Sonderschule in Feldkirch von der Schließung bedroht

Vorarlberg / 12.10.2019 • 08:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Perspektiven für das Sonderpädagogische Förderzentrum in Feldkirch sind schlecht. FOTO: VN/PAULITSCH

Am Montagnachmittag erfolgt Information an Eltern und Pädagogen.

feldkirch Dem Pädagogischen Förderzentrum in Feldkirch droht die Schließung. Christian Kompatscher, in der Bildungsdirektion für Sonderpädagogik und Integration zuständig, bestätigte auf VN-Nachfrage entsprechende Überlegungen und damit die Befürchtungen besorgter Eltern. Am Montagnachmittag wird er Lehrer und Eltern über die Pläne informieren, am Dienstagabend tagt die Stadtvertretung. Sie muss darüber befinden, ob der anvisierte Neubau der Volksschule Altenstadt ohne Sonderschulklassen umgesetzt wird. Sollte es zu einem positiven Beschluss kommen, ist das Schicksal des Förderzentrums besiegelt.

40 Kinder betroffen

Laut Vizebürgermeisterin Gudrun Petz-Bechter wurde die Frage bereits vergangene Woche im Ausschuss behandelt und die Empfehlung, den Bau ohne Sonderschulkassen auszuführen, einstimmig zur Behandlung an die Stadtvertretung zugewiesen. Fällt die Entscheidung auch dort zugunsten einer Planänderung aus, beginnt die Demontage des Förderzentrums. „Das passiert aber nicht von heute auf morgen“, beschwichtigt Kompatscher. Er spricht von einem Zeitraum von vier bis fünf Jahren. Aktuell wären etwa 40 Kinder betroffen. Sie sollen auf die Allgemeinen Sonderschulen in Rankweil und Schlins aufgeteilt werden. Dort gebe es noch Raumkapazitäten. Bei Neuaufnahmen wird schon jetzt geprüft, welche Schule für die Kinder infrage kommt. In diesem Zusammenhang will Christian Kompatscher die Integration von Kindern mit Förderbedarf in das Regelschulwesen verstärkt vorantreiben. Außerdem ist vorgesehen, die Berufsvorbereitungsklassen in die Polytechnische Schule einzugliedern, die ebenfalls neu errichtet wird.

Die Initiative zu dieser bei den Eltern umstrittenen Maßnahme ging von der Bildungsdirektion aus. Ende Juni flatterte den Stadtverantwortlichen ein Ersuchen auf den Tisch, den Planungsprozess für die Volksschule Altenstadt nochmals zu überdenken. „Erfreut waren sie nicht“, räumt Christian Kompatscher freimütig ein. Als Hintergrund seiner Überlegungen gibt er eine Datenanalyse an. Sie offenbarte, dass der Bezirk Bregenz prozentuell nur halb so viele Sonderschulplätze aufweist, wie der Bezirk Feldkirch, aber doppelt so viele Schüler in Integrationsklassen hat, wie dies in Feldkirch der Fall ist. Die Rechnung betreffe nur die Allgemeinen Sonderschulen im Bezirk und beinhalte nicht einmal die öffentlichen Einrichtungen.

Räumliche Nähe

Ein anderes Argument, das aus Sicht der Bildungsdirektion für die Schließung des Förderzentrums am derzeitigen Standort unweit der Stadtwerke spricht, ist die räumliche Nähe der Volksschule in Altenstadt zum Sonderschulstandort Rankweil. Es gehe nicht darum, Kosten zu sparen, betont Kompatscher, sondern die beste Lösung für jedes Kind zu finden. Pikanterie am Rande: Das Gebäude, in dem das Pädagogische Förderzentrum derzeit untergebracht ist, gilt als eines der begehrtesten in der Feldkircher Innenstadt.