Frostgipfel und die neue Angst

24.04.2017 • 18:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erfrorene Obstblüten. Davon haben die Landwirte die Nase voll. Foto: VN/Steurer
Erfrorene Obstblüten. Davon haben die Landwirte die Nase voll. Foto: VN/Steurer

Endgültige Schadensbilanz verschoben, weil diese Woche weitere Frostschäden drohen.

Schwarzach. Fix beschlossen wurde beim gestrigen Frostgipfel nach den schweren Schäden im Obst- und Gemüsebau im Land nur eines: Es wird in einer Woche einen weiteren Gipfel mit Analysen und der Erörterung von Unterstützungsmöglichkeiten für die Betroffenen geben. Aus gutem Grund: Ab Mittwoch kündigt sich erneut ein empfindlicher Kaltwettereinbruch an, wieder kann es frostig werden, die Gefahr für das, was die letztwöchigen Frostnächte überlebt hat, ist noch nicht gebannt.

Wie versichert?

„Eine Momentaufnahme der vorliegenden Schäden haben wir natürlich trotzdem vorgenommen“, berichtet Landesrat Erich Schwärzler (64), der das Krisengespräch leitete, an dem Vertreter der Landwirtschaftsabteilung, der Landwirtschaftskammer sowie Vertreter der betroffenen Landwirte teilnahmen.

„Einige Punkte konnten wir dennoch bereits besprechen“, betont Schwärzler. Unter anderem wurde ein Fahrplan darüber erstellt, wie man die Versicherungssituation jedes Betroffenen klärt und wie die Schadensbemessung zu erfolgen habe.

Schwärzler betonte, er sei in Kontakt mit dem Landwirtschaftsminister, um zu klären, ob und in welcher Weise der Katastrophenfonds des Bundes die geschädigten Bauern unterstützen kann. Grundsätzlich gilt: Ist jemand versichert, dann zahlt der Katastrophenfonds nicht. „Doch die Versicherungssituation ist nicht überall so klar festzustellen“, betont der Landesrat.

Kostbares Wasser

Erörtert wurden im rund einstündigen Gespräch die Möglichkeiten, wie sich die Obst- und Gemüsebauern künftig auf Naturereignisse dieser Art einstellen können. Dabei ging es um technische Ausstattungen, wie zum Beispiel Frostberegnungen. Dabei stellte der Landesrat klar, dass die Bereitstellung von Wasser für solche Anlagen kein Thema sein dürfe. „Das Wasser ist im Obstanbau so wichtig wie für die Feuerwehr.“ Im Gespräch ging es aber auch darum, welche Schutzmaßnahmen man etwa für Erdbeeren in Erwägung ziehen kann und was es neben Vlies und Folien womöglich noch gibt. Investitionsförderungen für die Zukunft bildeten ein weiteres Thema.

Mit den Erfahrungen der Kollegen aus anderen Bundesländern im Extremwetterfall befasst sich LK-Obstbaureferent Ulrich Höfert (54). „Wir haben uns schon im Vorfeld der zu erwartenden Ereignisse über Möglichkeiten im Umgang mit Frost erkundigt“, berichtet Höfert. In der Steiermark kämpfen viele Landwirte das zweite Jahr nacheinander gegen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt inmitten blühender Obstkulturen.

Das zweite Mal nacheinander müssen wohl auch die Vorarlberger Landwirte gegen den Frost kämpfen. Ein Blick auf die Wetterkarte zeigt: Nach dem Frost ist vor dem Frost. Vor allem in der Nacht von Freitag auf Samstag droht wieder Gefahr.

Ich bin wegen Unterstützungen auch mit dem Minister in Kontakt.

Erich Schwärzler