Im Leben von Maria Ortner spielt die Musik eine Hauptrolle

Vorarlberg / 07.11.2019 • 12:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Gerne übt Maria Ortner an der Orgel im Dornbirner Kloster, das für sie ein vertrauter Ort geworden ist. EH

Menschen aus der Heimat: „Musik macht vieles leichter, Musik macht fröhlich“, sagt die Dornbirnerin Maria Ortner.

dornbirn Dass mit Musik vieles leichter wird, mehr noch, dass Musik fröhlich macht, davon ist Maria Ortner überzeugt: „Die Musik kommt von innen, aus dem Herzen“, beschreibt die begeisterte Organistin ihre Gefühle, und sie weiß, wovon sie spricht, wurde ihr doch die Liebe zur Musik schon in die Wiege gelegt. Die Frage nach einem weiteren Hobby verneint sie spontan: „Es ist nur die Musik, nur die Orgel.“ Ihr Vater Bernhard Übelhör, der leider zu früh verstorben ist, bedauert sie, war ihr großes Vorbild. Er war ein leidenschaftlicher Musiker. Schon mit 20 leitete er seine erste Musikkapelle in Lustenau und in der Ostschweiz, später in Hörbranz. „Mein Vater war Lustenauer“, erzählt sie weiter. „Nach der Heirat mit meiner Mutter zog er ins Hatlerdorf. Dort eröffnete er in den 50er-Jahren ein Musikgeschäft. In meinem Elternhaus drehte sich alles um Musik“, sagt die mittlerweile 67-jährige Dornbirnerin lachend und ergänzt noch, dass sie ihren Vater zu allen Konzerten begleitet hat.

Im Alter von sechs Jahren versuchte sie selbst ihr musikalisches Geschick auf einem Akkordeon, „es war ein ganz kleines“, merkt sie an. Wer sonst als ihr Vater sollte ihr Musiklehrer gewesen sein, lässt sie an dieser Tatsache keinen Zweifel offen. Bald wechselte Maria auf das Piano, später auf die Orgel, „sie ist die Königin der Instrumente“, sagt sie stolz. Wie es angefangen hat? „In der Hatler Kirche natürlich“, kommt ihre Antwort wie aus der Pistole geschossen. „Die Kirche befand sich im Umbau, ich war gerade mal Anfang Dreißig“, erinnert sie sich, als sie an einer Kirchenführung mit dem damaligen Pfarrer Schuchter teilnahm, „der ein super Organist war“, erwähnt sie außerdem. Dabei führte der Weg auf die Empore zur großen Orgel, die unter Denkmalschutz stand und ebenfalls restauriert werden sollte. „Als ich davor stand, war mein erster Gedanke: Auf so einer Orgel möchte ich einmal spielen“, schildert die Postbeamtin das einschneidende Erlebnis, das sie zu einer eifrigen Organistin werden ließ.

Beruflich bei der Post

Das berufliche Leben verbrachte die zweifache Mutter bei der Post. Begonnen hat ihr Berufsweg direkt nach der Matura an der damaligen Realschule in Dornbirn bis zu ihrer Pension mit 60, ausgenommen die Pause, die sie einlegte, als ihre Zwillinge zur Welt kamen. Bei der Post hat sie auch ihren Mann Werner kennengelernt, der bereits seit 1980 bis dato Postler in Dornbirn ist. Ihr Mann sei es auch, der zu Hause vorwiegend die Arbeit für den großen Garten übernimmt. „Schließlich ist er auch gelernter Gärtner“, erzählt sie und lacht dabei herzlich. Sie lacht auch sonst gerne. „Die Musik stimmt mich ein“, begründet sie ihr leutseliges, offenes Wesen. Als Organistin jemals in Pension zu gehen, kann sie sich allerdings nicht vorstellen. Auch das frühe Aufstehen mache ihr nichts aus. Der Sonntag beginnt für sie um 6 Uhr, damit sie rechtzeitig zur ersten Messe, die um halb acht im Kloster beginnt, an der Orgel sitzt. Danach geht es weiter zum Gottesdienst in die Hatler Kirche. Aber auch in Lustenau, in der Kirche Hasenfeld, ist es Maria Ortner, die an der Orgel begleitet.

Im Kloster wie daheim

Das Kloster in Dornbirn ist für sie ein vertrauter Ort geworden. Seit 36 Jahren stellt sie sich als Organistin zur Verfügung: s’Kloster sei auch der Ort, wo sie gerne übt, und seit Pfarrer Christian Stranz 2003 die Pfarre Hatlerdorf übernommen hat, spielt sie ebenso gerne in der Kirche, von der sie nur wenige Meter entfernt wohnt. Zu ihrem Heimatort zählt auch Mühlebach, wo sie regelmäßig am Mittwoch in der Kapelle spielt. „Übrigens“, erwähnt die rührige Dame, habe sie im Kloster neun Guardiane miterlebt. Der erste war Bruder Josef, er gehörte noch den Kapuzinern an, die damals die Ringle an die Kinder verteilten. Ihn werde sie nie vergessen, er war für sie so etwas wie ein Heiliger. Apropos Orgel: Wenn beispielsweise jemand aus Bludenz anruft, weil in einer Kirche ein Organist fehlt, sei das kurzfristige Einspringen für sie kein Muss, sondern vielmehr Freude, wieder einmal auf einer ganz anderen Orgel spielen zu können, drückt Maria Ortner abschließend noch einmal ihre Begeisterung für das Orgelspiel aus. eh