57-Millionen-Euro-Projekt: Imposante Baugrube in Schröcken

Vorarlberg / 07.06.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
25.000 Kubikmeter Aushubmaterial müssen bewältigt werden. STRAUSS

Teuerstes Tourismusprojekt in der Geschichte der Region im Entstehen.

Schröcken Es ist das teuerste Tourismusprojekt in der Geschichte der Region – und vielfach konnte man sich schwer vorstellen, wohin die mit insgesamt 57 Millionen Euro bezifferte Investition denn fließen wird. Seit die Baufirma Rüf in den vergangenen Wochen die Baugrube größer und größer werden ließ, lässt sich erahnen, wofür das Geld – mehr als die doppelte Summe der Investition für „die Wälderin“ in Mellau – ausgegeben wird.

In das Gesamtprojekt werden bestehende Objekte – Hotel Widderstein samt Appartementhaus – integriert, dazu werden weitere Objekte erstellt und am Ende stehen insgesamt 133 Zimmer und 84 Appartements zur Verfügung. Für den Schröckener Bürgermeister Herbert Schwarzmann war es wichtig, dass das Vorhaben entsprechend mit Leben erfüllt wird. Vertraglich festgelegt wurde deshalb, dass bis zu 54 dieser Appartements verkauft werden können. Hotelbetrieb und die restlichen Appartements sollen sicherstellen, dass der Problematik „kalter Betten“ entgegengewirkt werden kann. In diesem Zusammenhang ist dem Gemeindechef auch wichtig, dass künftig ein Restaurant mit 150 Sitzplätzen auch Tagesgästen offen steht.

25.000 Kubikmeter Aushubmaterial

Aktuell hat nicht nur er, sondern auch die Baufirma andere Sorgen, denn die Aushubarbeiten müssen bis Ende Juni erledigt sein, denn „in der sommerlichen Hochsaison müssen derartige Aktivitäten von 1. Juli bis 1. September ruhen“, erläutert Schwarzmann im Gespräch mit der VN Heimat. Seitens der Baufirma Rüf ist man zuversichtlich, dass der Rest der insgesamt 25.000 Kubikmeter Aushubmaterial in den kommenden vier Wochen bewältigt werden kann, damit es im Zeitplan keine Verzögerungen gibt.

Ein Zeitplan, der sehr ambitioniert ist, denn er sieht vor, dass heuer und im kommenden Jahr das Projekt so weit vorangetrieben wird, dass im Winter 2020/21 am Innenausbau gearbeitet werden kann, um Ende 2021 eröffnen zu können. Beim Bestand hat dieser Innenausbau längst begonnen, denn die Zimmer des Traditionshotels werden auf den hohen Standard des Neubaus aufgerüstet. Wie die Zimmer gestaltet werden, davon konnten sich Interessenten im Laufe der Wintersaison bereits eingehend überzeugen, denn es waren Musterappartements eingerichtet, die besichtigt werden konnten.

Die neue Wohnanlage der Vogewosi in Schröcken.
Die neue Wohnanlage der Vogewosi in Schröcken.

Ein zweites Projekt, das derzeit in Schröcken realisiert wird, ist hinsichtlich der Größenordnung im Vergleich mit dem Vorhaben in Nesslegg eine „Kleinigkeit“, für die Dorfentwicklung aber sehr wichtig: Die Vogewosi errichtet im Zentrum eine Kleinstwohnanlage mit sechs Einheiten. „Das Projekt“, so Bgm. Schwarzmann, „ist für uns sehr wichtig, weil wir die Jugend nur mit leistbarem Wohnraum in der Gemeinde halten können.“ Bereits im Sommer sollen die Wohnungen bezogen werden, denn das Projekt wurde in Modulbauweise nach dem System „Wohnen 500+“ errichtet, das nicht nur die Bauzeit drastisch verkürzt, sondern auch moderate Mieten gewährleistet. STP