Beherztes Fotoprojekt für den guten Zweck

Vorarlberg / 31.12.2019 • 16:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Pascal und Sandra warfen sich gemeinsam in Pose. VALISA

Beim Fotoprojekt „Ich bin wie du“ entstanden viele schöne Bilder und noch mehr emotionale Momente.

Nenzing Dass sie ihren geschulten Blick für das Wesentliche gekonnt einzusetzen weiß, stellte Fotografin Sandra Validzic mit der Durchführung des Fotoprojekts „Ich bin wie du“ doppelt unter Beweis. Aus der anfänglich simplen Idee eines Fotoshootings für benachteiligte Menschen entwickelte sich ein Projekt das weite Kreise ziehen sollte und das bis ins neue Jahr und darüber hinaus wirken wird.

Drei Jahre ist es her, dass die gebürtige Hohenemserin ihren Traum von der Selbstständigkeit in die Tat umsetzte und unter dem Namen Valisa ihr eigenes Fotostudio in Nenzing eröffnete. Mit dem Umzug in ihr neues, barrierefreies Atelier im Wirtschaftspark Walgau vor einem Jahr ergaben sich für die junge Fotografin neue Möglichkeiten. Auch die Idee des besonderen Fotoshootings mit benachteiligten Menschen, die sie seit dem Beginn ihrer Selbstständigkeit begleitete, wurde dadurch konkreter.

Großes Interesse

Auf der Suche nach einem Projektpartner setzte sich die Nenzingerin mit Stunde-des-Herzens-Obmann Joe Fritsche in Verbindung. Dieser zeigte sich vom Vorhaben der Fotografin begeistert und nahm seinerseits sofort Kontakt mit einigen von der Hilfsorganisation begleiteten Familien auf. „Die Resonanz war überwältigend“, erinnern sich Validzic und Fritsche zurück. „Die Familien zeigten sich ebenfalls total begeistert und viele wollten unbedingt am Projekt teilnehmen“, sagt Fritsche. Nachdem im März die ersten Bilder entstanden waren, meldeten sich immer mehr Familien beim Obmann der Hilfsorganisation. „Wir wollten es möglichst vielen Familien ermöglichen, in den Genuss eines Shootings zu kommen. So entstand mit der Zeit eine neue Idee, nämlich die, einen Kalender zu machen“, so Validzic.

„Den Titel habe ich gewählt, weil ich mit dem Projekt zeigen will, dass auch Kinder, die im Rollstuhl sitzen oder eine Prothese tragen, einfach nur Kinder sind“, so die 31-Jährige. Ziel dahinter war es zudem, Eltern und Kinder, die es im Leben nicht so einfach haben, besondere Erinnerungen zu schenken. „Wenn man selbst Kinder hat, merkt man, wie schnell die Zeit doch vergeht“, sagt sie.

Joschua und Sandra genossen das Shooting in vollen Zügen.
Joschua und Sandra genossen das Shooting in vollen Zügen.

Dass die Shootings nicht nur für die Kinder und Familie, sondern auch für sie einen so bleibenden Eindruck hinterlassen würden, konnte die zweifache Mutter damals noch nicht ahnen. „Das Projekt war eine enorme Erfahrung für mich. Die Ehrlichkeit und Dankbarkeit der Kinder war sehr berührend und ging mir sehr nahe.“ Waren die Kinder anfänglich teils sehr zurückhaltend und schüchtern, so konnte die einfühlsame Fotografin mit der Zeit eine wahre Verwandlung feststellen. „Die Kinder wurden immer zutraulicher und gingen mehr und mehr aus sich heraus.“ Beim Erzählen beginnen ihre Augen zu leuchten. „Ich werde mich noch lange an die schönen Momente und die vielen Umarmungen zurückerinnern“, so die kreative Fotokünstlerin.

Bis Oktober waren es schließlich 23 Kinder und Jugendliche, die sich von Sandra Validzic ablichten ließen. Als besondere Draufgabe waren auch die Familienmitglieder eingeladen, bei den Shootings dabei zu sein. So entstanden viele schöne Familienerinnerungen, bildlich und emotional.

Fortsetzung folgt

Der gesamte Erlös aus dem Verkauf des Kalenders soll krebskranken Kindern in Vorarlberg zugutekommen. Anfang Dezember wurde das entstandene Werk bei einer Vernissage feierlich präsentiert. „Es war sehr schön, die Kinder zu beobachten, wie sie auf ihre Bilder reagiert haben“, zeigt sich Validzic mit dem Ergebnis glücklich und zufrieden. Dank der äußerst positiven Resonanz wird es auch heuer ein Fotoprojekt geben. „Die nächsten Fotomodels sind bereits gefunden“, freuen sich Sandra Validzic und Joe Fritsche auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit.