Rankler Sternbräu ist verkauft

08.06.2019 • 06:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Zuge des Vorkaufsrechts erwarben Verwandte das Sternbräu-Gebäude. Nicht im Geschäft enthalten ist aber das Getränkelager-Grundstück, es bleibt weiter im Besitz von Gunther Wetzel. VN/STEURER

Verkauf aber nicht nach Plänen der Wirtsfamilie, nachdem Verwandte, mit der man sich im Streit befindet, Vorkaufsrecht gezogen hat. Wie lange das Traditionsgasthaus noch offen bleibt, ist unklar.

Gernot Schweigkofler

Rankweil Anfang April hat der Inhaber des traditionsreichen Gasthauses Sternbräu in Rankweil, Gunther Wetzel, das Gebäude sowie umliegende Grundstücke zum Verkauf angeboten. Vorangegangen waren eine Insolvenz und ein Familienstreit, Wetzel schmiss letzlich das Handtuch. Die VN berichteten. Ende April war dann auch ein Käufer gefunden. Der Baukonzern Swietelsky mit Sitz in Linz hatte sich als Bestbieter erwiesen. Doch wie es ausschaut, wird das Bauunternehmen den Sternbräu nicht übernehmen können. „Meine Verwandte hat ihr Vorkaufsrecht gezogen“, erklärt Gunther Wetzel. Eben die Verwandte, mit der Wetzel die letzten Jahre immer wieder vor Gericht gestritten hat. Es dürfte auch weiter nicht eitel Wonne herrschen.

Die Kaufsumme, 1,65 Millionen Euro, ist bereits beim Notar auf dem Konto eingegangen, berichtet Wetzel. Bezahlt habe aber Prisma, nicht die Cousine. Prisma würde, das habe er gehört, auch die Rechtskosten für die Verwandte übernehmen, erzählt der Wirt. Er selber habe weder von seiner Cousine noch von Prisma etwas gehört. „Wir haben keine Ahnung, wann wir gehen müssen“, meint er. Wetzel lebt mit seiner Familie im Sternbräu.

Die Lage wird dadurch verkompliziert, dass nun lediglich eines von zwei Grundstücken an die Verwandte fällt, da nur auf diesem ein Vorkaufsrecht liegt. Das zweite müsse er nicht verkaufen: „Ich bin aber offen für Gespräche“, will Wetzel einen Verkauf nicht ausschließen. Ansonsten könnte der Streit wohl noch lange weitergehen, immerhin reicht das bestehende Gebäude komplett an die Grundstückgrenze, jeder Neubau wäre also eine haarige Angelegenheit.

Vonseiten von Prisma will man sich zur Sache nicht äußern, Firmenchef Bernhard Ölz ist im Urlaub, der Unternehmenssprecher hat keine Informationen. Auch Wetzels Cousine war nicht erreichbar.

„Reicht für alle Schulden“

Freuen dürfen sich die Gläubiger aus der Insolvenz vom Oktober 2016. Die 910.000 Euro Schulden können nun endlich beglichen werden. Das restliche Geld will Wetzel verwenden, um einen Neustart hinzulegen. Zwei Lokalitäten habe er bereits im Auge, erste Gespräche seien geführt. Nun werde er die Intensität der Verhandlungen erhöhen. „Ich möchte das noch im Juni klarmachen.“ Seine Lieblingsvariante wäre es, den Sommer noch im alten Sternbräu zu wirten und im Herbst ein Abschiedsfest zu feiern. Den Namen („Die Markenrechte liegen bei mir“) und viele Gäste werde er ebenfalls mitnehmen.

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