Klimafreundliche Zukunftsideen

Vorarlberg / 05.05.2021 • 16:03 Uhr
Bürgermeister Florian Küng und Stefan Steininger, Vorsitzender des e5-Teams, sprechen über die klimafreundliche Zukunft von Vandans. <span class="copyright">Vn/JUN</span>
Bürgermeister Florian Küng und Stefan Steininger, Vorsitzender des e5-Teams, sprechen über die klimafreundliche Zukunft von Vandans. Vn/JUN

Bürger können bei der Ausarbeitung eines Energieleitbilds für Vandans aktiv mitwirken.

Vandans Wie kann Vandans energieautonom werden? Was funktioniert schon gut, wo gibt es Nachholbedarf? Wo will Vandans 2030 in Sachen Klima und Nachhaltigkeit stehen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Energieleitbild 2030, das das e5-Team, bestehend unter anderem aus dem Vorsitzenden Stefan Steininger sowie weiteren Gemeindevertretern aus allen Parteien, Bauhof-Mitarbeitern und Bürgern, momentan ausarbeitet. Seit 2015 nimmt Vandans am e5-Landesprogramm teil. 2019 wurde Vandans zum ersten Mal zertifiziert; die Gemeinde erreichte zwei von insgesamt fünf „e“.

In Vandans hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan: So gibt es bereits zwei Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Volksschule und der Rätikonhalle, die 55 Kilowatt-Peak erzeugen und damit 80 Prozent des Energieverbrauchs der Kita, Volksschule und der Rätikonhalle abdecken. Die Straßenbeleuchtung wurde auf LED umgestellt und in Kitas und Schulen werden Workshops zum Thema Energie durchgeführt. Auch die Mülltrennung wird in den Schulen und der Kita großgeschrieben.

PV-Anlagen auf den Dächern

Doch diese ganzen Maßnahmen seien noch „ausbaufähig“, sagt Steininger, denn das Ziel, die fünf „e“ zu erreichen, ist noch in weiter Ferne. Ein Wunsch ist es zum Beispiel, jedes Gemeindegebäude mit einer Photovoltaikanlage auszustatten und die Erdgasheizungen durch erneuerbare Energieträger auszutauschen. Die PV-Anlagen sollen auch für Privatleute lukrativer werden und E-Bikes sollen wieder gefördert werden. Die Gemeinde, die selbst Ökostrom bezieht, möchte künftig stark auf Elektromobilität setzen. So sollen ein Elektrodienstauto sowie ein Bauhoffahrzeug mit Elektroantrieb angeschafft werden. Um die klimafreundliche Mobilität zu stärken, verleiht die Gemeinde auch zwei Jahrestickets des ÖPNV an die Bürger. Wie viel Energie das Freibad durch verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise das Austauschen der Pumpen einsparen könnte, werde demnächst von einem Experten geprüft, verkündet Steininger. „Das ist ein Prozess, der demnächst starten und ein großer Einsparungspunkt in der Gemeinde sein wird.“

„Ein fußgängerfreundlicher Dorfkern ist ein Ziel in naher Zukunft.“

Stefan Steininger, Vorsitzender e5-Team

Gas- und Ölheizungen austauschen

Es gibt sechs Handlungsfelder, die genauer unter die Lupe genommen werden müssen: Gemeindeentwicklungsplanung und Baubewilligung, gemeindeeigene Bauten und Anlagen, Ver- und Entsorgung, Mobilität, interne Organisation, Bewusstseinsbildung und Kooperation. „Das ist ein riesengroßes Paket an Maßnahmen“, sagt Steininger. Dabei werde jede einzelne davon angeschaut und geprüft, was in der Gemeinde umsetzbar ist. Bewertet werden die Maßnahmen alle drei bis vier Jahre vom Energieinstitut. 2019 hat Vandans 46 Prozent der für die Gemeinde möglichen Maßnahmen umgesetzt und ist somit knapp an den drei „e“ vorbeigeschrammt, für die man mindestens 50 Prozent erreicht haben muss. „Die Gemeindegebäude haben am meisten Handlungsbedarf“, weiß Steininger. Dort gebe es noch zu viele Gas- und Ölheizungen. Auf fossile Brennstoffe wolle man aber in Zukunft ganz verzichten. „Ein kleines Biomasseheizwerk wäre ein Wunsch“, ergänzt Bürgermeister Florian Küng. Übernächstes Jahr werden die Energiemaßnahmen wieder neu bewertet. Bis dahin sollten auch die Bürger ihren Teil dazu beitragen und Energie einsparen, wo es geht.

Bürger können aktiv mitwirken

Die Vandanser Bürger können nun beim Energieleitbild, das vom Land gefördert wird, aktiv mitwirken, denn geplant ist ein Workshop im Mai. Das Energieleitbild wird gemeinsam mit dem Energieinstitut Vorarlberg ausgearbeitet und ist ein Instrument, um zukünftig energiepolitische Entscheidungen bestmöglich treffen zu können. Ein ausgearbeitetes Energieleitbild beinhaltet neben Visionen und Leitsätzen auch Maßnahmen, welche anschließend durch die Gemeinde und das e5-Team sukzessive umgesetzt werden sollen. Bereits jetzt gibt es erste Pläne. Der Dorfkern zum Beispiel soll fußgängerfreundlicher gestaltet werden. „Das ist ein Ziel in naher Zukunft“, sagt Steininger. Weitere Ideen können die Bürger dann im Workshop am 22. Mai vorbringen, der am Nachmittag in der Rätikonhalle stattfinden wird. Ende des Jahres – so ist das Ziel – soll das ausgearbeitete Energieleitbild dann von den Gemeindevertretern einstimmig abgesegnet werden. VN-JUN