Sonderschul-Aus bleibt Thema in Feldkirch

Vorarlberg / 22.10.2019 • 15:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im alten Gymnasium in Feldkirch ist das Pädagogische Förderzentrum mitsamt der Sonderschule untergebracht. Die Schule soll aufgelassen werden, dagegen gibt es Widerstand. VN/SCHWEIGKOFLER

Nach Vertagung des Grundsatzbeschlusses wird hinter Kulissen gesprochen.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Am vergangenen Dienstag erzielten die Eltern und Lehrer der Sonderschule Feldkirch einen Teilerfolg. Wie berichtet beschloss die Stadt Feldkirch keinen neuen Grundsatzbeschluss für den Neubau der VS Altenstadt ohne Einbeziehung des Pädagogischen Förderzentrums. Aber die Schließung der Sonderschule droht nach wie vor. Landesrätin Barbara Schöbi-Fink verweist darauf, dass von den Experten im Sinne der schrittweisen Inklusion die Frage aufgeworfen wurde, ob es „Sinn macht, als Ersatz für das PFZ gleich viele Plätze am Standort Altenstadt neu zu bauen“. Das stelle jetzt natürlich alle vor eine Herausforderung. Schöbi-Fink kündigt an, dass sie und Landesschulinspektor Christian Kompatscher (Leiter Inklusion und Sonderpädagogik) auf die Betroffenen zugehen werden. Denn „die Kommunikation mit den Betroffenen ist leider nicht ideal verlaufen“, meint die Landesrätin.

Zu Wort gemeldet haben sich zwischenzeitlich auch die Lehrer im ÖAAB, einer VP-Teilorganisation. Sie betonen, dass die Angebote der Sonderschulen zeitgemäß und notwendig sind. Es gebe genügend Eltern und Kinder, die mit integrativen Schulen nicht klar kommen würden und deshalb – freiwillig – die Sonderschule bevorzugen. Deshalb müsse das Angebot aus-, nicht abgebaut werden. „Man kann vermuten“, meint Wolfgang Türtscher, Obmann der ÖAAB-Lehrer, „dass man von Inklusion spricht und Sparmaßnahmen meint.“ Ein Schüler kostet in Österreich im Schnitt 8000 Euro, ein Sonderschüler 32.000 Euro.

Eltern formieren sich

Die betroffenen Eltern formieren sich jedenfalls, die Gründung eines Eltervereins steht im Raum. Man wolle in dem sehr emotionalen Thema mit Argumenten überzeugen, hier bereite man sich vor, wurde der VN-Heimat mitgeteilt. Dabei sehe man die Rolle der Stadt weiterhin kritisch.

Die Eltern der Schüler am Pädagogischen Förderzentrum wollen Argumente für den Erhalt der Einrichtung sammeln und hoffen auf ein Umdenken. VN/Schweigkofler
Die Eltern der Schüler am Pädagogischen Förderzentrum wollen Argumente für den Erhalt der Einrichtung sammeln und hoffen auf ein Umdenken. VN/Schweigkofler

Die zuständige Stadträtin Gudrun Petz-Bechter teilte auf Anfrage mit, dass man die Vorbehalte der Eltern gut nachvollziehen könne. „Trotzdem sind die Empfehlungen sowie die Expertise der Bildungsdirektion für uns als Schulerhalter maßgeblich.“ Es sei nun wichtig, dass die Bildungsdirektion mit Eltern und Lehrkörper das Gespräch suche, damit für jedes Kind eine praktikable Lösung gefunden werden könne.