Im Wechselbad der Gefühle

Vorarlberg / 10.01.2017 • 21:07 Uhr
Im Montafon hofft ein akut an Leukämie erkrankter Familienvater (kleines Bild) auf viele Blutspender.  stip
Im Montafon hofft ein akut an Leukämie erkrankter Familienvater (kleines Bild) auf viele Blutspender.  stip

Leukämiepatientin Eva-Maria Fitz geht es besser. Nun braucht ein Familienvater Hilfe.

Lustenau. Freud und Leid liegen oft nah beieinander. Dieses Wechselbad der Gefühle kennt auch Susanne Marosch, Obfrau des Vereins „Geben für Leben“. Kurz vor Weihnachten kam die erlösende Nachricht, dass für Eva-Maria Fitz der dringend benötigte Stammzellenspender gefunden werden konnte. Die Transplantation verlief erfolgreich. „Eva-Maria befindet sich auf dem Weg der Besserung. Sie hat vor Kurzem schon ihren ersten Spaziergang gemacht“, kann Marosch inzwischen von guten Fortschritten in der Genesung der 34-jährigen Lustenauerin berichten.

Wettlauf gegen die Zeit

Zu Beginn des neuen Jahres dann die nächste Hiobsbotschaft: Im Montafon kämpft ein 32 Jahre alter Familienvater um sein Leben. Wieder ist es ein Wettlauf gegen die Zeit. Deshalb wird für ihn am Samstag, 21. Jänner, im Gemeindesaal von St. Anton im Montafon eine Typisierungsaktion veranstaltet (11 bis 15 Uhr. Trotz aller Tragik, die zuweilen mit ihrer und der Arbeit ihres Teams verbunden ist, bezeichnet Susanne Marosch das Jahr 2016 als das erfolgreichste seit der Gründung des Vereins vor mittlerweile 17 Jahren. „Mit der Unterstützung vieler Menschen konnten wir in den vergangenen zwölf Monaten Enormes bewegen“, resümiert die Obfrau dankbar. So wurden insgesamt 24 Typisierungsaktionen in sechs Bundesländern durchgeführt und ebenso wichtige Weichen für die Zukunft des Vereins gestellt. Dazu zählt die Zuerkennung des österreichischen Spendengütesiegels. Allerdings hat die Sache einen Haken. Seit Jahresbeginn gelten neue Regeln für die Absetzbarkeit von Spenden. „Bei Privatspenden brauchen wir ab sofort zusätzlich den genauen Vor- und Zunamen wie im Reisepass angeführt, die Anschrift und das Geburtsdatum. Diese Daten müssen dann von uns an das Finanzamt übermittelt werden, damit die Spende abgesetzt werden kann“, erklärt Marosch. Die größte Herausforderung besteht aber nach wie vor in der Finanzierung der hohen Typisierungskosten. Allein 2016 waren über 440.000 Euro erforderlich. „Das bereitete uns zwar oft schlaflose Nächte, aber irgendwie ging es immer. Dafür bin ich allen, die dazu beigetragen haben, unendlich dankbar“, sagt Susanne Marosch. Spenden sind weiterhin vonnöten, denn mittlerweile kommen die Hilferufe aus ganz Österreich.

Eigene Datenbank

Nach wie vor befinden sich Daten von Personen, die sich vor dem April 2015 typisieren ließen, in der Wiener Datenbank. Wie berichtet, gründete „Geben für Leben“ eine eigene Datenbank, weil die Qualität der Typisierungen zu wünschen übrigließ. „Damals wurden fast ausschließlich Teiltypisierungen durchgeführt, was die Chance verringert, als Spender in Frage zu kommen“, begründet Marosch den Alleingang und die Zusammenarbeit mit der Knochenmarkspende Bayern. Allerdings besteht weiterhin die Möglichkeit, einen Datentransfer zu veranlassen. Marosch: „Mit der Ermächtigung des Spenders können wir die Daten zurückholen, neu austypisieren und wieder in die weltweite Datenbank einspielen.”

Mit der Unterstützung vieler konnten wir Enormes bewegen.

Susanne Marosch
Im Wechselbad der Gefühle

Geben für Leben 2016

» 24 Typisierungsaktionen in sechs Bundesländern

» 14 Lebensretter gefunden

» 39 Scheckübergaben von Privat- und Firmenaktionen

» 12 Charityveranstaltungen und Benefizkonzerte

» 8806 Neuaufnahmen in die „Geben für Leben“-Datenbank