Neues Antlitz für Fachhochschule

06.05.2018 • 18:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die alte Textilschule (Gebäude links unten) platzt aus allen Nähten, auch die Fenster sind undicht. VN/Steurer
Die alte Textilschule (Gebäude links unten) platzt aus allen Nähten, auch die Fenster sind undicht. VN/Steurer

FH wird um 47 Millionen Euro saniert und ausgebaut.

Dornbirn Die ehemalige Textilschule in Dornbirn ist zwar alt und längst keine Textilschule mehr, ein Hort des Wissens ist sie aber geblieben. In den 1960er-Jahren vom Bund gebaut, logieren mittlerweile Teile der Fachhochschule Vorarlberg in den Gemäuern an der Achstraße. Auch der Besitzer hat gewechselt, 2016 verschenkte die Stadt das Haus an das Land. Mittlerweile befindet sich das Gebäude in einem jämmerlichen Zustand; zumindest verwendet FH-Direktorin Tanja Eiselen diese Beschreibung, wenn sie darüber spricht.

„Es ist ein Schandfleck, die Fenster sind undicht. Aber zumindest ist es nicht einsturzgefährdet, die Baufälligkeit wurde geprüft“, sagt Eiselen. Dem Land ist der Zustand wohl bekannt. Das Gebäude an der Achstraße soll um 17,6 Millionen Euro saniert werden. Allerdings erst ab 2022 oder 2023, denn die Sanierung ist der dritte Teil eines Pakets mit drei Bauetappen, die dem Land insgesamt 47,3 Millionen Euro wert sind. Kürzlich hat die Regierung einen entsprechenden Grundsatzbeschluss gefasst, wie Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) auf VN-Anfrage bestätigt.

Die ersten 600.000 Euro sind bereits heuer budgetiert. Dieser Betrag fließt hauptsächlich in Planungsarbeiten. 2019 werden 3,9 Millionen Euro in die Hand genommen und im Jahr darauf acht Millionen Euro. Anschließend jedes Jahr bis 2025 weitere sieben Millionen. In den ersten zwei Bauetappen soll mehr Platz geschaffen werden. Viel freie Fläche um die Fachhochschule herum existiert aber nicht mehr, also wird das Gebäude höher. „Wie überall im Land geht es auch bei der Fachhochschule um Verdichtung“, betont Wallner.

Höhere Kapazität

So wird die Kapazität gesteigert, was nicht zu früh geschieht. Schließlich wurde das Gebäude einst für 1000 Studenten geplant, wie Direktorin Eiselen erläutert. „Mittlerweile studieren 1300 Menschen an der FH.“ Vor allem an Wochenenden, wenn die berufsbegleitenden Studenten an der Reihe sind, sei der Platz sehr begrenzt. Diese stellen immerhin fast die Hälfte aller FH-Studenten. Die Zahl soll weiter steigen. Im Herbst startet der erste Pflegelehrgang mit 25 Personen. Dazu wird ein zusätzliches Informatikstudium geplant, das 2019 beginnen soll. Landeshauptmann Wallner plant: „Wir werden die Kapazität kurzfristig auf 1500 erhöhen, im Endausbau sollen 1700 Studenten Platz finden. Wir sprechen hier von einer echten Großinvestition.“ Auch die Labors werden um 870 Quadratmeter auf 5200 Quadratmeter erweitert.

Innovationsvision

Die Vision sieht nicht nur eine große FH vor, sondern ein echtes Innovationszentrum mit der alten Postgarage, dem Campus V und neuen Start-ups auf der andern Seite der Dornbirner Ache. Als kürzlich im Campus V die digitale Agenda präsentiert wurde, ließ Prisma-Chef Bernhard Ölz wissen, dass Wallner ihm eine Brücke als Verbindung zwischen FH und Campus V versprochen habe. Stimmt das? „Wenn es nach mir geht, kommt die Brücke“, sagt der Landeshauptmann. In den 47,3 Millionen Euro ist sie allerdings noch nicht enthalten.