Gericht: Ein Wüterich im Stiegenhaus

Vorarlberg / 23.03.2021 • 17:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gericht: Ein Wüterich im Stiegenhaus
Der junge Angeklagte gebärdete sich vor Gericht zunächst rüpelhaft, sah schlussendlich jedoch sein Fehlverhalten ein. Eckert

20-Jähriger sorgte in Bregenzer Mehrparteienhaus für Angst: bedingte Haft und Geldstrafe.

Feldkirch Im Jänner hatte ein junger Arbeitsloser Streit mit seiner 19-jährigen Freundin. Die beiden hielten sich in der Bregenzer Wohnung seiner Mutter auf. Der 20-Jährige war ziemlich betrunken, das Paar stritt laut, was den untersten Bewohner des Mehrparteienhauses nervte. Er rief ins Stiegenhaus und Richtung obere Stockwerke und hoffte auf Ruhe. Doch der junge Mann geriet dadurch erst so richtig in Fahrt. In der Wohnung seiner Mutter hatte er bereits einiges demoliert, Lichtschalter und dergleichen mussten die Wut des Betrunkenen büßen.

Mit Abstechen gedroht

Unten vor der Wohnungstür des Nachbarn angekommen, brüllte der Betrunkene: „Komm raus Du Hurensohn, ich stech Dich ab!“. Die nebenan wohnende Nachbarin hörte die Schreie und eilte zum Türspion. Sowohl der Bedrohte als auch die Bewohnerin beobachteten den zornigen Schreihals, der gemeinsam mit seiner Freundin im Stiegenhaus stand. Er pochte gegen die Tür des anderen Hausbewohners, wodurch ein Schaden entstand. In Summe belief sich die Rechnung der Beschädigungen auf knapp 3000 Euro. Die Mutter des Vandalen machte die Schäden zum Teil bereits gut. 

Außer Kontrolle

Der nun am Landesgericht Feldkirch Angeklagte hat bereits drei Vorstrafen, siebeneinhalb Monate Haft hatte er bereits bei diesem Zwischenfall an Bewährungsstrafen offen. Nun wird er schon wieder verurteilt und es kommen weitere vier Monate dazu. „Beim nächsten Mal sind es dann elfeinhalb Monate an Bewährungsstrafen, die zusätzlich auf Sie zukommen“, macht Richter Richard Gschwenter darauf aufmerksam, welche Altlasten bei einer neuerlichen Verurteilung noch dazu kommen. Und dann ist „sitzen“ gewiss. 1200 Euro sind zudem an Geldstrafe zu bezahlen. Außerdem muss der Bregenzer ein Antiaggressionstraining absolvieren. Damit soll er seine Emotionen endlich in den Griff bekommen. 

Der junge Mann kommt zu spät zum Prozess, weil Bus versäumt. Dann reagiert er teils pampig und frech. Doch am Ende sieht er ein, dass er sich ändern muss. Er entschuldigt sich auch für sein Auftreten vor Gericht und wirkt ehrlich. Ihm scheint klar, dass es so nicht weitergehen kann und er sich an gewisse Spielregeln halten muss. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.