Kurt Bonner stellt in der Raika Ludesch seine Ikonenbilder aus

Vorarlberg / 25.04.2019 • 09:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kurt Bonner und Lorenz Türtscher vor einer Ikone in der Raika Ludesch. bi

Den Heiligenbildern malerisch verbunden.

LUDESCH Mit dem Malen hat Kurt Bonner schon sehr früh begonnen. Seine Eltern besaßen ein Papier- und Lederwarengeschäft in Bludenz. „Meine Eltern hatten für uns wenig Zeit, dafür hatten wir jedoch sämtliche Möglichkeiten, uns mit Zeichnen und Basteln zu beschäftigen“, erinnert sich Bonner. Die Ikonenmalerei ergab sich eigentlich aus Zufall. Für den Gastronomen Roman Wirnsperger haben Bonner und Willi Pastella Ikonen gemalt. Dieser hat das Altmachen von Bildern wiederum von einem Spanier gelernt, der bei ihm zu Gast gewesen war. Welche Bedeutung Ikonen tatsächlich haben, war ihm damals noch nicht bewusst.

Der Hintergrund

Das Interesse an der Ikonenmalerei ließ ihn allerdings nicht mehr los. Er befasste sich dann auch ausführlich mit dem Hintergrund: „Ikonen sind im byzantinischen Raum – Russland, Serbien, Griechenland und Rumänien – Heiligenbilder, deren Motive von der orthodoxen Kirche freigegeben wurden. Darum findet man überall die gleichen Darstellungen, denn Ikonen werden immer nachgemalt. Sie werden auf Holz, Kreidegrund und Blattgold gemalt. Mich persönlich fasziniert die alte Kunst der Eitemperamalerei, also mit Eidotter und Farbpulver, die schon fast vergessen wurde. Ich suche Motive aus Museen und Klöstern, die mich ansprechen. Beim Malen versuche ich, den Originalen so nahe wie möglich zu kommen“, erklärt der Künstler seine Herangehensweise.

Kunsthandwerk Ikone

Seine Frau Marlene hatte ihm zum 50. Geburtstag einen Aufenthalt bei Pater Gregorius auf Athos vermittelt. In der Zwischenzeit war er bereits vier Mal dort. Der Unterricht habe ihn sehr geprägt, denn dabei habe er die Feinheiten der byzantinischen Farbenlehre kennengelernt. „Ikonenmalerei ist keine kreative Arbeit, sondern Kunsthandwerksarbeit“, betont Bonner. Es ist aber auch eine Arbeit, die viel Geduld erfordert. Mindestens 30 Stunden wendet er für eine einzelne Ikone auf.

Zuerst muss ein Brett hergerichtet werden, dabei handelt es sich um altes Holz aus Bauernhäusern, rund 200 Jahre alt. Dieses wird gehobelt und mit mindestens zehn Anstrichen aus einem Levkas-Grund, einer Knochenleim- und Kreidemischung, versehen. Genau so oft wird dieser Grund dann auch geschliffen. Im Anschluss daran werden die Umrisse der Ikone aufgezeichnet, die Vergoldung wird aufgelegt und danach das Motiv mit Eitempera vom Dunkeln ins Helle gehend aufgetragen. Nach drei bis vier Monaten kann das Bild lackiert werden. Wenn die Ikone zudem alt aussehen soll, muss sie auch noch patiniert werden.

Ausstellung in Ludesch

Neben Ikonen malt Kurt Bonner Landschaftsporträts mit Tempera oder Wasserfarben sowie Aquarelle. Außerdem zeichnet er auch gerne mit dem Bleistift.

Aktuell ist eine Auswahl seiner zahlreichen Ikonen in der Raika Ludesch noch bis Samstag, 4. Mai, zu sehen. „Wir wollen besonderen Menschen aus unserer Region eine Chance geben, bei uns auszustellen. Das bietet eine tolle Ergänzung: Der Künstler kann seine Ausstellung präsentieren und seine Kunstwerke einer breiteren Öffentlichkeit zuführen, und für uns bringt eine Ausstellung Leben in unsere Bankräumlichkeiten“, erklärt Lorenz Türtscher, Filialleiter der Raika, begeistert. BI