Erfolg für Caritas-Lerncafés

Vorarlberg / 01.08.2019 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Beate Bröll ist mit viel Leidenschaft darum bemüht, Kindern eine gute Lernumgebung zu schaffen. Caritas
Beate Bröll ist mit viel Leidenschaft darum bemüht, Kindern eine gute Lernumgebung zu schaffen. Caritas

Beate Bröll koordiniert hauptverantwortlich alle sieben Lerncafés.

dornbirn Die Freude über den Erfolg ist Beate Bröll anzuhören. Von den 240 Schülerinnen und Schülern, die in den sieben Lerncafés der Caritas während des vergangenen Schuljahrs intensiv gebüffelt haben, schafften bis auf zehn alle die Versetzung in die nächste Schulstufe oder den Wechsel in eine andere Schule. „Das ist die höchste Erfolgsquote seit dem Start der Lerncafés vor acht Jahren“, kann Bröll berichten. Die Hauptschullehrerin für Deutsch und Geschichte ist seit 2012 dabei. Damals übernahm sie das Lerncafé in Dornbirn und baute es auf, seit heuer ist sie für alle bislang bestehenden sieben Lerncafés zuständig. Im Herbst kommen zwei weitere dazu, und zwar in Feldkirch und Bludenz. „Freiwillige, die die Kinder beim Lernen unterstützen wollen, werden für alle Standorte gesucht. Herzlich willkommen sind auch Unternehmen, die die Fachkräfte von morgen schon jetzt gezielt fördern möchten“, rührt Beate Bröll die Werbetrommel für die gute Sache.

Kostenloses Angebot

Die Lerncafés sind ein kostenloses Angebot für Schülerinnen und Schüler von acht bis 14 Jahren aus sozial benachteiligten Familien. „Diese Kinder sollen die Möglichkeit haben, den schulischen Alltag positiv zu meistern“, betont Bröll den präventiven Charakter des Projekts. Aus ihrer Sicht stellen die Lerncafés, in denen sich derzeit rund 78 Freiwillige engagieren, aber mehr als nur einen Ort zum Hausaufgabenmachen oder des Lernens für Schularbeiten dar. „Das Team unterstützt und befähigt die Schüler auch, sich selbst beim Lernen zu organisieren und die sozialen Kompetenzen zu stärken“, weiß Beate Bröll aus ihrem reichen Erfahrungsschatz. Zufrieden merkt sie noch an: „Wir sind sehr stolz auf die Kinder und Jugendlichen, die das Lernen für sich entdecken und Spaß dabei haben, selbst wenn die Umstände nicht optimal sind.“

Gerne erzählt sie deshalb von schönen Erfolgsgeschichten. Für den 14-jährigen Arda beispielsweise beginnt im Herbst ein neuer Lebensabschnitt. Er wird die Handelsakademie in Bregenz besuchen. Arda ist einer von zehn Schülern, die im Herbst auf eine weiterführende Schule wechseln, drei beginnen eine Lehre. „Sie sind die Fachkräfte von morgen, die die Wirtschaft heute so dringend braucht“, weist Beate Bröll auf das Potenzial der Kinder hin. Die anderen Kinder, die den Pflichtschulabschluss ebenfalls geschafft haben, besuchen mit inzwischen guten Noten überwiegend die Polytechnische Schule und machen sich dann auf die Suche nach einer passenden Lehrstelle.

Steigender Bedarf

Der Bedarf an Plätzen in den Lerncafés ist groß. Beate Bröll spricht von stetig steigenden Schülerzahlen und von Wartelisten. In ihrem Lerncafé in Dornbirn etwa hat sie 64 Schüler auf vier Nachmittage verteilt. Freiwillige Lernhelfer für das Projekt zu finden sei nicht allzu schwer. „Der Erfolg zeigt sich schnell“, sagt Bröll. Auf diese Weise ziehen auch die Ehrenamtlichen viel Freude aus ihrer Tätigkeit. Für Beate Bröll ist aus der früheren Teilzeitarbeit mittlerweile eine Vollzeitstelle geworden. Rahmenbedingungen zu schaffen, die Kindern, Eltern und Freiwilligen gerecht werden, erfordert Zeit. Bröll führt in ihrer Funktion als Lerncafé-Koordinatorin außerdem viele Gespräche mit Pädagogen. Im kommenden Schuljahr liegt der Schwerpunkt auf der Sprachförderung. „Dabei wird es Schulungen für die Freiwilligen geben, in denen es unter anderem darum geht, wie Textaufgaben in Mathe sprachsensibel vermittelt werden“, nennt Bröll ein Beispiel, denn: „Es geht immer darum, das Beste für die Kinder herauszuholen.“

Alter: 51

Ausbildung: Hauptschullehrerin für Deutsch und Geschichte, Studium der Erziehungswissenschaften

Familie: verheiratet, drei erwachsene Kinder