Vorarlberger sind Meister im Kleiderspenden

Vorarlberg / 05.06.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger kaufen gerne in den fünf Carla-Shops der Caritas ein. VN/PAULITSCH

In den Containern der Caritas landet mehr als im Restmüll.

Feldkirch Die Vorarlberger sind offenbar keine Modemuffel. Jede und jeder hat mindestens 74 Kleidungsstücke im Schrank hängen. Allerdings ist die Liebe zu den gekauften Teilen zeitlich begrenzt. Das geht aus einer repräsentativen Erhebung im Auftrag von Greenpeace zum Kleiderkonsum in Österreich hervor. Bundesweit wird zudem jedes achte Stück fast nie oder nur sehr selten getragen. Hochgerechnet auf Vorarlberg wären das mindestens drei Millionen Kleidungsstücke, die ungenutzt im Kleiderschrank lagern. Nur zwei von fünf Vorarlbergern gaben an, Kleidung auszusortieren, wenn etwa Oberteil oder Hose nicht mehr gefällt, selbst wenn das Stück keine Mängel hat. Das meiste landet laut Greenpeace im Müll. Ein besseres Zeugnis stellt Borna Krempler, Koordinator Sachspenden bei der Caritas, den Vorarlberger aus. „Bei den Kleiderspenden sind wir österreichischer Meister“, sagt er und verweist auf 3500 Tonnen Altkleider, die 2018 in den gut 400 Containern landeten.

Billige Fastfashion

Ihn verwundern die angegebenen Mengen an Kleidungsstücken nicht. „Sehr viele Textilien sind billig. Mode ist keine Geldfrage mehr“, stellt Borna Krempler zum Thema Fastfashion fest. Schon mehr schockiert ihn die Menge, die insgesamt im Restmüll landet. Die Vorarlberger würden da schon bewusster agieren. Diese Einschätzung bestätigt auch die Umfrage. Ein Drittel hat zwar im vergangenen halben Jahr Kleidung weggeworfen, aber etwas mehr haben ihre nicht mehr getragenen Teile gespendet. Trotzdem würde sich Krempler wünschen, dass weniger Kleidungsstücke gekauft, diese jedoch länger getragen und vielleicht auch einmal geflickt würden. Seiner Ansicht nach sollte es insgesamt weg von der Wegwerfmentalität gehen.

Teure Entsorgung

Alternativen wie Tauschen oder Leihen sind für die große Mehrheit indes noch Neuland. Der Umfrage zufolge haben 86 Prozent der Vorarlberger noch nie Kleidung getauscht. Dafür kaufen sie gerne in den fünf carla-shops der Caritas ein. „Die Geschäfte laufen gut“, bestätigt Borna Krempler und merkt an, dass gebrauchte Kleidung zu kaufen eine bewusste Entscheidung sei. Etwa ein Prozent der gespendeten Kleidung geht dort über die Ladentische. Beim großen Rest wird versucht, das Beste daraus zu machen. Etwa die Hälfte der gespendeten Kleider ist noch tragbar. Rund 35 Prozent können als Rohstoffe wie Putzlappen oder Isolationsmaterial wiederverwendet werden. Es bleiben aber immer noch zehn Prozent an Textilmüll, dessen Entsorgung die Caritas teuer zu stehen kommt.