Nachbarschaftsstreit eskalierte im Stiegenhaus

16.04.2019 • 04:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der uneinsichtige Nachbar zog eine Verurteilung vor. EC

Angeklagter wollte keine Schlichtung, somit wurde er verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch Das Haus in Höchst gehörte einst seinen Eltern, nun kann er nur noch die Hälfte sein Eigen nennen. Den unteren Stock hat ein Fremder gekauft, der wohnt mit seiner Familie dort. Doch immer wieder gibt es Streit, von gutem Nachbarschaftsverhältnis kann keine Rede sein. Der 60-Jährige macht einen leicht aufbrausenden Eindruck, der Umstand, dass er recht einfach strukturiert ist, macht die Sache nicht einfacher. Selbst mit der Richterin scheinen die Diskussionen nicht enden wollend. „Ich habe nie was Unrechtes gemacht, ich will nur meinen Frieden“, beharrt der Mann stur.

Schwieriger Mensch

Fast wöchentlich gibt es irgendeinen Zwischenfall. Man zeigt sich an, nervt sich und gerät aneinander. „Das Stiegenhaus gehört mir!“, ist der Frührentner überzeugt. „Nein, das stimmt so nicht“, macht ihm die Richterin klar. Verteidiger Thomas Ulmer versucht zu beruhigen, doch selbst ihm fällt es schwer, den unwirschen Mann in Zaum zu halten. Er scheint das alles nicht so recht zu verstehen, nur dass er Recht und alle anderen Unrecht haben, da ist er sich sicher.

Mit Erschießen bedroht

Alles gute Zureden der Richterin nutzt nichts. Der Mann will nichts einsehen, nichts schlichten, nichts beilegen. Keine Diversion, sondern seine Meinung weiter vertreten. Doch der Nachbar hat Drohungen aufs Handy aufgenommen. Dort ist klar zu hören, wie der Pensionist sagt: „Wenn du nochmal nach oben kommst, erschieß ich dich.“ Alle Beteiligten sind sich sicher, dass der Konflikt auch mit dem Strafurteil nicht aus der Welt ist. Doch es nützt nichts, die Wohnsituation in den Griff zu bekommen ist nicht die Aufgabe des Strafgerichts.

Strafe

So wird der Uneinsichtige zu einer Geldstrafe von 320 Euro verurteilt. Weitere 320 Euro werden auf Bewährung ausgesprochen. „Beherrschen Sie sich, sonst sehen wir uns bald wieder“, gibt ihm der Ankläger mit auf den Weg. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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