„Umsetzen, was versprochen wurde“

03.05.2018 • 16:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Land übernimmt Kosten für Ausbildung von Kinderonkologen an der Uni Innsbruck.

dornbirn Die Ankündigung der Ärztekammer, der Kinderonkologin im Krankenhaus Dornbirn aufgrund fehlender Ausbildungszeiten keine Zulassung für das Additivfach erteilen zu können (die VN berichteten), schlägt hohe Wellen. Die Stadt Dornbirn spricht von einem äußerst bedauernswerten Rückschlag, und Gesundheitslandesrat Christian Bernhard betonte einmal mehr, dass intensiv an Lösungsmöglichkeiten gearbeitet werde. Das Land habe in den vergangenen Wochen jedenfalls seine Hausaufgaben gemacht.

Zusätzliche Ausbildungsstellen

Als wesentlich für den Fortbestand der ärztlichen Expertise in Dornbirn bezeichnet Bernhard die Organisation zur Anerkennung des Kooperationsmodells zur Ausbildung von Kinderärzten mit dem Zusatzfach Kinderonkologie mit der Österreichischen Ärztekammer und dem Gesundheitsministerium. Auch die Übernahme der Kosten für die Ausbildung von Kinderonkologen an der Universität Innsbruck durch den Landesgesundheitsfonds ist laut Christian Bernhard sichergestellt. Zusätzlich fließen, wie ebenfalls berichtet, 300.000 Euro jährlich aus dem Landesgesundheitsfonds zweckgebunden für den kinderonkologischen Schwerpunkt an das Krankenhaus Dornbirn. Weiters wird beim Gesundheitsministerium ausgelotet, ob eine Anerkennung des Zusatzfaches für Kinderonkologie von zwei Kinderärzten des Stadtspitals möglich ist. Ebenso laufen Abklärungen zur Installierung von zwei zusätzlichen Kinderarzt-Ausbildungsstellen.

Als wichtigen und sehr konkreten Schritt bezeichnet Bernhard die Einrichtung eines Patientenbetreuers, der den Familien vor allem in organisatorischer Hinsicht zur Seite stehen soll. „Stadt und Land werden sich auch weiterhin intensiv darum bemühen, dass die medizinische und pflegerische Kompetenz erhalten bleibt und, so Ärzte gefunden werden, hoffentlich sogar noch ausgebaut werden kann“, schließt der Gesundheitslandesrat seine Ausführungen. Weniger optimistisch gibt sich die Stadt Dornbirn. Man sei seit mehr als drei Jahren bemüht, Fachärzte in diesem Bereich zu finden. Die hochspezifizierte Ausbildung sowie die österreichweit geringe Anzahl mache es jedoch für einen Einzugsbereich wie das Land Vorarlberg sehr schwierig.

Zurückgewiesen wird der Vorwurf, wonach sich die Stadt nicht frühzeitig um eine entsprechende personelle Ausstattung gekümmert habe. Dornbirner Fachärzte, die nach Innsbruck und Wien zur Ausbildung entsandt wurden, sind demnach an diesen Spezialkliniken geblieben. Bezüglich Rekrutierung liegt der Fokus jetzt auf der direkten Ansprache möglicher Kandidaten und den Netzwerken der in Dornbirn tätigen Ärzte. 

Während Land und Stadt um Information und Beruhigung bemüht sind, schießen Grüne und Freiheitliche scharf. So fordert der grüne Gesundheitssprecher Christoph Metzler die Stadt auf, die Ärmel hochzukrempeln und das bisherige Behandlungsausmaß in Dornbirn sicherzustellen. Christoph Waibel (FPÖ) fordert Landeshauptmann Markus Wallner auf, sich persönliche für den Erhalt der kinderonkologischen Betreuung einzusetzen.

Der Landeshauptmann selbst betont im VN-Gespräch den klaren Auftrag, umzusetzen, was versprochen wurde. „Wir dürfen nicht nachlassen, die Eltern bestmöglich zu unterstützen.“ Als Chance für die Zukunft, was die Ausbildung von Kinderonkologen betrifft, sieht Wallner den Kooperationsvertrag mit der Uniklinik Innsbruck. Gleichzeitig müsse weiter im Land aktiv nach Personal gesucht werden. „Aber das ist Aufgabe des Trägers“, stellt er klar. Vorrangiges Ziel sei nach wie vor, ein möglichst hohes Maß an kinderonkologischer Betreuung in Dornbirn sicherzustellen. Nach deren Kritik an ihm will Wallner auch das Gespräch mit den Eltern suchen.

„Wir dürfen nicht nachlassen, die Eltern bestmöglich zu unterstützen.“