Vorarlbergerinnen für Gemeindepolitik begeistern

Vorarlberg / 31.10.2019 • 18:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Kiki Karu (Altach), Patricia Tschallener (Hohenems) Sabine Sieber (Koblach), Magdalena Paulus (Moderation), Sandra Gassner (Mäder), Edith Lampert-Deuring (Götzis).

Bei einer Informationsveranstaltung in Altach gaben fünf Gemeindepolitikerinnen Auskunft über ihren Einstieg und ihre Erfahrungen in der Politik.

Altach, Kummenberg Ausgangslage und Zielsetzung sind so ernüchternd wie klar. Gerade einmal ein knappes Viertel der Gemeindevertretungsmandate ist derzeit von Frauen besetzt, was nochmal deutlich weniger als im Nationalrat (zuletzt rund 40 Prozent) und im Landtag (ca. 30 Prozent) ist. Kiki Karu, Frauensprecherin aus Altach, ist aber überzeugt: „Wer in der Gemeindestube sitzt, gestaltet das Leben in seiner Gemeinde entscheidend mit.“ Darauf begründet sich auch das Ziel des überparteilichen und vom Land Vorarlberg unterstützen Frauennetzwerkes: Nach den Gemeindevertretungswahlen im kommenden Frühjahr soll sich der prozentuelle Anteil von weiblichen Mandatarinnen deutlich erhöht haben. Aus diesem Grund unterstützt man interessierte Frauen bei ihrem Schritt in die Politik.

Weibliche Sichtweise

Etwa bei einer Informationsveranstaltung im Altacher KOM, bei der Gemeindepolitikerinnen aus der Region amKumma und aus Hohenems im Rahmen einer Podiumsdiskussion über ihren Einstieg und ihre Erfahrungen in der Politik berichteten. Über alle Parteigrenzen hinweg war man sich einig: 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist die weibliche Sichtweise in der Politik immer noch unterrepräsentiert. Sich aber einfach nur zu Hause über Entscheidungen der verantwortlichen Politiker aufzuregen, ist zu wenig – es gilt vielmehr, sich aktiv zu beteiligen, seine Meinung zu vertreten und damit auch mitzugestalten.

Unterschiedliche Zugänge

Die Zugänge zur Politik der anwesenden Politikerinnen waren durchwegs unterschiedlich, die Betätigungsfelder dann aber doch recht ähnlich. Die meisten bemühen sich um die Weiterentwicklung von Bildungseinrichtungen, um Kinder- und Familienpolitik oder um allgemeine soziale Fragen. Allen gemein war auch ihr Engagement vor der Politik in Vereinen oder Schulen. Die zeitliche Belastung, die so manche potenzielle Kandidatin von einem aktiven Engagement abschreckt, wurde von allen als „kein Problem“ gesehen, je nach Einsatz könne dies aber sehr stark variieren. Einig war man sich dann auch, dass die politische Arbeit auf jeden Fall einen persönlichen Mehrwert mit sich gebracht hat.

Die Informationsveranstaltungen des Vorarlberger Frauennetzwerks gehen in den nächsten Wochen und Monaten weiter, etwa in der Region Kummenberg mit einem Workshop in Altach zum Thema „Die politische Arbeit in der Gemeinde“ am Donnerstag, 14. November. CEG

Warum wollen Sie sich in der Politik engagieren?

Ulrike Jauk, 40, Altach:  Ich bin keine Quotenverfechterin, aber es braucht mehr Frauen in der Politik. In Sachen Kinderbetreuung ist in den letzten Jahren viel passiert, aber durchaus noch Luft nach oben. Heute Abend bin ich hier, um mich mehr zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen.
Ulrike Jauk, 40, Altach: Ich bin keine Quotenverfechterin, aber es braucht mehr Frauen in der Politik. In Sachen Kinderbetreuung ist in den letzten Jahren viel passiert, aber durchaus noch Luft nach oben. Heute Abend bin ich hier, um mich mehr zu vernetzen und neue Kontakte zu knüpfen.
 Monika Raggl, 54, Frastanz: Ich kenne die Politik seit  30 Jahren als Sekretärin des Bürgermeisters und wurde schon öfters gefragt, ob ich nicht kandidieren möchte. Nun will ich das endlich umsetzen und meine Erfahrungen einbringen.
Monika Raggl, 54, Frastanz: Ich kenne die Politik seit 30 Jahren als Sekretärin des Bürgermeisters und wurde schon öfters gefragt, ob ich nicht kandidieren möchte. Nun will ich das endlich umsetzen und meine Erfahrungen einbringen.
 Sabrina Krassnitzer, 26, Schnifis: Ich bin erst kürzlich nach Schnifis gezogen und möchte mich nun in meiner neuen Heimatgemeinde aktiv einbringen. Ich denke, in einer kleinen Gemeinde ist es leichter, etwas zu bewegen. Der Bereich Soziales und Familie wären meine Interessensgebiete.
Sabrina Krassnitzer, 26, Schnifis: Ich bin erst kürzlich nach Schnifis gezogen und möchte mich nun in meiner neuen Heimatgemeinde aktiv einbringen. Ich denke, in einer kleinen Gemeinde ist es leichter, etwas zu bewegen. Der Bereich Soziales und Familie wären meine Interessensgebiete.