BRG Schoren beklagt Ungleichbehandlung

Vorarlberg / 28.02.2019 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Schoren sind schon seit Jahren mehrere Schulklassen in zugigen Containern untergebracht.
Im Schoren sind schon seit Jahren mehrere Schulklassen in zugigen Containern untergebracht.

Direktor Reinhard Sepp: Cluster-Ablehnung des Sportgymnasiums verlängert eigene Raumnöte.

Dornbirn Anlässlich seines Vorarlberg-Besuches wurde Bildungsminister Heinz Faßmann (63) auch mit den Standortproblemen des BRG/BORG Schoren Dornbirn und des Sportgymnasiums vertraut gemacht, die VN berichteten. Der Minister teilte mit, er wolle die Wünsche der beiden höheren Schulen eingehend prüfen und auch auf Grundlage wirtschaftlicher Überlegungen bald eine Entscheidung treffen.

Nein zum Cluster

Was die beiden Schulen wollen, liegt auf der Hand. Der Schoren möchte einen Zubau bzw. eine Aufstockung für acht Klassen. Das Sportgymnasium will einen Neubau seiner Schule im Areal der HTL. Vom Landesschulrat wurde eine Clusterlösung zwischen Schoren und Sportgymnasium angedacht. Würde bedeuten: Die acht Klassen des BRG quartieren sich im neuen Gebäude ein, die verwaltungsmäßige Oberhoheit über beide Schulen übernimmt der Schoren.

Auch wir haben große Raumnot und wünschen uns eine rasche Lösung unserer Probleme

Reinhard Sepp, Direktor BRG Schoren Dornbirn

„Würde bedeuten“ heißt mittlerweile bereits „hätte bedeutet“. Denn: Das Lehrerkollegium des Sportgymnasiums hat sich bereits einstimmig gegen eine Clusterlösung mit den Schoren ausgesprochen. Und wenn das Kollegium einer Schule keinen Cluster mit einer anderen Schule will, dann kann auch keiner gebildet werden.

Ja zu Campus mit HTL

„Vorstellbar ist für uns eine Campusregelung mit der HTL Dornbirn“, erklärt Sportgymnasiums-Direktor Josef Spiegel (62). „Die HTL und wir könnten sich etwa Veranstaltungsräumlichkeit und Mensa teilen, sind organisatorisch und räumlich jedoch zwei eigenständige Schulen“, ergänzt Spiegel.

Im Sportgymnasium gab es sogar schon Proteste gegen den Lärm während der Bauarbeiten im Messeareal.
Im Sportgymnasium gab es sogar schon Proteste gegen den Lärm während der Bauarbeiten im Messeareal.

Das Sportgymnasium erhält prominente Unterstützung für einen Neubau. Zu diesen Unterstützern gehört unter anderem auch der Hohenemser Bürgermeister und FPÖ-Sportsprecher im Landtag Dieter Egger (50). Wie auch ÖVP-Klubobmann Roland Frühstück fordert Egger eine rasche Umsetzung des Baus der Schule. Diese müsse zudem mit einer Bewegungshalle ausgestattet sein, verlangt Egger.

Hilferuf vom Schoren

Über mangelnde Unterstützung beklagt sich hingegen Schoren-Direktor Reinhard Sepp (55). „Mir scheint, dass hier alle nur vom Sportgymnasium und dessen Bedürfnisse reden. Aber auch wir haben eine große Raumnot und wünschen uns eine rasche Lösung unserer Probleme. Dass das Sportgymnasium eine Clusterlösung mit uns glatt ablehnt, wird unsere Raumnot verlängern. Man sagte uns nämlich, dass im Falle einer Zustimmung zum Cluster viel schneller Baumaßnahmen gesetzt würden“, argumentiert Sepp. Nachsatz: „Natürlich wäre auch uns eine eigenständige Lösung ohne Cluster am liebsten. Aber wenn’s nur so geht, dann würden wir uns nicht verweigern.“

Kollege Josef Spiegel hat für die Sorgen seines Kollegen überschaubar viel übrig. „Ich muss auf uns schauen. Es möchte sich niemand von uns in einen Cluster drängen lassen. “ Freilich rechnet Spiegel damit, dass der Bund dann auch keine Bewegungshalle für das Sportgymnasium finanziert. In dem Fall sähe der Direktor das Land als Option.