Nur noch mit Test hinaus ins Land

Für den Bregenzerwald kommt eine Ausreisetestpflicht.
Bregenz Nach dem Leiblachtal erwischt es jetzt auch den Bregenzerwald mit einer Ausreisetestpflicht. Grund sind die vor allem in der Region Mittelwald in den vergangenen Tagen stark gestiegenen Infektionen. Die Entwicklung befeuert haben laut Landeshauptmann Markus Wallner vor allem Treffen im privaten Bereich. Die Ausreisetestpflicht gilt ab Mittwoch, Null Uhr, umfasst alle Gemeinden mit insgesamt 30.000 Einwohnern und soll vorerst sieben Tage dauern. Ausgenommen sind Kinder unter 10 Jahren und Schüler.
Zusätzlich werden die Testkapazitäten aufgestockt. Heute, Dienstag, öffnet in Schwarzenberg eine zusätzliche Landesteststation. Kontrolliert wird nicht nur an Ausfallstraßen, sondern auch in Bussen des öffentlichen Nahverkehrs. Im Einsatz werden 40 Personen von Polizei, Bezirkshauptmannschaft und Bundesheer sein. Der Obmann der Regio Bregenzerwald, Bürgermeister Guido Flatz, bekräftigte bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, dass alle Gemeinden die Maßnahmen mittragen und gab sich zuversichtlich: „Wir werden die Situation gemeinsam meistern.“
Risiko durch Pendler
Nachdem der Bregenzerwald lange so etwas wie eine Insel der Seligen war, hat sich das nun radikal geändert. Im Mittelwald beispielsweise stieg die 7-Tage-Inzidenz über das Wochenende von 400 auf 575 am Montag. „Eine problematische Höhe“, wie Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher nüchtern feststellte. Und: Die Fälle würden eher mehr, was auch der vorherrschenden und deutlich ansteckenderen britischen Mutation geschuldet ist. Grabher betonte, dass es sich um keine Absonderung und keine Quarantäne handle. Es sei eine vorsorgliche Maßnahme, um die Modellregion nicht zu gefährden. Neben privaten Treffen stellen auch die Pendler ein Risiko dar. Im Bregenzerwald gibt es immerhin 7000 Personen, die täglich aus- und 1500, die einpendeln. „Da kann sich das Virus sehr rasch weiterverbreiten“, sieht auch Markus Wallner die eingeleiteten Schritte gerechtfertigt. Er appellierte an die Bevölkerung, private Feiern und nach Möglichkeit auch andere Veranstaltungen zu unterlassen.
Nur Antigen- und PCR-Tests gültig
Die Ausreisetestpflicht wird während 24 Stunden am Bödele sowie im Bereich Langen-Wirthatobel und Schwarzachtobel-Achraintunnel überprüft. Der Übergang Faschina bleibt von 20 bis 6 Uhr gesperrt, Kontrollen erfolgen untertags. Die Strecke Alberschwende-Knie ist nur für Öffis geöffnet. Die Strecken über Alberschwende-Buch, Alberschwende-Farnach, Warth-Lech sowie das Furkajoch sind zu. Die von Landesrat Christian Gantner angekündigte zweite Landesteststation in Schwarzenberg ist heute, Dienstag, von 8 bis 22 Uhr zugänglich, dann von 6 bis 22 Uhr. In den kommenden zwei Tagen sollen 10.000 Tests durchgeführt werden. Für die Ausreise haben nur Antigentests und PCR-Tests Gültigkeit, Wohnzimmertests, auch angemeldete, sind nicht zulässig. Landesrätin Martina Rüscher warnte eindringlich davor, Kontaktpersonen zu verschweigen. Das sei in letzter Zeit häufig vorgekommen. „Wir werden das streng kontrollieren“, erklärte sie und machte auf den Strafrahmen von bis zu 1450 Euro aufmerksam. Um Stauerscheinungen zu vermeiden bitten die Verantwortlichen, das Testergebnis immer bereitzuhalten. Gantner verwies darauf, dass sich auch jene testen lassen sollen, die den Bregenzerwald nicht verlassen.