Kinderpornos aus dem Netz gesammelt

Vorarlberg / 05.11.2019 • 09:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte mit Verteidiger Christoph Dorner vor Richter Martin Mitteregger. ECKERT

Verheirateter Familienvater zu bedingter Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt.

Christiane Eckert

Feldkirch Im Jahr 2009 bekam der Arbeiter die erste Vorstrafe und bereits damals, vor knapp zehn Jahren, war es sein Sexualtrieb, der dem Mann die Verurteilung einbrockte. 2011 dann die nächste Verurteilung. Dieses Mal ging es um Onanieren in einem Schwimmbad, somit sittliche Gefährdung. Obwohl der Mann aufgrund seiner Entgleisungen seine Arbeitsstelle verlor und gesellschaftlich geächtet wurde, konnte er im vergangenen Jahr nicht widerstehen und suchte mithilfe kinderpornografischen Materials im Internet nach sexueller Befriedigung. Doch der knapp 50-Jährige tappte in die Falle, mittels eines Filters wurde er ausgeforscht und stand nun zum dritten Mal wegen eines Sexualdelikts in Feldkirch vor Gericht.

780 Bilder

Insgesamt besaß der verheiratete Familienvater 780 Fotos und 24 Videodateien. Vier Bilder hat er an Gleichgesinnte weitergeschickt. Offenbar findet der Mann ausschließlich Gefallen an Buben. Der Unterländer zeigt sich geständig, er weiß, dass er endlich etwas ändern muss, wenn er nicht im Gefängnis landen will. „Seine Familie unterstützt ihn, diese sexuellen Neigungen in den Griff zu bekommen“, bittet Verteidiger Christoph Dorner um ein mildes Urteil und signalisiert unter anderem die Bereitschaft des Mannes, endlich eine Therapie in Angriff zu nehmen. In Chatprotokollen teilte der Angeklagte anderen Usern mit, dass er kein Interesse an Jugendlichen unter 14 oder Kindern habe.

3600 Euro Geldstrafe

Die Verteidigung betont, dass es extrem einfach sei, an kinderpornografisches Material zu kommen. Beim Angeklagten handle es sich um keinen gefährlichen Triebtäter, der Kinder anfasst. Die Tochter des Beschuldigten, die um die Vorfälle weiß, vertraue ihm sogar die Enkelkinder an, ohne sich Sorgen zu machen. „Es fehlte nur wenig und die Straftaten wären verjährt gewesen, dann hätte mein Mandant als unbescholten gegolten“, betont der Anwalt, dass die Vorstrafen fast zehn Jahre her sind. Richter Martin Mitteregger verhängt eine siebenmonatige Haftstrafe auf Bewährung und 3600 Euro Geldstrafe. Außerdem muss der Mann eine Therapie machen. Absolviert er diese nicht, muss er ins Gefängnis. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.