Zeit für etwas Neues

Vorarlberg / 05.05.2021 • 16:03 Uhr
Für Tamara Bischof steht ein soziales Engagement im Vordergrund.<span class="copyright">BI</span>
Für Tamara Bischof steht ein soziales Engagement im Vordergrund.BI

Tamara Bischof hat sich als Rettungssanitäterin ausbilden lassen.

Bludenz Ein respekt- und würdevoller Umgang mit Menschen war Tamara Bischof immer schon wichtig, weshalb sie sich entschied, die Kochschürze gegen die Uniform des Rettungssanitäters einzutauschen. „Ich habe immer schon gerne mit Menschen gearbeitet. Ein reiner Bürojob wäre mir zu steril, ich bin gerne in persönlichem Kontakt mit Leuten. Den Austausch mit Menschen empfinde ich als Bereicherung.“ Aus diesem Grund entschied sich die Bludenzerin nach Absolvierung der Pflichtschule zunächst für eine Lehre als Köchin und Restaurantfachfrau. Insgesamt 20 Jahre lang war sie in den verschiedensten Bereichen der Gastronomie tätig, zuletzt im Restaurant U1 als Köchin. Nun wurde es jedoch für die 36-Jährige Zeit, etwas Neues zu beginnen.

Neuorientierung im sozialen Bereich

„Ich habe mir schon länger überlegt, was ich noch machen könnte und mich über verschiedenste Ausbildungswege informiert. Die Arbeit im Gastgewerbe hat mir gut gefallen, aber ich wollte mich neu orientieren. Ein wesentlicher Fokus lag dabei auf einer sinnbringenden Tätigkeit“, sagt Bischof. Bei ihren Überlegungen stand nicht nur eine berufliche Neuorientierung im Vordergrund, sondern auch ein Engagement im Ehrenamt. So stand die Überlegung im Raum, Mitglied bei der Feuerwehr zu werden. In einem Brainstorming mit ihrer Mutter Judith entstand dann die Idee, sich beim Rettungsdienst zu bewerben: „Ich habe nicht lange überlegt und mich sofort beworben.“ Das war vor zwei Jahren, der damals angebotene Kurs zur Rettungssanitäterin war allerdings schon voll belegt, also hieß es vorerst abwarten: „Dann kam auch noch die Coronapandemie hinzu, die geplante Ausbildung hat sich dadurch ein weiteres Mal verzögert.“

Wieder mit dem Lernen beginnen

Als dann im September letzten Jahres schlussendlich die erhoffte Zusage kam, war die Gastronomie-Fachfrau sehr froh: „Ich konnte den Ausbildungsbeginn kaum erwarten! Zwar war ich sehr aufgeregt, andererseits war ich glücklich, dass es endlich losging.“ Über die Ausbildung im Landesverband des Roten Kreuzes in Feldkirch ist sie voll des Lobes: „Wir waren 27 Teilnehmer aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten, was überhaupt keine Rolle gespielt hat. Im Gegenteil: Wir haben uns sehr gut verstanden. Auch unsere Referenten waren super, haben alles gut erklärt und viel Geduld aufgebracht.“ Die Kurse fanden jedes zweite Wochenende jeweils am Samstag und Sonntag statt: „Das war neben meiner Berufstätigkeit viel Aufwand, aber ich habe mich auf jeden Kurstag gefreut. Am Vormittag hatten wir theoretischen Unterricht, am Nachmittag wurde sogleich alles in die Praxis umgesetzt. Das war sehr effektiv für den Lernerfolg.“ Es habe zwar einige Zeit gedauert, bis sie wieder ins Lernen fand, aber durch die hervorragende Unterstützung habe auch dies gut geklappt. Auch ihr 15-jähriger Sohn Noah habe von der neuen Lernkompetenz seiner Mama profitiert, meint sie lachend.

Mitglied des Covid-Teams

Als im November vom Roten Kreuz Helfer für das Covid-Team gesucht wurden, meldete sie sich zielorientiert: „Als ich in den Vorarlberger Nachrichten die Ausschreibung sah, habe ich mich gleich beworben und bereits am 16. November begonnen.“ Vorerst war sie für die Disposition des mobilen Teams zuständig, inzwischen führt sie Nasenabstriche in der Teststraße Bludenz durch. Ihre Ausbildung zur Rettungssanitäterin führte sie währenddessen weiter: „Zusätzlich wurde in der Dienststelle Bludenz jeweils einmal in der Woche am Abend ein dreistündiger Erweiterungskurs angeboten. Da sind wir dann alles noch einmal durchgegangen, was wir gelernt haben.“ Die ersten Einsätze durfte sie nach der Zwischenprüfung bereits begleiten, mittlerweile hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Aktuell leistet die Mutter neben ihrer Arbeit einen Rettungsdienst pro Woche. „Das ist für mich einfach selbstverständlich.“ BI

Zur Person

Tamara Bischof

Wohnort Bludenz

Geboren 12. März 1985

Familie in einer Lebensgemeinschaft mit Alexander Beck, Sohn Noah (15 Jahre)

Hobbys Wandern, Klettern, Biken, Skifahren, Skitouren, Gartenarbeit, Lesen, Basteln