Trockenheit sorgt in der Landwirtschaft für Sorgenfalten

Vorarlberg / 25.04.2019 • 18:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die große Trockenheit führte heuer schon zu Bränden auf Feldern, so wie auf diesem Bild in Höchst.VN/Mayer

Die guten Nachricht in trockenen Zeiten: Schon heute soll Petrus die Schleusen öffnen.

Schwarzach In weiten Teilen Deutschlands und im Osten Österreichs scheint die Lage schon jetzt dramatisch: Die Böden sind ausgetrocknet, Landwirte verzweifeln, der Trockensommer des Vorjahrs lässt grüßen. In Wien demonstrierten Landwirte für den Einsatz verbotener Pflanzenschutzmittel und beklagen, dass sie dieses Jahr den Bedarf an Kartoffeln im Land erstmals nicht mehr decken können. In Deutschland geht man bereits jetzt von neuerlichen Missernten aus und spricht von einer Katastrophe.

Trockene Wälder

Und bei uns in Vorarlberg? „Wir müssen besonders auf unsere Wälder aufpassen“, sagt Biologe Klaus Zimmermann (59) von der Inatura Dornbirn. Die Gründe dafür: „Gerade um diese Zeit sind die Wälder sehr oft trocken. Heuer trifft das ganz besonders zu. Es liegen viele ausgetrocknete Holzteile herum. Da muss man wirklich aufpassen.“ Vom Borkenkäfer will Zimmermann gar nicht reden. Das tut man hingegen im Landhaus. Dort hat die Landesregierung zur Unterstützung von Vorbeugungs- und Bekämpfungsmaßnahmen den Maßnahmenplan Forst 2019 erarbeitet und die Fördersätze für den Vorarlberger Waldfonds erhöht. Die Schwerpunkte der Maßnahmen liegen in der Eindämmung der Borkenkäferpopulation sowie der Aufarbeitung des Schadholzes mit möglichst geringer Holzentwertung. Zudem sollen robustere Baumsorten gepflanzt werden.

„Gerade um diese Zeit sind die Wälder oft sehr trocken. Heuer trifft das ganz besonders zu.“

Klaus Zimmermann, Biologe Inatura

Wasserleitungen gefragt

Als leicht angespannt, aber keinesfalls dramatisch bewerten derzeit Erwerbslandwirte im Gemüse- und Obstbau die Lage. Martin Brunner vom Mahlerhof in Höchst: „Es gibt im Freiland bei uns Flächen, die wir mit unserem Bewässerungssystem nicht erreichen. Da wird es langsam unangenehm. Auf Böden, die wir bewässern können und natürlich auch in unseren Gewächshäusern, gibt es kein Problem.“ Am Mahlerhof werden insgesamt fünf Hektar Fläche bewirtschaftet. „Wir bauen alles an, was bei uns wächst“, erzählt Brunner. Der Vorteil von Anbauflächen im Rheintal und am Rohrspitz: „Wir haben tiefgründige Böden, die gut Wasser speichern können. Zudem soll es jetzt ja bald regnen“, lässt der 59-Jährige keine Panik aufkommen.

Die gibt es auch in Ludesch auf dem Metzler-Hof nicht. „Wir können unsere drei Hektar Anbaufläche mit der eigenen Bewässerungsanlage versorgen und so lange die Bäche in der Umgebung nicht versiegt sind, müssen wir uns keine Sorgen machen“, beruhigt Seniorchef Martin Metzler (65).

So sieht ein Feld nach einem Brand aus. Es ist derzeit große Vorsicht geboten. VN/Mayer
So sieht ein Feld nach einem Brand aus. Es ist derzeit große Vorsicht geboten. VN/Mayer

Warten auf Erdbeeren

Bei Beeren Winder in Dornbirn sorgt man sich noch nicht um die Erdbeeren, Zwetschken, Himbeeren, Brombeeren und all die anderen Köstlichkeiten. „So lange Wasser aus der Leitung kommt, ist alles gut. Wenn nicht, wird es eine Katastrophe“, bringt es Martin Winder auf den Punkt. „In zwei Wochen ist es mit den Erdbeeren so weit. Sie sollen köstlich werden“, macht der Beerenbauer auch gleich Werbung in eigener Sache.

Im Obstbau steht und fällt ebenfalls alles mit einer guten Bewässerungsanlage. „Die wird künftig kaum mehr wegzudenken sein“, sagt Ulrich Höfert (55), Obstbaureferent der Landwirtschaftskammer. Eine Hitze wie im Vorjahr wünscht man sich auf den Feldern dennoch nicht. Die Qualität des Obstes würde darunter genauso leiden wie die Lagerfähigkeit. Gute Nachrichten hat Höfert indes von der Feuerbrandfront. Die bisherige Witterung hat der Infektion wenig Chancen für die Ausbreitung gelassen. „Und wenn es jetzt tatsächlich regnen sollte, wäre das für alle und alles gut“, sieht Höfert bessere Zeiten auf die Landwirtschaft zukommen.