Ein Pionier in Sachen Solarenergie

Vorarlberg / 17.12.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gebhard Keckeis ist ein absoluter Pionier auf seinem Gebiet. Der Energieexperte hat bereits zahlreiche Solar- bzw. Solarthermieprojekte erfolgreich umgesetzt. KECKEIS

Der Bürser wurde jüngst für eines seiner Solarthermieprojekte mit einer Nominierung zum ÖGut Umweltpreis 2019 ausgezeichnet.

Bürs Seit mittlerweile 30 Jahren ist Gebhard Keckeis in Sachen Klimaschutz aktiv. Der Bürser hat sich dabei komplett der effizienten Nutzung der Solarenergie sowie der solarthermischen Bauteilaktivierung verschrieben.

Der Bürser ist ein absoluter Pionier auf seinem Gebiet und hat bereits zahlreiche Projekte in sämtlichen Bundesländern sowie dem benachbarten Ausland realisiert. Dabei liegt dem Energieexperten insbesondere die stetige Weiterentwicklung sehr am Herzen. Dies führte dazu, dass der Oberländer großen Anteil am weltweit größten Gebäude, das sich mit Solarthermie selbst versorgt, hat. Es ist dies das Gewerbe-Pilotprojekt Metzler-Naturhautnah in Egg. Dieses wurde kürzlich mit einer Nominierung zum ÖGut Umweltpreis 2019 ausgezeichnet.

Mittels modernster Technologie kann der Produktionsbetrieb des Wälder Unternehmens rund ums Jahr ausschließlich mit selbst erzeugter Solarenergie betrieben werden. „Es wird sogar mehr Energie erzeugt, als für Heizung, Lüftung und Warmwasseraufbereitung verbraucht wird“, führt Keckeis ins Treffen. Möglich mache dies die Synergie von Kollektor und Speicher, die zu einer erheblichen Verbesserung, nahezu verdoppelt, des Ertrags führt, so der Solarenergie- und Sonnenhaus-Spezialist. Doch damit nicht genug: „Kollektor und Speicher stammen aus der Region. Somit wird auch bei der Herstellung auf geringsten Energie- und Ressourcenverbrauch geachtet“, streicht Keckeis heraus.

Schwerer Start

Die Umweltproblematik ist dem Oberländer menschengemacht. „Dieser Weg kann so nicht fortgesetzt werden.“ Er habe dies schon vor 30 Jahren erkannt und sich aus diesem Grund bereits damals intensiv dem Klimaschutz und der Solarenergie gewidmet. In den Anfängen sei dies nicht immer leicht gewesen. „Es war schwer, Leute zu finden, die mir und meinen Ideen das Vertrauen geschenkt haben. Das gesellschaftliche Bewusstsein war damals nicht gegeben. Es galt etwas zu tun, das nicht in war“, sah er sich regelmäßig mit Zweifeln an seiner Glaubwürdigkeit konfrontiert. Je mehr positive Beispiele er liefern konnte, desto mehr Beachtung wurde ihm und seinen Projekten geschenkt.

Gestartet wurde in den 80er-Jahren mit einer Sebstbaugruppe zur Nutzung von Sonnenenergie. „Wir haben damals die Grundmaterialien bestellt und Kollektoren selbst hergestellt“, erinnert er sich zurück. Heute kann Keckeis, der seit 1998 selbstständig ist, auf eine Reihe ausgezeichneter Projekte verweisen.

Sein ethisch und moralisch geprägtes Handeln führt Keckeis auf seine Kindheit zurück. „Wir waren die Nachhaltigkeit“, sagt er über sein Leben als Bergbauernjunge. „Sämtliche Tätigkeiten, ob bei der Holzarbeit oder auf der Wiese, wurden von Hand gemacht. Die Motorisierung kam erst später. Diese Verbindung zur Schöpfung fehlt heute vielmals“, sagt er.

Unbegrenzte Zukunft

Als Vision nennt Keckeis Ausbildungsplätze zum Thema Sonnenernergie. „Dies wäre ein klares Bekenntnis der Politik zu diesem Thema, damit diese Thematik erlernt werden und sich weiterverbreiten kann.“ Derzeit sei es noch so, dass die Komplexität dieser Thematik nicht vermittelbar sein. „Es ist dies wie eine eigene Berufsgruppe zwischen Baumeister und Installateur“, so Keckeis.

Eines steht für den 61-Jährigen jedenfalls außer Frage: „Die Sonnenenergie ist das Thema der Menschheit und lebt nach mir weiter. Es ist dies der Blick in eine unbegrenzte Zukunft.“