Tomaselli will in den Nationalrat

Vorarlberg / 18.06.2019 • 11:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nina Tomaselli möchte für die Grünen in den Nationalrat. VN
Nina Tomaselli möchte für die Grünen in den Nationalrat. VN

Grüne Landtagsabgeordnete geht als Spitzenkandidatin der Landesliste ins Rennen.

Bregenz Die Vorarlberger Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli möchte in den Nationalrat wechseln. Am Dienstag gab sie ihre Kandidatur für den ersten Platz der Grünen-Landesliste bekannt. Gleichzeitig möchte sie sich für einen vorderen Platz auf der Bundesliste bewerben, damit das Vorhaben auch wirklich gelingt. Sie möchte sich vor allem für ein Thema einsetzen: leistbares Wohnen. Zusammen mit Landesparteichef Johannes Rauch präsentierte sie ihr Zehn-Punkte-Programm dazu.

Im Jahr 2017 gingen die Grünen mit Harald Walser und dem Ziel ins Rennen, 25.000 Stimmen zu ergattern. Rund 23.000 sind nötig, um ein Direktmandat zu ergattern. Auf ein Summenspiel lässt sich Johannes Rauch diesmal nicht ein: „Wir starten bei null. Das Ziel lautet, österreichweit vier Prozent zu erreichen, um in den Nationalrat wieder einzuziehen. In Vorarlberg möchten wir die Zweistelligkeit erreichen.“ Nachsatz: „Und natürlich wieder das Grundmandat holen.“ Das bedeutet, dass die Grünen rund 12,5 Prozent erreichen müssten; also rund 23.000 Stimmen.

Tomaselli ist schon länger bundespolitisch aktiv. Nachdem die Grünen 2017 aus dem Nationalrat geflogen waren, hat sie zusammen mit anderen jungen Kandidaten das „Next Generation Lab“ ins Leben gerufen, um über die Zukunft der Partei zu sprechen. Später wurde sie in den Bundesvorstand gewählt, mittlerweile ist sie eine der Stellvertreterinnen von Parteichef und Spitzenkandidat Werner Kogler. Die Kandidatur hat sich bereits abgezeichnet. Tomaselli freut sich: „Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als bei diesem Comeback dabei zu sein.“ Wie schon im Landtag möchte sie vor allem mit dem Wohnthema punkten. Sie tritt mit zehn Forderungen an, darunter: Wohnen muss als Grundrecht in die Verfassung, ein faires und transparentes Mietrecht, mehr gemeinnütziger Wohnbau in Boom-Regionen.

Und sollen sich die Grünen wieder mit Peter Pilz zusammenschließen? Tomaselli dazu: „Jeder kann bei uns für einen Platz auf der Liste kandidieren. Er müsste halt von der Bundesversammlung gewählt werden.“ Johannes Rauch stellt klar: „Eine Fusion wird es sicher nicht geben.“

Die Formalitäten stehen noch aus. Am 26. Juni wird in Dornbirn die Landesliste gewählt, am 6. Juli in Wien die Bundesliste. Rund 2500 Unterstützungserklärungen oder die Unterschrift von drei Nationalratsabgeordneten sind nötig, um bei der Wahl antreten zu dürfen. Da die Grünen nicht im Parlament sitzen, bleiben nur 2500 Unterschriften. „Wir nützen das als Vorwahlkampf“, kann Rauch dem Sammeln auch etwas Gutes abgewinnen.