Windböe ließ Doppelmayr-Gondel abstürzen

Vorarlberg / 21.10.2019 • 21:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die völlig zerstörte Doppelmayr-Gondel der Rotenfluebahn.
Die völlig zerstörte Doppelmayr-Gondel der Rotenfluebahn.

Massiver Windstoß ließ 8er-Gondel der Rotenfluebahn im Kanton Schwyz gegen Stütze krachen und brachte diese in der Folge zum Absturz.

Rickenbach Eine Verkettung unglücklicher Ereignissen hat am Sonntagmittag zum Absturz einer Doppelmayr/Garaventa-Gondel der Rotenfluebahn im schweizerischen Kanton Schwyz geführt. Das ergab die Untersuchung am Tag nach dem Unfall. „Es war eine außergewöhnlich massive Windböe, die seitlich auf die leere Gondel traf, worauf diese so auspendelte, dass sie mit der Stütze kollidierte und in der Folge abstürzte», informiert Bahn-Chefin Nathalie Henseler.

Die auf der Talfahrt befindliche 8er-Gondel der Rotenfluebahn Mythenregion AG in Rickenbach war gestern kurz vor Mittag mit der Stütze 6 kollidiert und rund 20 Meter in die Tiefe gestürzt. „Es herrschten den ganzen Vormittag ruhige Windverhältnisse, bis sich die Wetter- und Windsituation plötzlich änderte, worauf das Bahnpersonal sofort mit der Schließung der Bahn begann und keine Gäste mehr auf die Bahn ließ“, sagt Henseler. „Es dauert maximal 20 Minuten, bis alle Gondeln geleert sind, in dieser Zeit ist der Zwischenfall passiert“, führt die Delegierte des Verwaltungsrates weiter aus.

Keine Verletzten

Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich niemand in der Gondel. Es gab keine Verletzten. Die auf die restlichen Gondeln verteilten 50 Fahrgäste konnten die Rotenfluebahn in den nächstgelegenen Stationen unversehrt verlassen.

Obwohl die Anlage bereits am Montag durch die Schweizerische Unfalluntersuchungsstelle (SUST) wieder für den Betrieb freigegeben worden war, wurde der Bahnbetrieb vorübergehend eingestellt. „Weil die Sicherheit für uns oberste Priorität hat, haben wir den Seilhersteller damit beauftragt, das Seil am Montag zu prüfen“, begründet Henseler diese Maßnahme.

Bahn wurde erst 2014 errichtet

Die Rotenfluebahn war erst vor fünf Jahren vom Doppelmayr-Schwesterunternehmen Garaventa neu erbaut worden, nachdem gut zehn Jahre zuvor die Betriebsbewilligung für die alte Anlage ausgelaufen war. Als Besonderheit wurden die Zwischenstation und mehrere Stützen so ausgelegt, dass sie Rutschungen des Geländes ausgleichen können. Die Rotenfluebahn verbindet Rickenbach mit dem Hausberg Rotenflue im Massiv Mythen. Sie überwindet über 16 Stützen eine Höhendifferenz von 958 Metern. Die über 20 Kabinen fassen je acht Personen.

Die Stütze 6 der Rotenfluebahn wurde einer der 8er-Gondeln zum Verhängnis.
Die Stütze 6 der Rotenfluebahn wurde einer der 8er-Gondeln zum Verhängnis.
Die Kabine stürzte rund 20 Meter in die Tiefe.
Die Kabine stürzte rund 20 Meter in die Tiefe.