6,3-Millionen-Euro-Kindergarten in Bregenz vor Baustart

Vorarlberg / 11.04.2019 • 11:00 Uhr
6,3-Millionen-Euro-Kindergarten in Bregenz vor Baustart
Die Bagger bereiten die Baustelle für den neuen Kindergarten vor. fst

Spatenstich für Kindergarten St. Gebhard erfolgt nach Ostern.

Bregenz Zu Beginn des Kindergartenjahres im September mussten die Kinder des Kindergartens St. Gebhard in Ersatzräumlichkeiten in der Mittelschule Rieden übersiedeln, denn in St. Gebhard rückten Bagger an, um den alten Kindergarten abzureißen und Platz für den geplanten Neubau zu schaffen.

Um den Kindern auch während der Errichtung des Neubaus einen störungsfreien Spiel- und Lernort zu bieten, wurden die Räumlichkeiten, die zuvor der Volksschule Schendlingen als Ausweichräume zur Verfügung standen, gewählt, denn damit war eine flexible Umgestaltung der notwendigen Spiel-, Außen- und Bewegungsräume ohne große Umbaumaßnahmen möglich. Außerdem konnten alle fünf Gruppen des Kindergartens an einem Standort untergebracht werden.

Angebot großzügig erweitert

Der Neubau des Kindergartens St. Gebhard sieht eine Vergrößerung und eine Erweiterung des Gruppenangebots wie Ganztagsbetreuung, Mittagsverpflegung und Integration vor. Der Kindergarten St. Gebhard wird nach aktuellen pädagogischen Grundsätzen und Qualitätsstandards geplant und errichtet. Er soll sowohl Differenzierung in der Bildungs- und Erziehungsarbeit mit Kindern ermöglichen, als auch einen gesunden und attraktiven Arbeitsplatz für das pädagogische Personal bieten.

Raum für Sprachtherapie

Neben sechs Gruppenräumen mit jeweils 60 m2 Fläche, zu denen immer ein Ausweich- und Abstellraum, ein Balkon und ein WC gehören, umfasst das geplante Gebäude auch noch einen 112 m2 großen Bewegungsraum für die Kinder, einen Multifunktionsraum, Garderobenräume etc. Dazu kommen Büro- und Besprechungsräume, ein behindertengerechtes Personal-WC sowie ein Raum für Sprachtherapie. Parterre und Obergeschoß werden behindertengerecht durch einen Lift erschlossen. Der bestehende geschützte Innenhof bleibt als Spielfläche erhalten.

Alles in allem sehen die Pläne eine Bruttogeschoßfläche von 1935 m2 und eine Gebäudekubatur von 8268 m3 vor. Die bauökologische Ausführung erfolgt in Passivhausqualität mit effizientem Sonnenschutz und kontrollierter Be- und Entlüftung. Aufgrund des Standorts in der Grundwasserschutzzone erfolgt die Beheizung durch eine Biogasanlage mit 50 kW Heizleistung. Darüber hinaus wird auf dem Flachdach eine entsprechend dimensionierte Photovoltaikanlage mit 18 kWp samt Überschusseinspeisung ins VKW-Netz installiert.

Geschützter Hof

Für den Neubau des Kindergartens wurde ein eigener Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Die Wettbewerbsbeiträge wurden von einem Preisgericht bewertet und gereiht. An erste Stelle wurde das Architektenduo Dorner/Matt aus Bregenz gesetzt. Die Bewertung durch die Fachjury: „Das Projekt geht respektvoll und feinfühlig auf die Bedingungen des Ortes ein.“ Der geschützte Gartenhof bleibt erhalten, das eingeschoßige Pfarrsaalgebäude nebenan erhält eine angemessene Erweiterung. Der neue Kindergarten zeigt sich zur Holzackergasse als schwebender Aufsatz. Ein hinausragendes Vordach bildet den klar definierten neuen Zugang zum Kindergarten. Die Feinfühligkeit der Baukörpergestaltung setzt sich in der Innenraumgestaltung des Kindergartens fort. Die Einheiten mit Gruppenraum, Ausweichraum, Loggia und Nebenräumen sind funktional, die Proportion der Räume gut gewählt. Die Lufträume als Lichtspender für die internen Wege schaffen zusätzlich vertikale Verbindungen zwischen den Geschoßen und vor allem Raumerlebnisse mit überraschenden Dimensionen.

Bis Sommer 2020

Der alte Kindergarten, der 1968 eröffnet wurde, wurde im November des Vorjahres abgetragen, wobei der ebenfalls aus den 1960er-Jahren stammende Pfarrsaal als Kleinod damaligen Architekturverständnisses erhalten bleibt. Für den Kindergartenneubau wurde mit der Pfarre St. Gebhard als Grundeigentümerin ein Baurechtsvertrag für die nächsten 70 Jahre abgeschlossen. Bezogen werden kann das neue Gebäude voraussichtlich im Sommer 2020.

Kosten: 6,3 Millionen Euro

Jetzt erfolgte der Startschuss für den Neubau durch die einstimmige Freigabe der notwendigen Mittel in der Stadtvertretung. Der Auftrag für die Baumeisterarbeiten ging an den Bestbieter, die Firma Jägerbau in Schruns. Für die Baumeisterarbeiten sind 1,98 Millionen Euro budgetiert. Insgesamt wird sich das Projekt mit 6,3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Zurzeit werden Vorkehrungen für die Baustelleneinrichtung getroffen, der offizielle Spatenstich ist für die Woche nach Ostern geplant, ein Termin ist aber noch nicht fixiert. FST