Unsere Viertklässler sind plötzlich Spitzenrechner

Vorarlberg / 23.02.2019 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Da kommt Freude auf.  Die Vorarlberger Schüler schnitten bei den Bildungsstandardtests hervorragend ab.
Da kommt Freude auf. Die Vorarlberger Schüler schnitten bei den Bildungsstandardtests hervorragend ab.

Bildungsstandardtest Mathematik vierte Klasse Volksschule. Vorarlberger Kids zählen zu den Besten Österreichs

Bregenz, Wien Nach so vielen Negativerlebnissen bei diversen Kompetenztests tun diese Neuigkeiten gut: Bei den im Mai 2018 durchgeführten Bildungsstandardtests im Fach Mathematik erreichten Vorarlbergs Schülerinnen und Schüler der vierten Volksschulklassen ein Spitzenergebnis. Im Vergleich zu den Leistungen der im Jahr 2013 getesteten Altersgenossen machten die Schüler des Jahres 2018 einen Quantensprung. 85 Prozent der insgesamt 3710 getesteten Kindern aus 163 Volksschulen erreichten die Bildungsstandards. Von diesen 85 Prozent übertrafen 17 Prozent die geforderten Leistungen. Diese dürfen sich Spitzenschüler nennen. Zehn Prozent erreichten die Ziele teilweise, fünf Prozent nicht.

Zum Vergleich: Im Jahr 2013 bestanden nur 63 Prozent den Kompetenztest vollumfänglich, nur acht Prozent schnitten überdurchschnittlich ab. 14 Prozent der Kinder scheiterten an den gesetzten Vorgaben, 15 Prozent erreichten die Ziele nur teilweise. Mit dem aktuellen Ergebnis gelang den Vorarlberger Schülern die stärkste Verbesserung aller Bundesländer im Vergleich mit 2013.

Bildungshintergrund spaltet

Verbessert haben sich die Schüler bundesweit. 73.800 Kinder nahmen insgesamt an den Tests teil. Auffallend: Die Burschen schnitten mit 562 Punkten erneut deutlich besser ab als die Mädchen (540 Punkte). Minimal gesunken sind die Unterschiede zwischen den Schülern ohne bzw. mit Migrationshintergrund. Dieser betrug bei den Tests des Vorjahres 61 Punkte, 2013 waren es noch 64 Zähler.

Deutlicher sind hingegen die Ergebnisdifferenzen nach dem Bildungshintergrund der Eltern. Kinder, deren Eltern höchstens einen Pflichtschulabschluss aufweisen (477 Punkte) trennen in Mathematik im Schnitt 119 Punkte von Kindern aus Akademikerhaushalten (596 Punkte).

Engstler ist glücklich

Dass Vorarlberg beim aktuellen Bildungsstandardtest als großer Gewinner dasteht, löst bei den Verantwortlichen in der heimischen Schulszene riesige Freude aus. „Ich freue mich wirklich sehr über dieses Ergebnis. Wenn man, so wie ich, immer wieder als Verlierer bei diversen Kompetenzüberprüfungen nach Erklärungen für das bescheidene Abschneiden suchen musste, dann ist die gegenteilige Erfahrung etwas besonders Schönes“, brachte Landespflichtschulinspektorin Karin Engstler (61) ihre Genugtuung zum Ausdruck. Wie dieses tolle Ergebnis zu erklären ist? „Wir haben uns in allen Bereichen sehr bemüht, besser zu werden. Das fing mit den verpflichtenden Fortbildungskursen an der Pädagogischen Hochschule an und ging bis zur eindringlichen Bewusstseinsmachung in den Konferenzzimmern, dass diese Kompetenzüberprüfungen wichtig sind“, nennt Engstler als Gründe für die eklatante Verbesserung der Vorarlberger Schüler.

Ich freue mich. Wir haben uns in allen Bereichen bemüht, besser zu werden.

Karin Engstler, Landespflichtschulinspektorin

Lob von Schöbi-Fink

Ähnlich groß ist die Freude bei Schullandesrätin Barbara Schöbi- Fink (58, ÖVP): „Dies ist ein Erfolg der heimischen Schulen mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen, welche wichtige und professionelle Arbeit leisten“, kommentierte Schöbi-Fink das Abschneiden der Vorarlberger Schüler bei den Bildungsstandardtests. In das Lob schließt die Landesrätin auch die Schulaufsicht und die Pädagogische Hochschule mit ein. „Es wurde in diesen Bereichen immerzu an der Weiterentwicklung des Unterrichts gearbeitet, um die Kinder mit bestmöglichem und engagierten Einsatz zu fordern und zu fördern“, so Schöbi-Fink. Die tollen Ergebnisse würden klar aufzeigen, dass sich die engagierte Arbeit in den Schulen auszahlt und auch die zusätzlichen Mittel aus dem Volksschulpaket würden wirken, ist Schöbi-Fink überzeugt.