Bauboom in Damüls hält an

Vorarlberg / 12.07.2019 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hotelier Arno Madlener erläutert auf der Brücke die neue Mitarbeiter-Residenz. STP

Mitarbeiterunterkunft entsteht, Hotels investieren in großzügige Umbauten.

Damüls Das Walserdorf am Schnittpunkt von Bregenzerwald, Großwalsertal und Laternsertal erlebt in diesem Sommer den größten Bauboom seiner mehr als 700-jährigen Geschichte. Mehrere Großprojekte prägen das Dorfbild – und die erste Eröffnung ging ohne große Festivitäten bereits über die Bühne. Dass diese erste Eröffnung kein Hotel- oder Appartement-Projekt betraf, ist irgendwie bezeichnend für einen Trend im Tourismus, der sein Augenmerk verstärkt auf die Mitarbeiter richtet und bemüht ist, attraktiven Wohnraum bereitzustellen, weil es immer schwieriger wird, gutes Personal zu finden – „und ohne entsprechende Wohnungen ist es noch einmal schwieriger“, weiß man auch in Damüls.

Gemeinschaftsprojekt

Deshalb haben sich Liftgesellschaft und drei Hotels zusammengeschlossen und gemeinsam ein dreistöckiges Mitarbeiterhaus für rund 50 Personen errichtet. Unter der Faschinabrücke nun die ersten Bewohner eingezogen, so Arno Madlener beim Lokalaugenschein. Der Chef der nahen Walliser Stube hat ebenso wie die Liftgesellschaft ein ganzes Stockwerk übernommen. Das dritte Stockwerk teilen sich die Hotels Mittagsspitze und Hohes Licht. Ein weiteres Personalhaus entsteht derzeit beim Hotel Alpenstern, wo – die VN Heimat berichtete – das größte Bauvorhaben in der Geschichte von Damüls umgesetzt wird. In zwei Etappen entstehen heuer bzw. im kommenden Sommer ein Appartementhaus und eine Hotelerweiterung. Insgesamt 23,5 Millionen Euro werden für Gäste und Personal investiert, das Appartementhaus soll bis zum Wintersaisonstart in Betrieb gehen.
Bis dahin sollen auch Umbau und Erweiterung beim Hotel Damülser Hof abgeschlossen sein. Die Familie Klauser hat, wie berichtet, die Baumaßnahmen so getimt, dass in jenem Teil des Hotels, der vom Bau nicht direkt tangiert wird, in der Sommersaison geöffnet werden kann.

Investition in Infrastruktur für Komfort und Sicherheit: der Tunnel zu den Pensionen Schönblick und Hertehof.
Investition in Infrastruktur für Komfort und Sicherheit: der Tunnel zu den Pensionen Schönblick und Hertehof.

Vorbereitet wird auch die Inbetriebnahme des Landhauses, der dritten Ausbauetappe der Appartementhausanlage in Oberdamüls mit insgesamt fünf Häusern und insgesamt etwa 300 Betten. Beim Hotel Hohes Licht werden Sommer und Herbst für eine umfassende Modernisierung und Erweiterung genützt. Ein neuer Hoteleingang mit Lobby, Rezeption und einer Hotelbar, ein neuer Buffetraum und das neue „Wälderstüble“ runden den Umbau ab.

Fast einem Neubau kommen die Baumaßnahmen beim Rössle auf dem Faschinajoch gleich, denn der Bestand wurde fast zur Gänze abgetragen und das ursprüngliche Gebäude aufgestockt und erweitert. Dank der guten Witterung und der zeitsparenden Elementbauweise in Brettsperrholz konnte bereits Dachgleiche gefeiert und mit Fenstereinbau und Innenausbauarbeiten begonnen werden.

Tunnel zwischen Hotels

Planmäßiger Baufortschritt wird auch von einem Projekt gemeldet, das für Komfort und Sicherheit realisiert wird: „Der Tunnelwurm frisst sich immer weiter hoch“, umschreibt Planer Johann Muxel den Stand der Dinge bei einem Projekt, das den Pensionen Schönblick und Hertehof einen kreuzugsfreien Zugang sichert. Mit einem 102 Meter-Tunnel wird die Skipiste der Seilbahn Oberdamüls untertunnelt und eine wintersichere Zufahrt zur neuen Tiefgarage geschaffen. STP