Der Abschied fällt schwer

Vorarlberg / 08.10.2019 • 21:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ich habe unheimlich viel gelernt, aber mir mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhofft. Man merkt den Unterschied zwischen Legislative und Exekutive. Deshalb konzentriere ich mich auf die Kommunalpolitik, dort ist man näher am Menschen. Der Landtag ist eher eine geschlossene Gesellschaft. Daniel Steinhofer, ÖVP, seit 2014 im Landtag

Ich habe unheimlich viel gelernt, aber mir mehr Gestaltungsmöglichkeiten erhofft. Man merkt den Unterschied zwischen Legislative und Exekutive. Deshalb konzentriere ich mich auf die Kommunalpolitik, dort ist man näher am Menschen. Der Landtag ist eher eine geschlossene Gesellschaft. Daniel Steinhofer, ÖVP, seit 2014 im Landtag

Fünf Mandatare blicken auf ihre Zeit im Landtag zurück. Sie treten nicht mehr zur Landtagswahl an.

Bregenz Die Redestatistik der Abgeordneten bietet kein vollständiges Bild ihrer Arbeit. Sie zeigt aber, wie oft und wie lange jemand spricht. Seit 2017 errechnen die VN aus dem Videoarchiv des Landtags die fleißigsten Redner. Am Sonntag wird der neue Landtag gewählt. Ein Blick auf die Hälfte der vergangenen Legislaturperiode zeigt: Seit 2017 ist Sabine Scheffknecht die einsame Spitzenreiterin.

Für zehn Abgeordnete endet am Sonntag die Landtagsarbeit, unter anderem für Daniel Steinhofer (ÖVP), Cornelia Michalke (FPÖ), Adi Gross (Grüne), Gabriele Sprickler-Falschlunger (SPÖ) und Daniel Matt (Neos). Sprickler-Falschlunger saß seit 2019 im Landtag. Sie erinnert sich: „Eine meiner ersten Reden war beim Budget, als ich Sausgruber beim Thema Kinderbetreuung frontal angegriffen habe. Ich war irrsinnig nervös.“ Michalke sprach im Jahr 2014 erstmals zum Regierungsprogramm. „Mit der normalen Nervosität, aber die fünf Jahre Erfahrung im Bundesrat haben mir geholfen“, blickt sie zurück. Gross betrat den Landtag 2014. „Die erste Sitzung habe ich tief in Erinnerung, ich war danach völlig fertig. Was mir da alles umgehängt wurde!“ Steinhofer zog für die ÖVP ebenfalls 2014 ein. „Meine erste Rede war zur Militärmusik, als sie abgeschafft werden sollte“, blickt er zurück. „Ich war selber dabei, mein Herzblut steckte also darin.“ Für Daniel Matt ging es 2017 los. „Bei meiner ersten Rede ist es um die Mindestsicherung gegangen. Es hat mich schon Überwindung gekostet, ans Rednerpult zu treten.“

Sprickler-Falschlunger erinnert sich positiv an die von ihr angeregte Änderung des Regionalen Strukturplans. Negativ sei, dass beim Thema Frauen und Gleichberechtigung immer noch über grundlegende Dinge diskutiert werden müsse. Michalke erinnert sich positiv an die Zusammenarbeit mit Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (ÖVP). „Ein negatives Erlebnis war, als ich von Grün und Rot in ein Eck gestellt wurde, in dem ich nicht bin. Das hat mich sehr getroffen.“ Steinhofer ist kein negatives Erlebnis in Erinnerung, erzählt aber: „Mir ist schon aufgefallen, dass viele Abgeordnete den Saal verlassen, sobald die Medien weg sind.“ Als positiv bezeichnet er die Kompromissfindung beim Gemeindegesetz. Für Gross ist das ein Negativbeispiel: „Die Verhandlungen haben viel Energie gekostet, was das Scheitern frustrierend machte.“ Sonst erinnert er sich positiv an die Zusammenarbeit mit der ÖVP. „Es gab immer eine Vertrauensbasis.“ Matt gibt als positives Beispiel die vielen Bürgerkontakte an, als Negativbeispiel nennt er die Kälbertransporte: „Wer sich gegen das System stellt, kämpft gegen Windmühlen.“

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und Freude bereitet. Vor allem dass ich einigen Menschen direkt helfen konnte und mich speziell für Menschen mit Unterstützungsbedarf und dem Thema Pflege einsetzen durfte. Veranstaltungen in diesem Bereich waren sicher ein Highlight der Arbeit im Landtag. Cornelia Michalke, FPÖ, seit 2014

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und Freude bereitet. Vor allem dass ich einigen Menschen direkt helfen konnte und mich speziell für Menschen mit Unterstützungsbedarf und dem Thema Pflege einsetzen durfte. Veranstaltungen in diesem Bereich waren sicher ein Highlight der Arbeit im Landtag. Cornelia Michalke, FPÖ, seit 2014

Es war eine spannende Zeit. Die Arbeit als Klubobmann beim kleinere Partner war eine große Herausforderung, ich musste nach innen wie nach außen verhandeln, man sitzt zwischen den Stühlen. Man kann in dieser Position aber sehr viel gestalten. Ich kann auf viele Dinge zurückblicken, auf die ich stolz bin. Adi Gross, Grüne, seit 2014

Es war eine spannende Zeit. Die Arbeit als Klubobmann beim kleinere Partner war eine große Herausforderung, ich musste nach innen wie nach außen verhandeln, man sitzt zwischen den Stühlen. Man kann in dieser Position aber sehr viel gestalten. Ich kann auf viele Dinge zurückblicken, auf die ich stolz bin. Adi Gross, Grüne, seit 2014

Landtagsarbeit ist in kleinen Fraktionen sehr anstrengend. Es sind Dinge dabei, die Spaß machen, und welche, die mühsam sind. Man muss an Themen dranbleiben und die Regierung sensibilisieren. Die Hauptarbeit findet zu Hause am Tisch statt, wenn man sich in Thema einarbeitet. Gabriele Sprickler-Falschlunger, SPÖ, seit 2009

Landtagsarbeit ist in kleinen Fraktionen sehr anstrengend. Es sind Dinge dabei, die Spaß machen, und welche, die mühsam sind. Man muss an Themen dranbleiben und die Regierung sensibilisieren. Die Hauptarbeit findet zu Hause am Tisch statt, wenn man sich in Thema einarbeitet. Gabriele Sprickler-Falschlunger, SPÖ, seit 2009

Die Zeit war sehr spannend, mit umfangreichen und vielschichtigten Aufgaben. Ich habe viele Erfahrungen gemacht und Einblicke bekommen, die sonst nicht möglich gewesen wären. Aber man hat nicht mehr viel Freizeit. Bei der Lebensqualität und der Work-Life-Balance muss man Abstriche machen. Daniel Matt, Neos, seit 2017

Die Zeit war sehr spannend, mit umfangreichen und vielschichtigten Aufgaben. Ich habe viele Erfahrungen gemacht und Einblicke bekommen, die sonst nicht möglich gewesen wären. Aber man hat nicht mehr viel Freizeit. Bei der Lebensqualität und der Work-Life-Balance muss man Abstriche machen. Daniel Matt, Neos, seit 2017