Theresa Amann lässt Kinder in „KleinFeldkirch“ übernehmen

Vorarlberg / 20.08.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Schon als Kind hat Theresa Amann die Kinderstadt Klein Feldkirch besucht, heute leitet sie sie. VN/SCHWEIGKOFLER

Theresa Amann ist die Projektleiterin der Kinderstadt Feldkirch.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Seit Montag, 10 Uhr, beherbergt das Alte Hallenbad in Feldkirch zum 13. Mal die Kinderstadt KleinFeldkirch. Diese findet alle zwei Jahre statt und lässt drei Wochen lang die Kinder aus Feldkirch ihre eigene Stadt bauen. Eine zentrale Rolle für einen gelungenen Ablauf spielt Projektleiterin Theresa Amann. Sie kennt KleinFeldkirch von der Pike auf.

„Ich war selbst schon als Kind in der Kinderstadt“, erzählt sie. „Ich glaube, es war sogar die allererste Kinderstadt.“ Heute läuft bei Amann alles zusammen, denn zum vierten Mal leitet die gebürtige Feldkircherin KleinFeldkirch. 230 bis 300 Kinder, 30 Betreuer und an die 20 freiwillige Helfer bevölkern täglich die Stadt im Alten Hallenbad, Amann ist für alle Ansprechpartner und sorgt dafür, dass alles läuft. „Am schönsten ist immer der Moment, wenn die Kinder übernehmen“, schwärmt sie. „Dann werde ich nicht mehr gebraucht.“ Denn die Kinder kümmern sich selbst um die Entwicklung der Stadt. Es gibt einen Stadtrat, ein Gericht, eine Bank, eine Universität und jede Menge Arbeitsplätze und Projekte. Das Programm richtet sich an Kinder von sieben bis zwölf Jahren, die in den letzten Ferienwochen werktags von 10 bis 16 Uhr die Kinderstadt zum Leben erwecken. 

„Wir haben jedes Mal eine Finanzkrise, die wird in der Regel in zwei Tagen gelöst.“

Theresa Amann, PL Kleinfeldkirch

„Als Kind war KleinFeldkirch riesengroß“, erinnert sich Amann an ihre erste Teilnahme. Sechs Wochen lang ist die Pädagogin für die Kinderstadt angestellt – zwei Wochen im Vorfeld, wenn die letzten Details geklärt werden und der Aufbau der Stadt erfolgt, dann für die Zeit der Kinderstadt selbst und eine Woche im Nachgang. Eine Zeit, die rasch vergeht. „Die Kinderstadt ist sehr schnelllebig“, erklärt sie. „Wir haben beispielsweise jedes Mal eine Finanzkrise, die wird in der Regel in zwei Tagen geklärt.“

Und trotzdem: Die Kinderstadt ist immer anders, betont Amann. Da sich die Kinder selbst einbringen, entwickelt sich KleinFeldkirch immer wieder neu. Heuer spielt zum Beispiel das Thema Upcycling eine größere Rolle, das Umweltbewusstsein sei bei den Kindern mittlerweile stark entwickelt. Geändert habe sich auch, dass gerade ältere Kinder über ein Handy verfügen: „Wir haben damit aber keine Probleme, die Kinder haben eigentlich gar keine Zeit dafür.“ Bemerkbar gemacht hätten sich die Handys erst, als sie mit dem regierenden Kinderstadtrat, der 2017 gewählt wurde, Kontakt aufgenommen hat. „Die hatten sich schon über WhatsApp organisiert“, lacht sie. Am Donnerstag wird übrigens neu gewählt, schnelle Regierungswechsel sind in KleinFeldkirch vorprogrammiert.

Exit vom Brexit

Theresa Amann lebt heute nicht mehr in Feldkirch. Seit fünf Jahren wohnt sie in Chester, einer mittelgroßen englischen Stadt unweit von Liverpool. „Ich kehre gerade zurück in den Bildungsbereich“, erzählt sie, dass sie sich beruflich verändert. Sie will aber in Chester bleiben, auch wenn der Brexit aktuell auf der Insel für ein Klima der Ungewissheit sorge. „Chester ist eine ganz besondere Stadt“, sagt sie. „Es gibt hier eine große Live-Musikszene, das gefällt mir beispielsweise sehr gut.“ Auch Wandern lasse es sich gut, vor allem am nahen Meer. Die letzten Jahre seien aber schon turbulent gewesen. Gerade vor dem Brexit-Referendum habe man es plötzlich gespürt, dass man nicht „von hier“ komme. Das habe sich gelegt. Amann hat eben erst einen Antrag für eine Aufenthaltserlaubnis gestellt. Fünf Jahre darf sie jetzt sicher bleiben, egal was passiert. „Aber es ist schon komisch, wenn man plötzlich so einen Antrag stellen muss.“ Eine Rückkehr nach Vorarlberg ist zumindest aktuell kein Thema. Aber: „Es ist schon sehr schön in Vorarlberg“, meint die Kinderstadtleiterin und: „Alle Freunde aus Kindheitstagen sind hier.“

Theresa Amann

Die gebürtige Feldkircherin leitet zum vierten Mal die Kinderstadt KleinFeldkirch.

Wohnort: Chester (UK)

geboren am 21. August 1988

Beruf: Lehrerin, Projektleiterin KleinFeldkirch

Hobbys: Badminton, Wandern, Konzerte besuchen