Teenager wegen schweren Raubes verurteilt

Vorarlberg / 10.12.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der jugendliche Angeklagte vor Gericht mit seinem Verteidiger Markus Walla. ECKERT

Opfer wegen hundert Euro mit Klappmesser attackiert und verletzt: 22 Monate Haft .

Christiane Eckert

Feldkirch Ein 16-jähriger Montafoner musste sich am Montag am Landesgericht Feldkirch wegen Betrugs und schweren Raubes verantworten. Der junge Mann, mit fünf Vorstrafen kein unbeschriebenes Blatt, ist arbeitslos, hat 3000 Euro Schulden und fünf Monate Bewährungsstrafe offen. Er soll laut Staatsanwalt Manfred Melchhammer einen 21-jährigen Bekannten im Herbst dieses Jahres zunächst mehrfach angelogen und dem Mann auf diese Weise 1500 Euro herausgelockt haben. Der Angeklagte habe behauptet, dass er einem Dritten Geld schulde. Falls er dieses nicht zurückbezahlen könne, würde ihn der Gläubige aufsuchen und zusammenschlagen, so die erfundene Geschichte. Das Opfer glaubte das Märchen und ließ sich überreden, immer wieder Geldbeträge auszuhändigen. Dieses muss der Angeklagte nun dem Opfer zurückgeben.

Schwerer Raub

Der Teenager hatte in seiner Vergangenheit unter anderem wegen schwerer Körperverletzung und mehrfachen Einbruchdiebstahls Schwierigkeiten. Nun kommt noch ein schwerer Raub dazu. „Mag sein, dass aufgrund der Vergangenheit meines Mandanten alles in eine bestimmte Richtung deutet, doch die Rolle des Opfers ist in Wirklichkeit nicht jene, wie es im ersten Moment scheint“, setzte sich Verteidiger Markus Walla für ein gründliches Beweisverfahren ein. Außerdem forderte der Anwalt den Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Jugendschutz sieht dies vor, wenn das Fortkommen eines Jugendlichen gefährdet sein könnte. Laut Senat ist dies der Fall, der mehrstündige Prozess fand bis zur Urteilsverkündung hinter verschlossenen Türen statt.

Messer im Spiel

Ob der 16-Jährige seinen Bekannten – wie in der Anklage angeführt – tatsächlich mit einem Klappmesser bedroht hatte, hundert Euro forderte und das Opfer anschließend mit der Waffe verletzte, blieb bis zum Schluss spannend. Das Opfer trug eine geringfügige Schnittverletzung davon. Der Angeklagte behauptete bis zuletzt, dass er nichts mit der Verletzung zu tun habe, der 21-Jährige sich allenfalls selbst verletzt haben könnte. Er habe nicht einmal ein Messer in der Hand gehabt, so der Beschuldigte. „Auch wenn das Opfer in gewisser Weise eingeschränkt ist und aufgrund dessen ein paar Unsicherheiten bestehen, im Wesentlichen ist es glaubwürdig“, so Richard Gwschentner bei der Urteilsbegründung. Der Senat ist überzeugt, dass der Teenager, der es innerhalb eines Jahres auf fünf Vorstrafen brachte, diesen schweren Raub und den Betrug begangen hat. Das Urteil: 18 Monate plus vier Monate alte Bewährungsstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.