Feldkirch bringt Zukunftsprojekte auf Schiene

Vorarlberg / 06.07.2019 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Es tut sich was in Feldkirch: Bürgermeister Wolfgang Matt stellte die wichtigsten Projekte der nächsten Jahre vor. Der Stadttunnel kam natürlich an erster Stelle. VN/Hartinger
Es tut sich was in Feldkirch: Bürgermeister Wolfgang Matt stellte die wichtigsten Projekte der nächsten Jahre vor. Der Stadttunnel kam natürlich an erster Stelle. VN/Hartinger

Auch abseits der anlaufenden Arbeiten am Stadttunnel tut sich in der Montfortstadt einiges. Bürgermeister Wolfgang Matt präsentierte in einem Pressegespräch den aktuellen Stand bei den städtischen Projekten.

Gernot Schweigkofler

Die Stadt, die nie schläft, ist eigentlich New York, aber auch in Feldkirch wird sich kurz- und mittelfristig einiges tun. Nicht nur der Stadttunnel, auch ein Schulneubau, die Planung für die Zukunft des Palais Liechtenstein, der Campingplatz, betreutes Wohnen und ein neues Pflegeheim beschäftigen die städtischen Planungen, berichtet Bürgermeister Wolfgang Matt in einem Pressegespräch.

Arbeiten für Stadttunnel

Seit fast 30 Jahren spielt die eine oder andere Tunnelvariante zur Entlastung der Innenstadt in Richtung Liechtenstein eine Rolle. Mit dem kürzlich in Wien ergangenen Urteil starten jetzt die Vorbereitungsarbeiten für den Stadttunnel. Noch im Juli wird der Aufbau zur lufthygienischen Beweisaufnahme gestartet. Auch die Ausschreibung für die Umlegung der L 191a im Bereich Schulbrüderareal soll im Herbst erfolgen, Baustart für diese Maßnahme ist im Frühjahr 2020. Spektakulär wird wohl der Einbau einer Weiche im Bereich der Felsenauschlucht. Diese Weiche wird das alte Bahngleis erschließen, auf dem Güterwaggons mit dem Gesteinsausbruch aus dem Stadttunnel beladen werden. Baustart ist im heurigen Herbst. 2020 soll im Bereich Felsenau eine 475 Meter lange Lärmschutzwand errichtet und auch der Erkundungsstollen Altstadt vorangetrieben werden. Laut Matt werden diese Vorbereitungs- und Baustelleinrichtungsarbeiten etwa zwei Jahre dauern. Er geht von einem Start der Hauptarbeiten 2022 aus, der Tunnelbau wird dann vier bis fünf Jahre dauern.

Palais Liechtenstein: Zukunft des Dachausstiegs ungewiss

Ende September endet die zweijährige Sonderausstellung „Von Hugo bis datto“, 33.000 Besucher werden sie dann besucht haben. In der Stadt macht man sich bereits umfangreiche Gedanken über die Nachnutzung. Die Stadtbibliothek soll zukünftig offener gestaltet werden. Insgesamt will man den offenen Charakter des Hauses bewahren. Matt schwebt eine Art städtisches Büro für Zukunftsfragen vor, in dem man sich damit beschäftigt, wie wir zukünftig leben wollen. Themengebundene Ausstellungen, Dialogformate und künstlerische Interventionen sind vorgesehen. Ungeklärt ist noch, was mit dem markanten Dachausstieg passieren wird. Ein Rückbau kostet, schätzt Matt, ähnlich viel, wie Maßnahmen, um diesen dauerhaft zu erhalten.

Seit seiner Errichtung ist der Dachausstieg im Palais Liechtenstein in Feldkirch Diskussionsthema. Ob er abgebaut wird oder erhalten bleibt, ist noch unklar. Stadt
Seit seiner Errichtung ist der Dachausstieg im Palais Liechtenstein in Feldkirch Diskussionsthema. Ob er abgebaut wird oder erhalten bleibt, ist noch unklar. Stadt

Neues Schulzentrum Altenstadt

Die Volksschule Altenstadt ist nicht mehr auf dem Stand der Zeit, die Planung für einen Neubau mit Einbezug des Pädagogischen Förderzentrums (PFZ) läuft schon länger. Mittlerweile wurde mit einem Grundtausch mit den Dominikanerinnen die Voraussetzung dafür geschaffen. Das pädagogische Konzept ist erstellt, jetzt geht es an die konkrete Planung. Matt glaubt, dass der Baustart 2021 erfolgen wird, bis 2024 soll dann alles fertig sein. Aufgrund der zukünftigen Doppelrolle als Volksschule und PFZ setzt man auf ein sehr offenes und flexibles Raumkonzept. Der Bürgermeister übt auch Kritik an den sich ständig ändernden politischen Interventionen: „Die Pädagogik sollte im Vordergrund stehen“, ist er überzeugt.
Mit dem Umzug des PFZ wird in der Innenstadt das alte Gymnasium, die sogenannte „Kiste“ frei werden. „Ich kann mir hier durchaus eine wirtschaftliche Nutzung, also ein Hotel, vorstellen“, erklärt Matt. Die Stadt werde jedenfalls strategisch vorgehen und nicht rein profitorientiert denken.

Lehrwerkstatt für Poly

In konkreten Verhandlungen steht die Stadt auch mit den ÖBB. Hier will man die alte Lehrwerkstätte der Eisenbahner erwerben und für das Poly als Werkstatt adaptieren. Dazu kommen auch noch weitere Grundstücke, Matt glaubt, dass das 20.000 Quadratmeter große Areal hohes Entwicklungspotenzial hat. Prinzipiell gebe es grünes Licht vom ÖBB-Vorstand, im Herbst soll das mehrere Millionen Euro schwere Grundstücksgeschäft über die Bühne gehen.

Neubauten am Campingplatz

Auch über den Campingplatz beim Waldbad macht sich die Stadt Gedanken. Der bestehende Pächter geht Ende des Jahres in den Ruhestand, das soll genutzt werden, um die in die Jahre gekommenen Bauten zu erneuern.

Wohnen im Alter

Ein letzter Schwerpunkt der Überlegungen betrifft das Wohnen im Alter. In Tosters könnte ein Grundstück für betreutes Wohnen entwickelt werden. Außerdem laufen intensive Überlegungen bezüglich eines Pflegeheims Nord, intern Haus 5 genannt. Für Matt sind hier auch überregionale Kooperationen denkbar. „Das muss wohl groß gedacht werden“, sagt er. Es könnte ein 100-Betten-Haus entstehen. Mit dem Neubau würde das Haus Schillerstraße aufgelassen werden.