reintegration Network).

Wer bei Erin einen Platz genehmigt bekommt, erhält neben 500 Euro Starthilfe auch Sachleistungen im Wert von bis zu 3000 Euro. „Diese Hilfe dient als Unterstützung zur Existenzgründung im Heimatland. Zum Beispiel für die Wohnungssuche, bei der Gründung von Kleinunternehmen oder für Aus-
und Weiterbildungsmaßnahmen“, beschreibt Gunther Grass. Erin unterstützt Rückkehrer nach Afghanistan, Irak, Iran, Marokko, Nigeria und Somalia.

Unterstützung des Landes

Anträge auf Rückkehrhilfe, ob die Kosten übernommen werden und ob jemand in ein Reintegrationsprojekt aufgenommen wird, entscheidet das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) nach bestimmten Kriterien. „In Vorarlberg sind wir zudem in der glücklichen Lage, dass wir über ein Landesprojekt verfügen, das zusätzliche Reintegrationsunterstützung ermöglicht. Zielgruppe dieses Projekts sind rückkehrwillige Personen, die zumindest sechs Monate in der Grundversorgung des Landes sind“, schildert Gunther Grass.

Hauptziele für die Rückkehr sind Irak, Afghanistan und Serbien.

Gunther Grass