In Lustenau wird lange gefackelt

15.03.2019 • 18:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marco Hollenstein, Christian Fetz, Sebastian Hagen und Ralph Breiner (v.l.): Heute wird der Riesenfunken brennen. VN/Paulitsch
Marco Hollenstein, Christian Fetz, Sebastian Hagen und Ralph Breiner (v.l.): Heute wird der Riesenfunken brennen. VN/Paulitsch

Hofstalder Funkenzünftler sind bereit für Rekordfunken. Massenansturm erwartet.

LUSTENAU Im provisorischen Unterstand ist viel los und die Stimmung ausgezeichnet. Es gibt Bier und frische Käsfladen. Ein Dutzend Männer der Funkenzunft Hofstalden hat sich versammelt und wirft stolze Blicke auf die überdimensionale Funkenkonstruktion, der nur noch die Spitze und die Hexe fehlen. Man genießt die Gemeinschaft in vollen Zügen. „Die letzten Wochen mit den zahlreichen Widerständen und endlosen Diskussionen haben uns noch stärker zusammengeschweißt“, beschreibt Funkenzunft-Obmann Marco Hollenstein (33) die Gefühlslage.

„Unlängst wurde noch das Gerücht gestreut, wir würden beim Funken 20 Euro Eintritt verlangen. Daraufhin wurden wir von vielen blöd angeredet. Um das noch einmal klarzustellen: Der Funkenbesuch ist natürlich gratis“, macht Ralph Breiner (32) deutlich.

Fundament aus Beton

Breiner gehört zu jenem Quartett der Zunft, das die Hauptverantwortung für den Weltrekordfunken trägt. „Ich war für die Organisation und die Abläufe zuständig. Beim Bau würde man das als Polier bezeichnen.“

Den vielleicht wichtigsten Job in der Vorbereitung hatte Christian Fetz. Der 39-jährige ist Statiker und Bauingenieur im Hauptberuf. Sein Wissen wurde dringend benötigt. „Am wichtigsten war das Fundament. Wir mussten pilotieren und mehrere Tannenstämme in den Boden rammen. Danach errichteten wir ein Betonfundament. Ohne dieses starke Fundament hätten wir den Funken nicht bauen können.“ Freilich gehörte zur Stabilität des fast 60 Meter hohen, dem Feuer geweihten Bauwerks auch die Stabilisierung durch Spannseile. „Der Funken muss ja auch einen Sturm überstehen“, erklärt Fetz.

Mitwirkung

Sebastian Hagen (32), bei seinem Arbeitgeber für Einkauf und Arbeitsvorbereitung zuständig, brachte seine Fähigkeiten ebenfalls in die Vorbereitung für den Funken ein.

15.000 Euro Kosten

„Ich habe Sponsoren besorgt. Leicht war das anfangs nicht, weil sich niemand so wirklich vorstellen konnte, was das wird.“ Die große mediale Aufmerksamkeit im Vorfeld des großen Ereignisses habe ihm die Arbeit leichter gemacht. „Es war danach eindeutig leichter, Geld aufzutreiben“, grinst Hagen. Der Rekordfunken kostet die Veranstalter insgesamt 15.000 Euro.

Die Fäden aller Aktivitäten laufen bei Obmann Marco Hollenstein zusammen. Er habe viel gelernt in den vergangenen Wochen. „Dass ich zum Beispiel immer freundlich bleibe, wenn es Kritik gibt. Dass man die Ruhe bewahren soll und sich die Freude nicht verderben lassen darf.“ Er habe schon mit der einen oder anderen Diskussion gerechnet, „aber niemals mit einer solchen Hysterie“.

140 Helfer im Einsatz

Ungefähr 300 Stunden hat jeder des Quartetts seit dem vergangenem August in die Vorbereitung des Rekordfunkens gesteckt. „Wir waren permanent dran. Jetzt ist es endlich so weit“, sagt Hollenstein auch mit einem Anflug von Erleichterung. Organisatorisch glauben sich die Hofstalder gut gewappnet. Vor allem für das leibliche Wohl sei ausreichend gesorgt. „Wir haben eine Gastro-Meile mit zahlreichen Ständen und 25 Grills in einer Reihe“, verrät Fetz. Insgesamt 140 Helfer werden im Einsatz sein.

Im Einsatz sind heute auch zahlreiche Medienvertreter aus dem Ausland. In der Schweiz wird über den Funken genauso diskutiert wie in der deutschen Grenzregion. Hollenstein: „Sogar aus Berlin haben sich Medienschaffende angesagt.“

„Ich habe in den letzten Wochen gelernt, dass man immer freundlich bleiben soll.“

FUNKEN LUSTENAU

Veranstaltungsort: Glaserweg nahe des Millenniumkreisverkehrs

Bewirtung von 12 bis 24 Uhr

12 Uhr Hexe wird zum Funkenplatz gebracht

14 Uhr Kinderfunken

16 Uhr offizielle Messung für den Weltrekordversuch

20 Uhr Funkenabbrennen