Ein Stammzellspender für Paul

Vorarlberg / 02.02.2021 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein Stammzellspender für Paul
Paul ist ein kleiner Kämpfer und hat das Lachen trotz seiner schweren Krankheit nicht verlernt.  GFL

Die Familie des Fünfjährigen ist glücklich und erleichtert.

Feldkirch Auf diese Nachricht haben viele Menschen gewartet, allen voran die Eltern und Emil, der jüngere Bruder von Paul. Für den fünfjährigen Buben aus Feldkirch, der an akuter Leukämie erkrankt ist, konnte nämlich ein Stammzellspender gefunden werden. Die Erleichterung bei Manuel Hartmann ist groß. „Uns fiel ein Stein vom Herzen“, sagt der Vater gerührt und spricht von einer Achterbahnfahrt, der die Familie in den vergangenen drei Monaten ausgesetzt war. „Der Spender stammt aus dem deutschsprachigen Raum.“ Mehr darf Susanne Marosch, Obfrau der Leukämiehilfe „Geben für Leben“ auf VN-Anfrage nicht verraten, aber auch sie ist froh, dass Paul diese Chance erhält. Derzeit bekommt Paul den dritten Chemoblock. Anschließend wird er auf die Stammzelltransplantation vorbereitet.

Ansturm auf Typisierungsaktion

Noch im Dezember hatte der Verein „Geben für Leben“ für Paul eine Typisierungsaktion in der Volksschule Feldkirch-Nofels organisiert. Es war die erste öffentliche Veranstaltung im Coronajahr, und sie wurde geradezu gestürmt. Innerhalb von wenigen Stunden ließen sich 1039 Personen typisieren. „Als ich die Menschenschlange gesehen habe, kamen mir die Tränen“, schildert Manuel Hartmann offen seine Empfindungen. Dann begann das Warten. Die Hoffnung auf eine passende Stammzellspende haben die Eltern des Buben nie aufgegeben. Dann war es fix, die Suche nach einem Spender in der weltweiten Datenbank fand ein gutes Ende, und das gleich in doppelter Hinsicht. Es gibt zwei Spender, die Paul helfen könnten.

Bei Paul machten sich erste Symptome der Erkrankung im Herbst bemerkbar. „Er hatte am ganzen Körper blaue Flecken“, erzählt der Vater. Eine Blutabnahme erbrachte ein denkbar schlechtes Blutbild und einen ersten Verdacht. Mit Blaulicht ging es in die Innsbrucker Klinik, wo sich schließlich die schlimme Diagnose bestätigte. Erschwerend kam hinzu, dass Paul an einer sehr speziellen Form der Leukämie leidet. Es folgten Zyklen von Chemotherapien, die Paul auch zur Überraschung der Ärzte gut wegsteckt. „Paul ist ein Kämpfer“, bemerkt der Vater stolz. In zwei bis drei Monaten soll der Bub die Stammzellen seines Spenders erhalten. Die Behandlung wird in Innsbruck durchgeführt.  

Kontaktlose Typisierungen

Susanne Marosch freut sich über jeden Treffer, auch wenn er nicht von einem Spender aus den eigenen Typisierungen stammt. „Es gibt noch so viele Menschen, die hoffen und denen wir helfen können“, verweist die Russ-Preis-Trägerin auf den zweijährigen Paul aus Oberösterreich und seine 22-jährige Cousine, die beide Leukämie haben und ebenso sehnsüchtig einer positiven Botschaft harren. Besonders froh ist Marosch darüber, selbst in Zeiten wie diesen für leukämiekranke Menschen dank der Möglichkeit der kontaktlosen Typisierungen ein Anker der Zuversicht sein zu können, denn: „Je mehr Menschen sich typisieren lassen, umso wahrscheinlicher wird es, einen passenden Spender für die Kinder und alle anderen Betroffenen zu finden“, betont Susanne Marosch. Im Dezember gab es kurz einmal Probleme, weil für die Abstrichkits, die verschickt werden, keine Wattestäbchen mehr verfügbar waren, inzwischen hat der Verein wieder 50.000 bestellt.

Daneben muss aber noch Geld für 32.000 Typisierungen aufgebracht werden. 40 Euro kostet eine Typisierung. Susanne Marosch verhehlt nicht, dass auch Geldspenden gefragt sind, zeigt sich jedoch zuversichtlich: „Es ist bisher immer irgendwie gegangen, und es wird auch diesmal gehen.“

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