Bagger für den Stadttunnel sind aufgefahren

Vorarlberg / 18.12.2019 • 08:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In der Felsenau laufen die ersten Arbeiten für den Feldkircher Stadttunnel. Eine Baustellenzufahrt wird im Bett der Ill errichtet, im Jänner wird hier ein Steinsatz als Basis für eine Weichenanlage gebaut. VN/STIPLOVSEK

In der Felsenau laufen die erste Arbeiten für das 275-Millionen-Euro-Projekt.

Gernot Schweigkofler

Feldkirch Es ist so weit. Die ersten Arbeiten für das Großprojekt Stadttunnel Feldkirch, derzeit mit 260 bis 275 Millionen Euro veranschlagt, laufen. Der vierarmige Tunnel soll der Feldkircher Innenstadt und vor allem dem stark überlasteten neuralgischen Knotenpunkt Bärenkreuzung Entlastung verschaffen.

Im Bereich der Felsenau schüttet derzeit ein Bagger einen Baustellenweg in der Ill auf. Im Bereich des Portals des ÖBB-Tunnels Richtung Feldkirch Bahnhof wird nämlich eine rund 80 Meter lange Steinschlichtung vorgenommen. Wie Projektleiter Bernhard Braza erklärt, muss hier im Winter gearbeitet werden, weil man den Niedrigstand der Ill nutzt, dabei muss auch auf den Schwallbetrieb wegen der flußaufwärtsliegenden Wasserkraftwerke geachtet werden. Heute wird die Baustraße fertiggestellt, dann ist bis Mitte Jänner eine Unterbrechung, ehe bis Ende Februar die Mauer fertiggestellt wird. 450.000 Euro kostet dieses Teilprojekt.

Auf der Steinschlichtung werden die ÖBB im Sommer eine Weiche zu den bestehenden Gleisanlagen einbauen. 2021 werden dann 400 Meter Gleise auf der alten Zugtrasse in Richtung Stadt gebaut. Darauf sollen mit dem Start des Tunnelvortriebs Güterwaggons geparkt werden, die via Förderband über die Ill zum Tunnelportal in der Felsenau den Aushub aufnehmen werden. Rund 950 Tonnen Gestein werden dann täglich per Bahn abtransportiert. „Damit sparen wir in der Gesamtbauzeit des Stadttunnels rund 100.000 Lkw-Fahrten ein“, erklärt Bernhard Braza. Da Feldkirch ein Luftsanierungsgebiet (IG-L) ist, eine wichtige Maßnahme beim Großprojekt.

Mit den Bauarbeiten in der Felsenau ist damit der Startschuss für das Großprojekt erfolgt. Ab jetzt wird fast ständig gearbeitet werden. 2020 soll etwa ab März die L 191a im Bereich des Schulbrüder-Areals umgelegt werden. Im Oktober stehen dann die ersten Sprengarbeiten an: Es wird ein 270 Meter langer Erkundungsstollen errichtet. Der wird dann nach Fertigstellung des Großprojekts als Rettungs- und Wartungstunnel genutzt werden. 2021 folgen Straßenumlegungen in der Felsenau.

Hauptarbeiten ab 2022

Die Hauptarbeiten am Stadttunnel starten 2022. In der ersten Bauetappe werden drei der vier Tunnelarme bis 2025 oder spätestens 2026 errichtet, erklärt Braza. Danach wird der vierte Tunnelarm in Richtung Tosters gebaut. Dieser soll spätestens 2030 fertig werden, damit wäre dann das seit Jahrzehnten diskutierte Projekt fertig.

Allerdings fehlt noch ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VwGh) bezüglich einer Beschwerde einer Bürgerinitiative. Wenn es pro Tunnel ausfällt, ist er rechtlich nicht mehr zu stoppen. Das hat auch die Sprecherin der Initiative, Friederike Egle, bereits zu Protokoll gegeben.