Reinelde Frick ist bei der Gymnaestrada das Mädchen für alles

Vorarlberg / 14.06.2019 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reinelde und die Gymnaestrada: Das heißt für die echte Hatlerin vor allem viel Arbeit, aber auch Spaß und Geselligkeit. VN/LERCH

Die 73-jährige Dornbirnerin arbeitet ehrenamtlich schon jetzt täglich acht Stunden für das Großevent.

Dornbirn „Du, ich brauch dich dann noch rasch, Reini.“ „Ach, komm noch einmal vorbei, Reini.“ „Wann kommt die nächste Lieferung, Reini?“ Im Hauptquartier der Weltgymnaestrada im ehemaligen Büro der Dornbirner Messe hat sie schon längst den Status der Unersetzlichen erreicht: Reinelde Frick, 73, Hausfrau und ehrenamtliche Helferin bei der Weltgymnaestrada, die in genau drei Wochen beginnt.

„Es ist immer was los, klar“, sagt die waschechte Hatlerin und reicht ein verschmitztes Lächeln nach. „Meine Freundinnen sagen mir schon langsam, dass es nicht leicht sei, meine Freundin zu sein. Weil das bedeute immer Arbeit.“ So ist es in der Tat. Doch wenn die Chefin für ihre Gymnaestrada-WhatsApp-Gruppe auch nur kommentarlos das Foto einer angekommenen Materiallieferung postet, sind sie alle sofort da, nehmen die Ware ab und richten sie entsprechend her.

25.000 Handgriffe

Derzeit arbeiten sie alle wie verrückt. Grund dafür sind 25.000 Trinkflaschen, welche die Gymnaestrada-Teilnehmer als Teil eines Geschenkpakets des Veranstalters erhalten. Die Trinkflaschen wurden separat als Plastikbehälter und als Drehverschluss geliefert. Was bedeutet: Sie und zehn andere Damen müssen auf jede der 25.000 Flaschen den Drehverschluss draufschrauben. „Eine Heidenarbeit, aber was soll’s?“, bringt das Reini nicht im Geringsten aus der Ruhe.

Die Hatler Frohnatur scheut Arbeit nicht. Hat sie nie. Seit vielen Jahren ist sie auch für die Leichtathleten der TS Dornbirn tätig. Derzeit betreut sie dort liebevoll die „Kids Athletic“-Gruppe. Sie war auch schon Kampfrichterin.

Die glückliche Finnin

Für die Gymnaestrada liegt Reini Fricks Arbeitsschwerpunkt in der Belieferung der Schulen mit den für den Aufenthalt der Teilnehmer aus aller Welt notwendigen Utensilien und den Einstandsgeschenken. Darüber hinaus hat sie in „ihrem“ Hatlerdorfer Schulzentrum die Organisation der Betreuung übernommen.

In der Zeit der Veranstaltung ist sie im Organisationshauptquartier stationiert und eine Art Mädchen für alles. So wie sie das schon 2007 war und damals einigen Teilnehmern in schwierigen Situationen helfen konnte. Nie vergisst sie vor allem eine Geschichte. „Da war eine Finnin, die hat ihren Rucksack mit einer Japanerin vertauscht. Sie war völlig verzweifelt, weil sich im Rucksack alle Schlüssel für das Quartier ihrer Gruppe befanden. Ich konnte die Japanerin innerhalb einer halben Stunde ausfindig machen und die Rucksäcke tauschen. Die Finnin war darüber so glücklich, dass sie in Tränen ausbrach.“

Fahnenträgerin

Gymnaestrada genießen tut Reinelde freilich auch. „Ich schau mir gerne Proben an und sitze dann einfach nur da und bin zufrieden.“ Das OK-Team nahm sie auch schon mit auf die Weltgymnaestraden in Portugal und Helsinki. Und bei der Eröffnung auf der Birkenwiese vor zwölf Jahren war sie Fahnenträgerin. „Das hat mich damals unglaublich berührt. Ich war wie in Trance.“

Bei der Arbeit ist sie das nicht. Dort ist sie voll da. Zum Wohle der Gymnaestrada-Familie.