Warth will den direkten Anschluss

Vorarlberg / 28.03.2017 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Spatenstich für Dorfbahn könnte noch heuer erfolgen, gebrauchte Anlage aus Pettneu steht zum Abriss bereit.

Warth. (VN-ger) Das Projekt ist grundsätzlich nicht neu. Vor über 20 Jahren gab es bereits Pläne, eine Zubringerbahn vom Warther Ortszentrum ins Skigebiet zu errichten. Die im Jahr 1996 ausgestellte Bewilligung nach dem Gesetz für Naturschutz und Landschaftsentwicklung ist in der Zwischenzeit allerdings erloschen. Nun nehmen die Skilifte Warth einen neuen Anlauf. Fest steht bereits: Eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) ist laut dem aktuellen Feststellungsbescheid des Landes nicht nötig.

Zum Einsatz kommen soll eine gebrauchte Anlage aus Pettneu am Arlberg. Die knapp 470 Meter lange 8er-Kabinenbahn wurde 2007 errichtet, nach einem Konkurs 2010 stillgelegt und Anfang 2014 für eine letzte Saison nochmals in Betrieb genommen. In Warth wird die ehemalige Lavenarbahn womöglich schon kommenden Winter wieder Fahrt aufnehmen. Der Fahrplan sei zwar „sehr eng“, sagt Günter Oberhauser, Geschäftsführer der Skilifte Warth. „Wir haben noch das Natur- und Landschaftsschutz-, das Konzessions- und Bauverfahren am Laufen. Aber wenn alles gut läuft, dann schaffen wir es heuer noch.“

3,5 Millionen Euro

Die Skilifte Warth investieren in die Dorfbahn knapp 3,5 Millionen Euro. Um die Bauarbeiten zu erleichtern, wird für den Bau der Talstation das ehemalige Raiffeisenbank-Gebäude abgerissen – in naher Zukunft soll an dieser Stelle das Hotel Biberkopf entstehen. Derzeit ist das Skigebiet Warth-Schröcken über die Steffisalpbahn am Ortsrand von Warth sowie über die Jägeralpbahn und die Saloberbahn zwischen Warth und Schröcken erreichbar. Mit der Dorfbahn wird eine direkte Verbindung vom Zentrum geschaffen. Die Gäste brauchen laut Oberhauser kein Auto und keinen Bus mehr, um auf die Pisten zu gelangen. „Und das Gelände ist insbesondere für Anfänger und Skischulgruppen nicht uninteressant“, erläutert er.

Zusammenrechnen oder nicht

Naturschutzanwältin Katharina Lins vermisst beim Projekt Dorfbahn die Zusammenrechnung mit anderen Projekten, die in den vergangenen Jahren im Skigebiet bewilligt wurden. Es entspräche nicht der Intention des UVP-Gesetzes, wenn durch beliebiges Aufteilen dieser Baumaßnahmen in einzelne Projekte niemals eine UVP durchgeführt werden muss, kritisiert sie in einer Stellungnahme. Die UVP-Behörde sieht das anders. Sie konnte keine Umgehungsabsicht bzw. eine Splittung von Projekten in der Absicht, die Durchführung einer UVP zu vermeiden, erkennen.