Das Kreuz mit den alten Altären in Bildstein

Vorarlberg / 26.03.2017 • 19:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Restaurierung der Bildsteiner Wallfahrtskirche läuft auf Hochtouren. Fotos: VN/STeurer
Die Restaurierung der Bildsteiner Wallfahrtskirche läuft auf Hochtouren. Fotos: VN/STeurer

Die Restaurierungsarbeiten in der Bildsteiner Kirche sind in vollem Gange.

Bildstein. Man kann sich kaum noch vorstellen, wie sie einmal war, und noch weniger, wie sie einmal werden soll: Die Bildsteiner Wallfahrtskirche ist eine ausgeräumte riesige Höhle. Am Boden befinden sich Holzlatten, welche verschiedene Flächen voneinander abgrenzen, an den Wänden dominiert grau-weißes Nichts, dort, wo sich noch vor Kurzem Bilder, sakrale Objekte und verschiedene Darstellungen befanden.

Im kahlen Raum machen sich zwei Bauarbeiter am Boden zu schaffen. Mitten drin steht Bauleiter Elmar Gmeiner (62). „Es geht alles nach Plan“, sagt er und erklärt: „Wir sind jetzt dran, den alten Verputz abzutragen. Der war so trocken, dass er keinen Feuchtigkeitsaustausch mehr zuließ. Daher kam es zu einigen Spannungsrissen.“ Gmeiner zeigt auf einige vernarbte Stellen in der nackten Wand. Der neue Verputz wird doppelt als Grund- und Feinputz aufgetragen, gleich drei Mal werden die Flächen anschließend gestrichen.

Bodenheizung, ja oder nein?

Parallel zum Verputzen und Malen wird in den Gängen der Estrich für den neuen Boden gelegt und die Bodenheizung installiert. Wobei sich Gmeiner gegen den Begriff „Bodenheizung“ wehrt. „Das ist auch keine Bodenheizung in dem Sinn, dass die Kirchenbesucher einen warmen Boden spüren. Es ist dies eine Vorrichtung, um die Temperatur konstant zu halten – mit dem ausschließlichen Zweck, den Innenraum mit der kostbaren Decke vor Schäden zu schützen“, betont Gmeiner.

Stichwort Decke und Dach: Die Dachkonstruktion wird derzeit ebenfalls erneuert. Eine Maßnahme, die auch bei den Kritikern der Restaurierung nach vorliegendem Konzept unumstritten ist.

Teure Altäre

Heiß umstritten waren die drei Volksaltäre, allesamt Leihgaben aus Vandans, die nach heftigen Protesten der Restaurierungsgegner nun doch gemäß Vertrag in Bildstein bleiben. Doch genau diese Altäre sorgen weiterhin für Kopfzerbrechen bei den Renovierern.

„Das Problem wurde für uns offensichtlich, als wir die Objekte aus der Kirche schafften. Die Altäre sind so fragil, dass es schwierig war, sie halbwegs unversehrt hinauszubringen. Und es wird schwer, sie wieder in halbwegs akzeptablem Zustand hineinzubringen“, erklärt Gmeiner die Situation. Klar ist: Transporte und Restaurierung der Altäre kosten um einiges mehr Geld als im Gesamtbudget vorgesehen. Statt den vorgesehenen 13.000 Euro könnte die ganze Sache 60.000 Euro kosten. Gespräche mit dem Finanzkämmerer der Diözese hat es schon gegeben. Warum die Altäre in  solch schlechtem Zustand sind? „Weil die dafür verwendeten Materialien alles andere als hochwertig sind“, weiß Elmar Gmeiner.

Bis Weihnachten fertig

Der Zeitplan für die verbleibenden Monate der Restaurierung steht. „Nach den Verputz- und Malarbeiten bzw. dem Einbau der Böden sind die Restaurateure am Zug. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Decke mit all den Bildern.“ Im August soll laut Gmeiner mit dem Innenausbau begonnen werden. Zufrieden mit dem Verlauf der Restaurierung zeigt sich auch Pfarrer Paul Burtscher (62). „Es läuft alles so, wie es soll. Die Vorfreude auf das, was am Ende da sein wird, steigt.“

Ziel ist es, die frisch renovierte Bildsteiner Wallfahrtskirche noch vor Weihnachten 2017 einweihen zu können.

Der Begriff Bodenheizung trifft hier nicht zu. Es geht um die Schaffung eines notwendigen Raumklimas.

Elmar Gmeiner