Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Gegen das Wegwerfen

Vorarlberg / 16.01.2018 • 20:01 Uhr

Nichts läge dem einfachen Bürger ferner, als sich in staatstragende Dinge einzumischen. Wenn er andererseits so herzerweichend darum gebeten wird, sein Land mitzugestalten, bitteschön, dann sieht er sich eben um, und findet, dass die Schweden vor zwei Jahren eine ziemliche coole Idee hatten. Sie senkten die Mehrwertssteuer auf Reparaturen.

Das Fahrrad hat einen Platten und der Sattel einen Riss? Das Sakko ziert ein Loch und die Schuhe sind schon abgelaufen? Dann kauft man eben etwas Neues, denn reparieren lohnt sich nicht. Lohnt sich doch, fanden die Schweden, weil die Reparatur nämlich die Umwelt schont und den Arbeitsmarkt belebt.

Die Idee, etwas Ramponiertes wieder ganz zu machen, kann noch etwas: Sie lehrt uns wieder die Beziehung zu den Dingen, die alle eine Geschichte haben. Gut, die billigen Einwegprodukte vielleicht nicht. Aber die hätten in einer Welt, die den Dingen wieder Beachtung schenkt, ohnedies schlechte Karten. Wär‘ das ein Segen!

Thomas Matt

redaktion@vn.at