Vierstündige Suchaktion: Vermisster war zuhause

Vorarlberg / 08.09.2019 • 19:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
An der Suche waren rund 100 Einsatzkräfte aus Vorarlberg, Deutschland und der Schweiz beteiligt.BENJAMIN LISS

Knapp 100 Einsatzkräfte suchten am See nach 25-Jährigem.

Geraldine Reiner

Bregenz, Meersburg Auf dem Bodensee ist am Samstagabend ein internationaler Seenotalarm ausgelöst worden. Einsatzkräfte aus Vorarlberg, Deutschland und der Schweiz rückten zu Lande, zu Wasser und in der Luft zu einer großangelegten Suchaktion aus. Die Befürchtung: Ein 25-jähriger Mann könnte zwischen Meersburg und Bregenz über Bord eines Linienschiffes gegangen sein.

Es war um kurz nach 21 Uhr, als der Kapitän der MS Vorarlberg bei der Vorarlberger Polizei einen möglicherweise verschwundenen Passagier meldete. Eine Gruppe, der laut Landespolizeidirektion auch einige Vorarlberger angehörten, hatte das Weinfest in Meersburg besucht. Zu späterer Stunde ging es dann beschwingt mit dem Schiff zurück nach Hause. Als die Ausflügler in Bregenz ankamen, fehlte von dem 25-Jährigen jede Spur. Bei Wasserburg wurde er allerdings noch an Bord gesehen.

20 Boote

Rund 100 Einsatzkräfte suchten daraufhin fast vier Stunden lang den See und das Ufer nach dem jungen Mann ab. Laut Wasserrettung Hard waren knapp 20 Boote unterwegs. Im Einsatz stand auch der nachtflugtaugliche Polizeihubschrauber „Edelweiß“ aus München und der Rettungshubschrauber REGA aus der Schweiz. Um kurz vor 00.45 Uhr dann die erlösende Nachricht der Schwester: Der 25-Jährige sei wohlbehalten zu Hause in Montlingen (Schweiz) angekommen. Wie sich herausstellte, hatte der Gesuchte beim Aussteigen in Bregenz den Kontakt zu seiner Gruppe verloren und sich deshalb ein Taxi genommen. Er soll knapp 1,6 Promille Alkohol im Blut gehabt haben. 

An der Suchaktion beteiligten sich laut Polizei unter anderem die Feuerwehren Bregenz-Stadt, Hard, Lindau und Wasserburg, das Technische Hilfswerk Lindau, die Wasserwacht Lindau, Nonnenhorn und Weiler, die Wasserrettung Hard, Lindau und Weiler sowie diverse Polizeistreifen aus der Dreiländerregion. Dass der 25-Jährige die Kosten des Einsatzes selber tragen muss, hält der Vorarlberger Polizeisprecher Horst Spitzhofer für eher unwahrscheinlich. „Dafür müsste eine Fahrlässigkeit bzw. eine grobe Fahrlässigkeit vorliegen“, erläutert er.