Speicherteichprojekt Schwarzköpfle wurde über den Sommer abgespeckt

Vorarlberg / 22.11.2019 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das adaptierte Speicherteichprojekt Schwarzköpfle der Silvretta Montafon.SiMo
Das adaptierte Speicherteichprojekt Schwarzköpfle der Silvretta Montafon.SiMo

Silvretta Montafon hat umstrittenes Speicherteichprojekt adaptiert und neuerlich eingereicht.

St. Gallenkirch Weniger Teichinhalt, Verkleinerung der Bauwerke für Kühlung und Technik und Verzicht auf die Skipiste 44: Das sind die wesentlichen Eckpunkte des überarbeiteten Projekts Speicherteich Schwarzköpfle der Silvretta Montafon (SiMo) in St. Gallenkirch, das diese Woche neuerlich eingereicht wurde.

Für das viel diskutierte und teils scharf kritisierte Projekt geht es damit in die nächste Runde. Die sich abzeichnende Erfordernis einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sei nicht der Grund für die Neuorientierung gewesen, beteuert SiMo-Geschäftsführer Martin Oberhammer. Bereits im Mai hatte die SiMo angekündigt, das Bauvorhaben dem aktuellen Stand der Technik anpassen zu wollen. „Wir haben 2014 mit diesem Projekt gestartet. In der Zwischenzeit hat sich die Alpintechnik weiterentwickelt. Diese neue Technologie, von der wir damals noch nichts wussten, wollen wir uns nun zunutze machen“, so Oberhammer gegenüber den VN.

Während man bei der SiMo von der „Einhaltung höchster Umweltstandards“ spricht, sorgt das überarbeitete Projekt bei der Naturschutzanwaltschaft keinesfalls für Freudensprünge. „Es war zu erwarten, dass die Silvretta Montafon alles daran setzt, dem UVP-Verfahren zu entgehen. Man wird sehen, ob es ein Feststellungsverfahren geben wird und was dabei herauskommt“, sagt Naturschutzanwältin Katharina Lins.

„Das Speicherteichprojekt wurde in den Sommermonaten evaluiert und zusätzliches Expertenwissen eingeholt“, heißt es seitens der SiMo, deren Geschäftsführer davon spricht, das Bauvorhaben in vielerlei Hinsicht weiter optimiert zu haben. „Wenn man so einen Eingriff macht, ist es nur gut, wenn man sich Expertise einholt“, kontert Lins, der die Änderungen zu wenig weit gehen.

Im Vergleich zum ursprünglich eingereichten Projekt verringert sich der geplante Teichinhalt um 33.200 m³ auf 274.000 m³. Zudem wurde die Teichform adaptiert. Ein innovatives System ermöglicht weiters eine energieeffizientere Wasserkühlung. Für das Projekt bedeutet das, dass ein Großteil der Pumpstation überschüttet bzw. quasi unterirdisch ausgeführt werden kann, was einer landschaftsbildlichen Optimierung gleichkommt. Auf den anfangs geplanten Skipistenbau entlang der Skiroute 44 wird nun komplett verzichtet. „Dadurch wird die Eingriffsfläche in Summe um 1,42 Hektar reduziert“, rechnet Oberhammer vor.

„Fakt ist, dass der Eingriff im Wesentlichen der gleiche bleibt“, entgegnet Lins. „Wenn man die Bilder vom ersten und zweiten Projekt nebeneinanderlegt, ist kaum ein Unterscheid zu erkennen. Wobei die Frage bleibt, ob der Eingriff in dieser Form notwendig ist.“

Geht es nach der SiMo, ist er das. „Das Projekt ist für den Tourismus der gesamten Talschaft von großer Bedeutung“, so Oberhammer, der hofft, dass das Vorhaben nun in angemessener Zeit realisiert werden kann.