Astrid Lackner hat sich der Waldorfpädagogik verschrieben

Vorarlberg / 12.01.2020 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Astrid Lackner aus Dornbirn lebt seit 30 Jahren in Kanada. Nun kehrte sie für ein Jahr zurück in ihre Heimat.

Die Dornbirnerin ist als Waldorfpädagogin in Kanada und Vorarlberg tätig.

Tanja Schwendinger

Dornbirn „Es ist immer wieder schön, in die Heimat zurückzukehren“, gerät Astrid Lackner aus Dornbirn beim Erzählen ins Schwärmen. Vor 30 Jahren hat die ausgebildete Kindergartenpädagogin ihre Zelte in Kanada aufgeschlagen und sich umgeben von Bergen und weiten Landschaften ein Leben abseits der Hektik aufgebaut. Alles begann, als sie damals von einem befreundeten Ehepaar nach Kanada eingeladen wurde und in Vancouver eine Stelle als Au-Pair-Mädchen antrat.

Schnell war es um Astrid Lackner geschehen und sie entschied sich, in Kanada zu bleiben. „Die Größe, die Freiheit und die Natur haben mich von Beginn an fasziniert“, erzählt die 50-Jährige, die mit ihren Eltern und Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Fünf Jahre lang arbeitete Lackner in Kanada in einer Kindertagesstätte, berufsbegleitend absolvierte sie eine Ausbildung zur Sonderpädagogin. Mit Kindern habe sie, wie sie sagt, „schon immer sehr gerne gearbeitet“. Auch, weil sie mit zwei kleineren Brüdern groß geworden ist.

Kontakt zu Österreich gehalten

Dank ihrer Faszination für Kanadas Naturlandschaft erlebte sie auch ein Leben in der Wildnis. „Off-Grid“ nennt sich die selbstgenügsame Lebensweise, die sich kaum auf öffentliche Einrichtungen stützt und in vielen Gebieten Kanadas großer Beliebtheit erfreut. Lackner lebte ohne fließendes Wasser und Strom und fuhr täglich 30 Kilometer in den nächstgelegenen Ort, um dort zu arbeiten und ihre Freunde zu treffen. Als ihre beiden Töchter zur Welt kamen, zog es Lackner zurück in ein Leben mit mehr Infrastruktur. Im Ort, in dem sie auch arbeitete, schloss sie sich einer Gruppe von Eltern an, die eine Waldorfschule gründeten, und ließ sich zur Waldorfpädagogin ausbilden. Der Kontakt zu Österreich sei in den letzten 30 Jahren nie abgebrochen. Mit ihren Kindern, heute 19 und 21 Jahre, verbrachte sie regelmäßig die Sommerferien in Vorarlberg.

Vorübergehender Ortswechsel

Im Oktober hat sich Astrid Lackner dazu entschlossen, ein ganzes Jahr lang in Vorarlberg zu bleiben. „Meine Eltern sind älter geworden und ich wollte mich um sie zu kümmern“, begründet sie den vorübergehenden Ortswechsel. In ihrer Heimat angekommen, wollte sich die Wahlkanadierin aber auch wieder ihrer Tätigkeit als Kindergartenpädagogin widmen. „Glücklicherweise wurde im Waldorfkindergarten Rheintal in Koblach gerade eine Stelle frei.“ Die Betreuung der Kinder in Koblach unterscheide sich dabei nicht maßgeblich von jener in Kanada: „Die einzelnen Kinder werden in den Mittelpunkt gestellt. Kinder Kind sein zu lassen, ist sehr wichtig.“ Die Waldorfpädagogik verfüge über einen guten Ansatz, wie man dem Kind helfen kann, sich selbst zu entwickeln. Auch die Verbindung zur Natur sei ein wesentlicher Bestandteil der Waldorfpädagogik. „Wir verbringen sehr viel Zeit im Freien, backen unser eigenes Brot oder säen Samen, die wir später ernten.“

Der Waldorfkindergarten werde nicht nur in Kanada, sondern auch in Vorarlberg immer beliebter. Derzeit betreut Astrid Lackner in Koblach insgesamt 15 Kinder. Einen Einblick in den Ablauf des Waldorfkindergartens bekommen Interessierte am 15. Jänner im Rahmen eines Spielenachmittags und am 27. Jänner bei einem Infoabend für Eltern.

Astrid Lackner

Geboren: 27. April 1969

Wohnort: Dornbirn, Kanada (Squamish)

Laufbahn: Gymnasium Schoren, Ausbildung zur Kindergartenpädagogin in Zams in Tirol, Ausbildung zur Waldorfpädagogin in Kanada, leitet derzeit den Waldorfkindergarten Rheintal in Koblach

Familie: verheiratet, zwei Kinder

Hobbys: Berge, Wandern, Reisen