Diskussion um Zukunft des Montfortspektakels

Vorarlberg / 06.02.2020 • 15:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Wenn das Wetter mitspielt, wird das Montfortspektakel sehr gut angenommen. Dass es nur mehr alle fünf Jahre stattfinden soll, stößt auf Kritik. UYSAL

2020 wird es kein Montfortspektakel in Feldkirch geben. Überlegungen die Veranstaltungen nur mehr alle fünf Jahre durchzuführen, werden in Feldkirch Wahlkampfthema.

Gernot Schweigkofler

feldkirch Alle zwei Jahre tummeln sich in der Feldkircher Neustadt mittelalterliche Marktstände. Ritterspiele werden aufgeführt, Met getrunken und der Zeit entsprechende Musik wird aufgeführt. Die Schattenburg, die über der Straße thront, bietet dafür eine prachtvolle Kulisse. Bei schönem Wetter wird das dreitägige Montfortspektakel gestürmt. Es hat sich im Veranstaltungskalender der Stadt Feldkirch etabliert.

Jetzt stehen aber Pläne im Raum, das Montfortspektakel nur mehr alle fünf Jahre zu veranstalten. Diese Überlegungen werden von Stadtkultur- und Kommunikation-Feldkirch-GmbH-Chef Edgar Eller auch bestätigt. Zur 800-Jahr-Feier habe man das Montfortspektakel deutlich erweitert, es bespiele nun auch das Areal rund um das Montforthaus, erklärt er. Das bedeute aber auch zusätzliche Ausgaben für das Ereignis. Die Standbetreiber, Ritter und Gaukler lockt man um gutes Geld nach Feldkirch – diese Ausgaben seien durch die neue Dimension gestiegen. Ein kleineres Montfortspektakel will man aber nicht machen – stattdessen soll der neue Rhythmus ein großes Fest alle fünf Jahre ermöglichen. Eller glaubt nicht, dass man in der bewohnten Innenstadt ein Eintrittskartensystem integrieren kann – er sieht also die Finanzierbarkeit als Knackpunkt. Dass es Kritik gibt, versteht er. „Für uns wäre es viel schlimmer, wenn das Spektakel niemandem fehlen würde“, sagt er dazu. Für den Manager scheint der neue Rhythmus damit besiegelt.

Politischer Widerstand

Im März finden aber in Feldkirch Gemeindewahlen statt, und der neue Rhythmus wird von mehreren politischen Fraktionen scharf kritisiert. Daniel Allgäuer, Bürgermeisterkandidat der Freiheitlichen, übt in einer Aussendung scharfe Kritik: „Diese Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar“, schreibt er. Es handle sich um eine der erfolgreichsten Veranstaltungen in der Stadt, sie bringe Tausende Besucher nach Feldkirch. Ihn ärgert auch, dass die Entscheidung „hinter verschlossenen Türen“, ohne Einbeziehung von Stadtrat oder Stadtvertretung, erfolgt sei. Auch Feldkirch blüht hat zwischenzeitlich auf sozialen Medien das Vorgehen kritisiert. Ohne andere Fraktionen zu befassen, plane die Volkspartei als Mehrheitsfraktion einen neuen Rhythmus oder das Festival ganz fallen zu lassen. Dazu käme, dass der Zwei-Jahre-Rhythmus erst 2016 eingeführt worden sei und jetzt schon wieder gekippt werde: Da stelle sich die Frage nach dem Wert von Strategien und Konzepten, die über Jahre erarbeitet würden.

Der Zwei-Jahre-Rhythmus war „eigentlich ganz sinnvoll“, bei einem Fünf-Jahre-Rhythmus könne man das Ganze auch gleich lassen, erklärt Georg Oberndorfer von den Feldkircher Neos. Er fügt aber hinzu, dass der Kleinkrieg zwischen Volkspartei und Grünen ärgerlich sei, womit er auf die Diskussion um die Lichtstadt anspielt.
Bürgermeister Wolfgang Matt erklärt gegenüber der VN-Heimat, dass ein Fünf-Jahre-Rhythmus noch nicht fixiert sei. „Bei allen Veranstaltungen gilt es regelmäßig abzuwägen, ob eine Neuausrichtung, eine Vergrößerung der Veranstaltung, dafür aber mit einem Rhythmus in größeren Abständen, Sinn machen würde“, sagt Matt aber auch. Über eine Neuausrichtung des Montfortspektakels denke man bereits seit 2012 nach. Den Initiatoren der Online-Petition verspricht der Bürgermeister, dass „hier keine leichtfertigen Entscheidungen getroffen werden“. Auch wenn Überlegungen im Raum stünden, den Rhythmus auf fünf Jahre zu ändern, hieße das aber keinesfalls, dass die Belebung der Neustadt bei der Stadt in den Hintergrund gerückt wird. Im Herbst stehen die Kanalisierungsarbeiten an, danach erhalte die Neustadt eine neue Gestaltung. Diese sowie weitere Veranstaltungen würden der Attraktivierung dienen.

Der Rhythmus ist also noch nicht endgültig geklärt. Klar ist aber eines: 2020, also zwei Jahre nach dem letzten Montfortspektakel, wird die Veranstaltung nicht stattfinden.