Wetterradar mit Totalschaden

Vorarlberg / 07.05.2019 • 20:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Seit der Inbetriebnahme vor mehr als zehn Jahren jagt beim Wetterradar auf der Valluga eine Panne die nächste. Besserung scheint in Sicht.bösch
Seit der Inbetriebnahme vor mehr als zehn Jahren jagt beim Wetterradar auf der Valluga eine Panne die nächste. Besserung scheint in Sicht.bösch

Vorarlberg, Tirol und ZAMG wollen Reaktivierung und Betriebsführung.

bregenz Totalschaden lautete das Fazit nach dem letzten Blitz, der das Wetterradar auf der Valluga vor mehr als eineinhalb Jahren lahmlegte. Seitdem geht nichts mehr. Statt nach einer Lösung zu suchen liegen sich Behörden und Versicherungen in den Haaren. Zwischen 500.000 und 700.000 Euro würde die Reparatur der defekten Anlage kosten. Geld, das bislang niemand bereit ist, in die Hand zu nehmen. Doch jetzt scheint Bewegung in das Endlos-Drama zu kommen. Landeshauptmann Markus Wallner hat bei Umweltministerin Elisabeth Köstinger mit Nachdruck, wie er gegenüber den VN betonte, eine Instandsetzung des blinden Wetterauges gefordert.

Gespräche angesetzt

Das Land wäre demnach auch bereit, einen Beitrag zur Reaktivierung zu leisten. Insgesamt wird aber eine andere Lösung angestrebt. Vorarlberg, Tirol und die ZAMG in Innsbruck wollen das bislang von der Austria Control betriebene Wetterradar künftig unter ihre Fittiche nehmen. Laut Sicherheitslandesrat Christian Gantner sollen dazu noch in diesem Monat entsprechende Gespräche stattfinden. Über die Notwendigkeit einer regionalen Wetterstation für die westlichsten Bundesländer lässt Markus Wallner nichts kommen. „Wir erhalten zwar jetzt auch Daten, aber punktuell präzise Vorhersagen sind gerade für die Warnung vor Naturgefahren von immenser Bedeutung“, verweist er auf die zunehmenden Wetterkapriolen mit Starkniederschlägen und Massen von Schnee, wie es etwa im abgelaufenen Winter der Fall war. Da sei ein eigenes Wetterradar von unschätzbarem Vorteil.

Machbarkeitsstudie

Sicherheitslandesrat Christian Gantner begleitet das leidige Thema seit seinem Amtsantritt. Er meint, dass auch das Umweltministerium gerade in Hinblick auf den Klimawandel an einer funktionierenden Anlage auf der Valluga ein Interesse haben müsste. In seinem Tiroler Amtskollegen Josef Geisler hat er jedenfalls bereits einen Verbündeten gefunden, und auch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck zeigt sich einer hauptverantwortlichen Mitarbeit nicht abgeneigt. Die ZAMG könne die Daten außerdem besser auslesen als die Austria Control, die ja hauptsächlich für die Flugsicherheit zuständig sei, wirft Gantner ein weiteres Argument in den Ring. Er ist zudem überzeugt, dass sich die Problematik mit den ständigen Blitzeinschlägen des auf exponierten 2809 Metern Seehöhe installierten Hightechgeräts lösen lassen müsste. Laut Wallner will die ZAMG demnächst eine Machbarkeitsstudie zum Betrieb des Radars auf der Valluga vorlegen. Die Länder Vorarlberg und Tirol wollen ihrerseits aber nicht mehr lockerlassen. Markus Wallner konnte gestern Dienstag zumindest mit der Zusicherung von Köstinger auf Unterstützung die Heimreise aus Wien antreten.

Die Anlage ging 2007 in Betrieb. Dafür wurden 4,8 Millionen Euro investiert. Der Beitrag Vorarlbergs belief sich auf 1,34 Millionen Euro. Die Freude währte jedoch nicht lange. Ein paar Monate nach dem Start schlug erstmals der Blitz ein und setzte eine Pannenserie in Gang.  

„Präzise Vorhersagen sind gerade für die Warnung vor Naturgefahren immens wichtig.“